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junge Welt, 08.07.2008
Knastdemo nach Moabit
Berlin: Linke Gruppen fordern Solidarität mit kurdischer
Freiheitsbewegung. Demonstration am Donnerstag
Von Nick Brauns
Der staatlichen Repression entgegentreten – Schluß mit der Verfolgung
der kurdischen Freiheitsbewegung – Freiheit für alle politischen
Gefangenen – Weg mit den §§ 129, 129a und 129b!« – unter diesem Motto
ruft das Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin am Donnerstag zu einer
Demonstration auf.
Unterstützt wird die Demonstration unter anderem von den
Solidaritätsgruppen für die in Berlin inhaftierten antifaschistischen
Gefangenen Christian S. und Andrea N., der Roten Hilfe und dem
Anarchist Black Cross. Letztere Gruppe demonstriert dabei unter dem
weitergehenden Motto »Gegen alle Zwangsanstalten«.
All zu oft werde übersehen, daß sich der überwiegende Teil der
Verfahren nach Paragraph129 kriminelle Vereinigung, §129 a
terroristische Vereinigung und §129b ausländische terroristische
Vereinigung gegen Migranten aus der Türkei und Kurdistan richtet,
beklagen die Demoveranstalter. In diesem Jahr wurden bereits mehrere
Kurden unter dem Vorwurf der Mitgliedschaft in der verbotenen
Arbeiterpartei Kurdistans PKK zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt,
weitere befinden sich auch in Berlin in Untersuchungshaft.
Augenblicklich findet zudem in Stuttgart-Stammheim ein Prozeß gegen
fünf türkische Linke wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer
»ausländischen terroristischen Vereinigung« statt.
Die Demonstration am Donnerstag beginnt um 18.30 Uhr vor dem Berliner
Hauptbahnhof und führt zuerst zur JVA Plötzensee, wo der Antifaschist
Christian S. eine dreijährige Haftstrafe wegen Barrikadenbaus gegen
einen Neonaziaufmarsch verbüßt. Weiter geht es zum Gefängnis in Moabit.
Geplant ist abschließend ein Abstecher zum Bundesinnenministerium, um
gegen das Verbot des kurdischen Fernsehsenders Roj TV zu protestieren.
kurdistan.blogsport.de
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