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AZADI - RECHTSHILFEFONDS für Kurdinnen und Kurden in Deutschland e.V.
Pressemitteilung
28. Februar 2008
Razzia und Festnahmen im Zentrum für kurdische Kultur und Sprache in
Kassel
Obwohl der Vereinsvorsitzende die Türe öffnen wollte, drangen
gestern Nachmittag etwa 100 Polizeikräfte gewaltsam in das Zentrum
für kurdische Kultur und Sprache e.V. in Kassel ein und durchsuchten
alle Räumlichkeiten. Der Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts
Frankfurt/M., der die Anordnung mit Ermittlungen wegen Aktivitäten
der "PKK-Nachfolgeorganisation KONGRA-GEL" und deren Unterstützung
begründet, datiert vom 4. Februar 2008. Sieben Personen wurden
festgenommen, sechs am späten Abend nach erkennungsdienstlicher
Behandlung wieder freigelassen; ein Kurde, Hemo Ö., befindet sich
weiterhin in Haft. Er wird beschuldigt, im Raum Kassel
"Spendensammlungen und sonstige Aktivitäten zu koordinieren" und zu
diesem Zweck "Treffen im Zentrum für kurdische Kultur und Sprache
abzuhalten".
Im Zuge der Durchsuchung wurden zahlreiche Bücher, Zeitschriften,
PC, handys, Ordner und Vereinsunterlagen beschlagnahmt.
Azadî protestiert schärfstens gegen diese Polizeiaktion, die in
einer Zeit äußerster Anspannung aufgrund des von der Türkei
angezettelten Krieges gegen die kurdische Guerilla im Nordirak,
durchgeführt wurde. Nicht der Aggressor steht in Deutschland im
Zentrum der Kritik und Ächtung, sondern unverändert sind es die
Kurden, die ungeachtet aller Bemühungen um friedliche
Lösungsvorschläge der ungezügelten Verfolgung ausgesetzt werden. Die
politisch Verantwortlichen in Deutschland unterstützen mit der
Stigmatisierung der Kurden als "kriminell" oder "terroristisch" die
Kriegstreiberei des NATO-Partnerlandes Türkei. Anfang Februar erst
hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bei einem Besuch in
Ankara seinem Kollegen Besir Atalay zugesagt, Deutschland werde
"entschlossen" gegen "jede Form von Terrorismus" und gegen die PKK
vorgehen. Als sei der türkisch-kurdische Konflikt ein
"Terrorismus"-Problem. Die deutsche Politik sollte ihre Energie
dafür aufbringen, nach einem politischen Weg zu suchen, um der seit
Jahrzehnten schwelenden und ungelösten Frage endlich zu einer Lösung
zu verhelfen, statt der Türkei auf ihrem Kriegspfad zu folgen. Er
wird in eine Sackgasse führen !
RECHTHILFEFONDS AZADI e.V., Graf-Adolf-Str. 70A, 40210 Düsseldorf;
Tel: 0211-8302908
e-mail: Azadi@t-online.de;
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werden ausgestellt.
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