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Solidaritaetserklaerung mit verfolgten Gewerkschaftern in der Tuerkei

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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

am Freitag findet in Ankara ein spektakulärer Prozess gegen Funktionäre und Mitglieder der Transportarbeitergewerkschaft TÜMTIS statt. Aufgrund ihrer gewerkschaftlichen Tätigkeit droht ihnen langjährige Haft. Die Anklage lautet auf Bildung einer "kriminellen Vereinigung". Die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (DIE LINKE) schickte den inhaftierten und verfolgten Gewerkschaftern die folgene Solidaritätserklärung.

Solidaritätserklärung mit verfolgten Gewerkschaftern in der Türkei

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit großer Sorge beobachte ich die Angriffe der türkischen Regierung auf die Arbei-ter- und Gewerkschaftsbewegung des Landes. Ich habe im Fernsehen mitverfolgt, wie die türkische Polizei am 1.Mai mit Knüppeln und Tränengas gegen Arbeiterinnen und Arbeiter vorging, die ihre Maifeier auf dem Taksim-Platz abhalten wollten. Diese Angriffe glichen den Angriffen der Polizei Ende März auf Feiern der
kurdischen Be-völkerung in der Osttürkei.

Nun sollen Funktionäre und Aktivisten der
Transportarbeitergewerkschaft TÜMTIS zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden, weil sie sich für die Interessen der arbeitenden Menschen eingesetzt haben. Weil sie ihr Recht auf gewerkschaftliche Organisation und Aktion nutzten, werden sie von der türkischen Justiz als „kriminelle Ver-einigung“ verfolgt. Es droht sogar ein Verbot der Gewerkschaft TÜMTIS. Ebenso wie TÜMTIS werden weitere Gewerkschaftsaktivistinnen und Aktivisten etwa von SES und Haber-Is verfolgt.

Ich weiß, dass viele Menschen in der Türkei die Hoffnung gehegt hatten, durch den Beitrittsprozess der EU würde sich die
Menschenrechtslage verbessern. Inzwischen sehen wir deutlich, dass die Europäische Union zu schweren Menschenrechtsverletzungen etwa in den kurdischen Landesteilen aber auch zu den Angriffen auf die Ar-beiterbewegung schweigt. Stattdessen verlangt die EU-Kommission von der Türkei weitere Privatisierungen zur Durchsetzung einer neoliberalen Wirtschaftspolitik. Dies bedeutet neue soziale Härten für die Werktätigen und Armen des Landes. Die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Erdogan meint, die Menschen mit religiösem Opium sättigen zu können, während sie gleichzeitig die neoliberalen Auflagen von EU, Weltbank und IWF im Land umsetzt. Dagegen wehren sich die Gewerkschaften in der Türkei zu Recht.

Die Arbeiterbewegung ist heute ein Dynamo bei der wirkliche Demokratisierung der Türkei und der Verteidigung sozialer
Grundrechte der Bevölkerung.

Ich fordere von der türkischen Regierung, die Verfolgung der Gewerkschaftsbewegung sofort einzustellen und alle inhaftierten Gewerkschafter und Arbeiteraktivisten sofort frei zu lassen.

Leider ist es mir nicht möglich, persönlich an dem Gerichtsverfahren gegen die TÜMTIS-Kollegen in Ankara teilzunehmen. Ich drücke Euch meine Solidarität aus und bin zuversichtlich, dass die gerechte Sache der Werktätigen siegen wird.

Hoch die internationale Solidarität!

Mit freundlichen Grüßen,

Ulla Jelpke, MdB
Innenpolitische Sprecherin
Fraktion DIE LINKE

Platz der Republik 1
11011 Berlin

Tel: (030) 227-71253
Fax: (030) 227-76751
Mail: ulla.jelpke@bundestag.de

Web : http://www.ulla-jelpke.de

http://www.linksfraktion.de/

06.06.08    Kurdistan Infos <kigb@gmx.de>
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