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Gemeinsame Pressemitteilung von attac Bonn, Anti-Atom-Gruppe Bonn, Netzwerk
Friedenskooperative Bonn
Bonn, den 22. August 2007
Hausdurchsuchung wegen Einladung zu G8-Gipfel
Bundesweite Empörung über Kriminalisierung eines Bonner Atomkraftgegners
Bonner AtomkraftgegnerInnen hatten im Juni auf ihrer Internetseite angekündigt,
an Blockaden gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm teilzunehmen. Daraufhin
durchsuchte jetzt die Polizei das Haus eines Bonners und beschlagnahmte seinen
Computer.
Mit Empörung reagierten die an den Protesten gegen den G8-Gipfel beteiligten
Organisationen auf den bundesweit bisher beispiellosen Fall. Sowohl in Bonn als
auch bundesweit fordern zahlreiche Verbände, Gruppen und Parteien von den Bonner
Ermittlungsbehörden die sofortige Einstellung des Verfahrens.
Aus einem Artikel auf der Internetseite www.antiatombonn.de, in dem der Aufruf
des Bündnisses "Block G8" zitiert wurde, leitete die Staatsanwaltschaft Bonn den
"Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten" ab.
Die Anti-Atom-Gruppe Bonn wertete die Hausdurchsuchung und Beschlagnahme als
massiven Eingriff in die Grundrechte. Wer sich gegen die Politik der G8
engagiere, stünde offenbar selbst zwei Monate nach dem Gipfel von Heiligendamm
noch immer unter polizeilichem Generalverdacht, erklärte der Bonner
Atomkraftgegner Jörg Mühlenhoff.
Mit dem konstruierten Vorwurf sollten G8-GegnerInnen in eine kriminelle Ecke
gestellt werden, so Manfred Stenner, Geschäftsführer des Netzwerks
Friedenkooperative mit Sitz in Bonn. Stenner wies darauf hin, dass der Verlauf
der Blockaden rund um Heiligendamm von Seiten der Blockierenden in keiner Weise
gewalttätig war und alles dafür getan wurde, auf massive Ein- und Übergriffe der
Polizei deeskalierend zu reagieren.
"Hier geht es offensichtlich erneut darum, die G8-Protest-Szene auszuspähen und
zu kriminalisieren", sagte Dagmar Paternoga vom Koordinierungskreis attac Bonn.
Mona Bricke, die im Bad Godesberger Forum Umwelt und Entwicklung die Aktivitäten
der Nichtregierungsorganisationen zum Heiligendamm-Gipfel koordiniert hatte,
erklärte: "Es geht nicht an, dass allein die Darstellung eines klar als
Dokumentation gekennzeichneten Aufrufes zu Blockaden, die im Übrigen äußerst
friedlich verlaufen sind, zur Kriminalisierung des Domaininhabers führen. Sollte
diese Art richterlichen Vorgehens Schule machen, wäre das eine ernstzunehmende
Einschränkung der freien Meinungsäußerung und würde die Arbeit vieler
Nichtregierungsorganisationen deutlich behindern".
Sebastian Nickel, Rechtsanwalt des Betroffenen, sprach von einem völlig
unverhältnismäßigen Vorgehen.
- Hintergrund
-
Auf Anordnung der Richterin Vera von Schnakenburg (Amtsgericht Bonn), führte die
Abteilung Staatsschutz der Bonner Kriminalpolizei am 16. August 2007 zwischen
06.50 Uhr und 07.50 Uhr eine Hausdurchsuchung bei einem Bonner Atomkraftgegner
durch, der technischer Administrator der Internetadresse www.antiatombonn.de
ist.
Die Beamten durchsuchten seine Wohnung, um die Urheberschaft des auf die
Internetseite www.antiatombonn.de eingestellten Artikels "Bonn goes G8: Bewegen,
blockieren, bleiben" zu ermitteln. Vor Ort wurden Unterlagen des Betroffenen
gesichtet und - obwohl der Tatvorwurf dabei nicht belegt werden konnte -
schließlich seine komplette EDV-Ausstattung beschlagnahmt.
Bei dem zitierten Artikel handelt es sich um eine inzwischen veraltete
Ankündigung der Anti-Atom-Gruppe Bonn, an den gewaltfreien Blockaden des
bundesweiten Bündnisses "Block G8" teilzunehmen. Die Anti-Atom-Gruppe Bonn hatte
im Mai 2007 unter anderem mit einem öffentlichen Training in gewaltfreier Aktion
im Bonner Hofgarten gegen den G8-Gipfel mobilisiert.
Weitere Informationen/Kontakt:
Jörg Mühlenhoff, Anti-Atom-Gruppe Bonn, Tel. 0228 - 4221370
Dagmar Paternoga, attac Bonn, Tel. 0172 - 2091692
Manfred Stenner, Netzwerk Friedenskooperative Bonn, Tel. 0228 - 692904
Sebastian Nickel, Rechtsanwalt, Tel. 0521 - 7845155
http://www.antiatombonn.de
kontakt ät antiatombonn.de
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