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Antirepressionsdemo
10.7.2008 :: 18.30 Uhr :: Berlin-Hauptbahnhof
Der staatlichen Repression entgegentreten!
Schluss mit der Verfolgung der kurdischen Freiheitsbewegung!
Freiheit für alle politischen Gefangenen! Weg mit den §§ 129, 129a
und b!
Fast im Wochentakt bombardiert die türkische Luftwaffe unterstützt
von US-Spionageflugzeugen Ziele in Südkurdistan (Nordirak). Parallel
mit dem Krieg in Kurdistan haben sich die Angriffe von Polizei und
Justiz auf politisch aktive Kurdinnen und Kurden in Deutschland
intensiviert. Mehrere kurdische Politiker wurden in diesem Jahr zu
Haftstrafen von bis zu 3 ½ Jahren verurteilt. Ihnen wird die
„Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung“ nach §129 StGB
vorgeworfen – gemeint ist der Kaderapparat der Arbeiterpartei
Kurdistans. Mehrfach kam es zu Razzien in Kulturvereinen,
Privatwohnungen, der Informationsstelle Kurdistan und dem Sender Roj
TV. Gegen Spendensammler kurdischer Vereine wird nicht mehr wie
bisher nur wegen Verstößen gegen das Vereinsgesetz (also das
PKK-Verbot) ermittelt, sondern wegen Bildung einer kriminellen
Vereinigung. Damit droht Knast statt Geldstrafen. Schon das Zeigen
von Fahnen mit dem Bild des auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali
in Isolationshaft gefangenen kurdischen Politikers Abdullah Öcalan
wird in Deutschland verfolgt. Kurdische Jugendliche, die diese Fahne
schwenkten, wurden in Berlin und anderen Städten von der deutschen
Polizei verprügelt und festgenommen.
Auch türkische Revolutionär_Innen werden verstärkt verfolgt. Im
Hochsicherheitsgefängnis von Stuttgart-Stammheim findet der bislang
größte Prozess seit Einführung des §129b StGB im Jahr 2002 wegen
angeblicher Unterstützung oder Mitgliedschaft in einer ausländischen
terroristischen Vereinigung gegen fünf Revolutionäre aus der Türkei
statt. Ihnen wird die Mitgliedschaft in der Revolutionären
Volksbefreiungsfront/Partei DHKP-C vorgeworfen, die in der Türkei
für einen Sturz der oligarchischen Herrschaft und gegen die NATO
kämpft. Ermittlungsverfahren nach §129b STGB laufen auch gegen
mutmaßliche Anhänger der maoistischen TKP/ML. Für die Ermittlungen
nutzt die deutsche Justiz auch Unterlagen aus der Türkei, die
möglicherweise auf erfolterten Aussagen beruhen. Mehreren türkischen
und kurdischen Freiheitskämpfer_Innen droht momentan die
Auslieferung aus Deutschland in den Folterstaat Türkei.
Im letzten Jahr gab es eine ganze Reihe von Protestkundgebungen für
die Freiheit der im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die
militante gruppe mg Verhafteten und derjenigen, die im Vorfeld des
Heiligendammer G8-Gipfels mit Terrorismusverfahren überzogen wurden.
Diese von einem breiten Spektrum getragene Solidaritätsbewegung hat
sicherlich mit zur Freilassung der Verhafteten und einer
Herabstufung des Terrorismusverfahrens von §129a auf §129
beigetragen. Doch oft wird übersehen, dass sich der überwiegende
Teil der Verfahren nach §129 (kriminelle Vereinigung), §129 a
(terroristische Vereinigung) und §129b (ausländische terroristische
Vereinigung) gegen Migranten insbesondere aus der Türkei und
Kurdistan richtet. Insbesondere kurdische Gefangene wurden in den
letzten Jahren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Wir meinen:
Solidarität mit den politischen Gefangene sollte unteilbar sein.
Generell haben staatliche Repression und Knast die Funktion die
ungerechten Zustände im kapitalistischen System zu zementieren. So
soll Kapitalismus-konformes Verhalten auch durch
Repressionsandrohung erzwungen werden. Repression ist weltweit
alltäglich, weil sich täglich Menschen wehren, weil Menschen
weltweit mit miserablen Lebensbedingungen in bestehenden
Herrschaftsstrukturen klar kommen müssen. In einem System, in dem es
nie um die Bedürfnisse des Menschen ging oder geht, finden Menschen
weltweit alternative Konzepte zur eigenen Lebenssicherung. Die
Haftstrafe als höchstes Strafmaß nach Geldstrafe und Bewährung wird
in den Knästen umgesetzt, wo die Regelbrecher_innen eingesperrt und
von der Gesellschaft isoliert werden.
Menschen, die bewusst gegen die bestehenden Herrschaftsverhältnisse
Widerstand leisten und kämpfen werden von der politischen Justiz
besonders verfolgt. So die Gefangenen aus der kurdischen
Freiheitsbewegung, türkische Kommunist_Innen und auch unsere
Freund_innen Andrea und Christian in Berlin. Andrea wurde wegen
ihres Engagements unter anderem gegen Nazis und das rassistische
Abschiebesystem zu einer Haftstrafe von insgesamt 14 Monaten
verurteilt. Sie soll dadurch von ihren entschlossenen politischen
Aktivitäten abgebracht und der Rest der Linken eingeschüchtert
werden.
Freiheit für alle kurdischen und türkischen politischen Gefangenen!
Keine Auslieferungen an den Folterstaat Türkei!
Für eine Gesellschaft ohne Knäste und Zwangssysteme. Freiheit
braucht keine Knäste!
Freiheit für alle politischen Gefangenen! Christian und Andrea
müssen raus!
Schluss mit der Kriminalisierung der kurdischen Befreiungsbewegung
und der Linken aus der Türkei!
Weg mit dem PKK-Verbot!
Weg mit dem DHKP-C-Verbot!
Weg mit den Terrorparagraphen 129, 129a/b STGB!
Quelle: http://kurdistan.blogsport.de/2008/06/18/1072008-
antirepressionsdemo/
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