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Bundesamt für Naturschutz kritisiert EU-Förderung der Biomasse
Hamburg (ots) - Das Bundesamt für Naturschutz kritisiert den
Vorstoß der EU, den Anbau von Biomasse zu fördern. "Ich halte die
Initiative, Stilllegungsflächen jetzt wieder zur Bewirtschaftung
freizugeben, nicht für angemessen", sagt Beate Jessel, die Leiterin
des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), in der neuesten Ausgabe des
"Greenpeace Magazins". Die stillgelegten Flächen "haben sich zu
wichtigen Rückzugsräumen in der Agrarlandschaft entwickelt",
argumentiert Jessel. Diese sollten nicht aufgegeben werden, um die
steigende Nachfrage nach Biomasse zu bedienen. "Es wäre gut, wenn man
hier mit mehr Bedacht vorgehen würde." Sie schlägt vor, "einen
Kulturlandschaftsbonus einzuführen. Der würde verträgliche
Nutzungsformen, zum Beispiel bestimmte Fruchtfolgen, fördern oder
auch den Anteil von Mais begrenzen."
Das BfN ist federführend in der Vorbereitung der
UN-Naturschutzkonferenz, die vom 19. bis 30. Mai in Bonn stattfindet.
Jessel plädiert im "Greenpeace Magazin" für neue Geldquellen, aus
denen Entwicklungsländer für den Erhalt der Artenvielfalt honoriert
werden: "Es gilt, etwa Gewinne aus dem CO2-Emissionshandel
anzuzapfen." Zur Naturschutzkonferenz werden 5000 internationale
Teilnehmer erwartet. Jessel erhofft sich von ihr "wesentliche
Fortschritte für die bessere Vernetzung von Schutzgebieten sowie den
Schutz der Wälder und Meeresökosysteme".
Der UN-Erdgipfel hat 1992 in Rio de Janeiro eine Übereinkunft zum
Schutz der biologischen Vielfalt geschlossen. 189 Staaten und die EU
haben das Abkommen unterzeichnet. Die neunte Konferenz in Bonn ist
das letzte Treffen vor einem Etappenziel: Bis 2010 will die
Weltgemeinschaft den Verlust der biologischen Vielfalt entscheidend
begrenzen.
Originaltext: Greenpeace Magazin
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