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Pressemitteilung 24.08.2007
BI prangert Kriminalisierung von Atomkraftgegnern an
Wie erst vorgestern bekannt wurde, hat die Polizei am 16. August die
Wohnung eines Bonner Atomkraftgegners durchsucht und seine EDVAusstattung
beschlagnahmt. Das Mitglied der Anti-Atom-Gruppe Bonn sei
verdächtig, öffentlich zu Straftaten aufgefordert zu haben, heißt es in dem
Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Bonn. Die Atomkraftgegner
hatten im Juni auf ihrer Internetseite www.antiatombonn.de
<http://service.gmx.net/de/cgi/derefer?DEST=http%3A%2F%
2Fwww.antiatombonn.de%2F> angekündigt, an den Blockaden des
Bündnisses "Block G8" gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm teilzunehmen.
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) verurteilt die
Hausdurchsuchung und Beschlagnahmung und fordert die Einstellung des
Ermittlungsverfahrens. "Das Vorgehen der Ermittlungsbehörden dient
offensichtlich ausschließlich dem Ausspionieren und der versuchten
Einschüchterung von Anti- Atom- sowie Anti- G8- Protestszene", so Kerstin
Rudek, Vorsitzende der BI.
In diesen Zusammenhang gehörten auch die Razzien gegen G8-Gegner im
Mai und die Verhaftung des Wissenschaftlers Andrej H. wegen angeblichen
Terrorismusverdachts. "Die Willkür, mit der einzelne Personen und
Gruppierungen Repressionen ausgesetzt werden, soll offenbar ein Klima der
Angst schaffen, um politisch engagierte Menschen mundtot zu machen",
vermutet Rudek.
Die Vorwürfe des Durchsuchungsbeschlusses beziehen sich auf das
Konzept von "Block G8", das die Bonner Anti-Atom-Gruppe in ihren Artikel
zitiert hatte. Von "gewaltsamem Wegdrücken" ist allerdings nirgends die
Rede. Im Gegenteil: Die Atomgegner bekennen sich ausdrücklich zu
"gewaltfreiem Widerstand gegen Atomkraft und G8". Gewaltfreie Blockaden
sind nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes keine
Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit.
"Die Bonner Hausdurchsuchungen sind ein massiver Angriff auf die
politische Meinungsfreiheit allgemein und auf das Demonstrationsrecht im
besonderen", so Rudek weiter. Aufgrund langjähriger Erfahrungen mit
Einschränkungen dieser Art im regelmäßig rechtsfreien Raum Gorleben zu
Zeiten der Castortransporte im Wendland sei man sensibilisiert für einen
derartigen Verfall von Grundrechten und zeige sich solidarisch mit den
Betroffenen.
Kerstin Rudek 05882 987436
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