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Trotz mangelnder Nachfrage beginnt in Norwegen die Jagd auf Wale
München (ots) - Die kommerzielle Walfangsaison hat in Norwegen
begonnen, der erste Wal wurde erlegt. Trotz sinkender Nachfrage für
Walfleisch dürfen bis zu 1052 Nördliche Zwergwale getötet werden.
Diese von der norwegischen Regierung selbst auferlegte Fangquote hat
sich in den vergangenen vier Jahren nahezu verdoppelt und steht im
Widerspruch zu dem international gültigen kommerziellen
Walfangverbot. Erreicht wurde diese Fangquote in den vergangenen
Jahren jedoch nicht. In den Fangsaisonen 2006 und 2007 lag die
tatsächliche angelandete Zahl harpunierter Zwergwale jeweils bei
weniger als 600 Tieren. Im Jahr 2006 wurde die Jagd sogar für drei
Wochen ausgesetzt, weil die Walfänger ihre Ware von den bereits
erlegten Tieren nicht absetzen konnten.
"Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind angehalten, sich
dem Problem der Waljagd in europäischen Gewässern zu stellen und eine
entsprechende klare Position gegenüber Norwegen und Island
einzunehmen. Dazu gehören auch Verhandlungen mit der dänischen
Regierung, die seit Jahren die Bemühungen der Walfangländer zur
Legalisierung des kommerziellen Walfangs unterstützt und somit gegen
die Zielsetzung gültiger Rechtsbestimmungen der Europäischen Union
agiert" sagt Nicolas Entrup, Sprecher der internationalen Wal- und
Delfinschutzorganisation WDCS in Deutschland.
Norwegens fortwährender kommerzieller Walfang kostet die Regierung
hunderttausende Euro an Subventionen. Diese beinhalten die Befreiung
von der Treibstoffsteuer sowie die Entsorgung, Lagerung und
Verarbeitung des Walfetts für das es im eigenen Land keinen Markt
gibt. Auch finanzierte die norwegische Regierung die Errichtung der
neuen Walverwertungsanlage Lofothval. Entsprechend intensiv sind die
Bestrebungen der Walfangstaaten, das internationale Handelsverbot für
Walprodukte aufzuheben. Dieser Versuch schlug jedoch bei der
Artenschutzkonferenz (CITES) im Sommer 2007 mächtig fehl.
"Die Walfangländer haben vieles gemeinsam: sie halten sich nicht
an internationale Beschlüsse, die Nachfrage an Walfleisch ist
rückläufig und die jeweiligen Regierungen stellen weiterhin
Steuergelder in Millionenhöhe bereit, um die sinnlosen Waltötungen
fortzusetzen" kommentiert Entrup von der WDCS. "Richtet sich das
Augenmerk der Öffentlichkeit aber meist auf Japan, ist die
kommerzielle Waljagd in Europa von der gleichen Ignoranz gegenüber
internationalen Bestimmungen und Artenschutzbemühungen geprägt"
kritisiert Entrup.
Originaltext: Whale and Dolphin Conservation Society
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- Pressekontakt
- Nicolas Entrup, WDCS, T. 0171 1423 117,
E-Mail. nicolas.entrup ät wdcs.org
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