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Energie für Europa
Tiefer in den Sumpf des amerikanischen Energiemonopoly\'s
"Zeit"-Autor Thumann macht sich Sorgen um die europaeische Energieversorgung
und stellt ein Projekt vor, dass geeignet ist, Deutschland und Europa in die
US-Kriegsfront im Irak einzubinden: Gas fuer Europa koennte aus dem Irak
zugeliefert werden.
Sorgen macht Thumann jedoch, ob der Westen in der Lage ist und bleibt, die
Zuwegung zu kontrollieren.
Zur Bewertung und Einschaetzung der Problematik, unsere nachfolgende Analyse,
Kommentar und Hinweis auf die Alternativen
Das globale Oel- und Gas-Monopoly wurde weitgehend von den USA installiert und
ueberwiegend dominiert, ebenso, wie eine Vielzahl von politischen Events und
Raubzuegen sich damit verbindet (nicht zuletzt der Krieg um den Irak und seine
ca. 330 Milliarden Barrel Erdoel im Gesamtwert von inzwischen 35 Billionen
Dollar).
Leider sind in den letzten Jahren nun mehrere relevante Projekte in diesem
Kontext "in die Hose gegangen", so dass man nun in die Bredouille geraet und
das Publikum in die Loesung dieser Fragen involviert.
Scheitern der westlichen Zugriffe
Geplatzt bzw. auf Eis liegen bisher noch einschlaegige Vorhaben, wie die
Uebernahme der russischen Reserven: die Abspaltung Tschetscheniens z.b.
scheiterte ebenso, wie der Zugriff auf das russische Oel und Gas durch einen
gewissen Herrn Chodorkovsky, dessen Aufgabe es war, als Praesident Putin zu
ersetzen, um den USA die russischen Reichtuemer auf dem Silbertablett zu
servieren.
Immerhin gelang der Zugriff auf Aserbeidschan und die wichtige Pipelinestrecke
ueber Georgien. Und auch die wichtigen Pipelines durch die Ukraine sind
halbwegs unter Kontrolle, nachdem aus dem Westen der Wahlkampf der "orangenen"
ueppig gesponsort wurde.
Problemfall Iran
Das zentrale ungeloeste Projekt bleibt natuerlich der Zugriff auf den Iran und
seine riesigen Oel- und Gasvorkommen: dass die Bush-Regierung dies bisher nicht
auf die Reihe bekam, werden ihr viele als Versagen ankreiden: dass dies Projekt
mehrere Millionen Iraner das Leben kosten und ihr Land verwuesten wuerde, wie
den Irak, ist dabei ziemlich nebensaechlich.
Das Problem aber ist, dass es bisher nicht gelang, ein politisch-militaerisches
Arrangement zu erreichen, das die Ergebnisse eines Kriegs auch nur halbwegs
beherrschbar machen wuerde.
Die westlichen Medien hingegen haben ihren Teil der Agenda weitgehend
abgearbeitet: das Publikum wuerde Bush und seinen Verbuendeten heute (wieder
einmal) abnehmen, dass es nicht um Oel und Gas, um weltweite Dominanz der
Energieressourcen ginge, sondern (wie bereits im Irak) um bedrohliche
Massenvernichtungswaffen, Sicherheit, Menschenrechte, Demokratie und aehnlich
hehre Ziele.
Wende zur Vernunft?
Leider ist eine Wende zur Vernunft bisher nicht in Sicht. Der Blick im Westen
ist weiterhin vernebelt, die Spielsucht der Strategen im Sog des "great game"
das einstmals bereits Hitler und seine Generaele durch ihren Vorstoß auf das
kaukasische Oel in den Abgrund von Stalingrad stuerzte, ist unueberwindlich:
heute im Irak, in Afghanistan, im Sudan und (baldmoeglichst) auch im Iran.
Dabei koennte man sehr viel leichter bekommen, was man / die Industrie und die
Verbraucher des Westens benoetigen: Energie, und das praktisch ohne Ausstoss
von Treibhausgasen, wenn man sich endlich der Vernunft und ihren Optionen
zuwenden wuerde, anstatt den militaerisch-industriellen Komplex, den bereits
US-Praesident Eisenhower als groeßte Bedrohung der westlichen Demokratie
erkannte, weiter zu fuettern.
Der Mittelmeerraum und seine Anrainer bieten ein Potenzial an Solarenergie,
dass man hiermit den kompletten Energiebedarf der Welt zehnfach abdecken
koennte.
Solarenergie als Schluessel
Zum Nachrechnen: 1 Quadratmeter dort wird versorgt mit einer Sonneneinstrahlung
von 2000 kWh/Jahr, d.h. ein Quadratkilometer mit 2 Milliarden kwh. Die BRD
vberbraucht derzeit 4000 Milliarden kWh gesamt (inkl. Oel, Kohle usw), so dass
wir eine Flaeche von 2000 km2 benoetigten. Wenn wir korrigieren um die
Effizienz, die wirtschaftlich ca. 10 - 20% erreicht, kommen wir auf 10 - 20.000
km2; das sind wenige Promille der Flaeche der Sahara, ein
Flaechennutzungsbedarf, den man auf ca. 2 Dutzend Laender streuen koennte um
einseitige Abhaengigkeiten zu vermeiden.
Der Strom kann produziert werden durch Parabolrinnenkraftwerke bei
Gestehungskosten von ca. 5 ct / kWh und uewrde damit billiger, als die
bishereige Versorgung durch importierte Energietraeger. Fuer den Transfer z.b.
nach Norddeutschland kann man Gleichstromhochspannungsleitungen verwenden, die
knapp 90% der eingespeisten Energie bei uns ankommen lassen.
Desertec / Club of Rome
Das Ganze wurde bereits vor Jahren vom Club of Rome aufgegriffen und unter dem
Label "Desertec" annonciert.
Sein Problem: es bietet nicht mehr viel Anlass zur Massenproduktion von
Panzern, zur Beschaeftigung von zehntausenden in Soeldnerarmeen, zu
Heldenmythen von KSK-Einsaetzen, zur Verteidigung Deutschlands am Hindukusch
oder am Horn von Afrika usw.. Auch die Verwandlung des Nord- und Ostseeraumes
in eine subtropische Zone wuerde dadurch nicht mehr befoerdert.
Und USA / NATO haetten nicht mehr viele Moeglichkeiten an den Haehnen der
Energieversorgung herumzuspielen und dadurch die betroffenen Laender zu
erpressen.
Aber selbstverstaendlich ist es viel attraktiver in der gegenwaertigen
Situation auf Gas zu schauen, das aus dem Irak kommt: anschliessend waere
Deutschland als Verbuendeter der USA eingereiht in die Irakkriegsfront um die
widerspenstigen Bewohner dort zur Raison zu bringen, die Arbeitsplaetze der
Soeldnerarmeen, bei Halliburton und in der gesamten Kriegsindustrie waeren
gesichert, und das Pulverfass Mittlerer Osten bleibt uns erhalten.
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