|
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg e.V.
Drawehner Str. 3 29439 Lüchow
www.bi-luechow-dannenberg.de
Büro: Tel: 05841-4684 Fax: -3197
büro ät bi-luechow-dannenberg.de
Pressesprecher: Francis Althoff 05843 986789
presse ät bi-luechow-dannenberg.de
Pressemitteilung 27.03.08
BI-Vorstandsmitglied muss nicht zur ED - Behandlung
Polizeidirektion Lüneburg kneift vor Verwaltungsgerichtsentscheidung
Das langjährige Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative Umweltschutz
Lüchow-Dannenberg e.V. (BI), Dieter Metk, muss keine
Erkennungsdienstliche Behandlung über sich ergehen lassen. Die
Polizeidirektion Lüneburg mit ihrer speziell eingerichteten "EG Castor"
(Ermittlungsgruppe Castor) hat vorgestern (25. 3.2008) den gegen Metk
gerichteten Bescheid zur ED - Behandlung aufgehoben, und sich damit einer
für Freitag angesetzten Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg
entzogen.
Metk war im Juni letzten Jahrs von der Polizeidirektion Lüneburg gemäß §
16 des Niedersächsischen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes bestellt
worden, da gegen ihn "diverse Ermittlungsverfahren" in Zusammenhang mit
Protestaktionen gegen Castor-Transporte eingeleitet worden waren. Der
Vorwurf lautete z.B. auf "Abhalten einer nicht angemeldeten Versammlung"
,"Bannmeilenverstoß" oder "Unbefugtes Betreten von Bahnanlagen". Die
meisten dieser Bußgeldverfahren waren bereits von der Staatsanwaltschaft
eingestellt worden oder er war schon vom Gericht freigesprochen worden.
Die PD Lüneburg dagegen sah darin ein "Tatverhalten im Bereich der
politisch motivierten Straftaten und Ordnungswidrigkeiten von erheblicher
Bedeutung" und "aus kriminalistischer Sicht" eine "große
Rückfallwahrscheinlichkeit". Der Atomkraftgegner sei "politisch
motiviert", nehme "seit Jahren regelmäßig an Demonstrationen und
Versammlungen im Rahmen des Widerstandes" gegen Atommülltransporte teil.
Zudem handele es sich um einen "Überzeugungstäter", der "seine
Grundrechte auf freie Meinungsäußerung, Versammlungs- und
Demonstrationsfreiheit intensiv" wahrnehme.
Nachdem sich der solchermaßen Beschuldigte bereits im Eilverfahren vor
Verwaltungs- und Oberverwaltungsgericht erfolgreich gegen die
umfangreiche ED - Behandlung (Abnahme von Fingerabdrücken, Fotos,
Vermessung des Körpers, Auflistung von besonderen Kennzeichen, wie
Tätowierungen usw.) gewehrt hatte, wollte die PD dennoch das
Hauptverfahren durchführen. Vor der bereits vor Wochen angesetzten
mündlichen Verhandlung haben die CASTOR -Kriminalpolizisten jetzt wohl
doch kalte Füße bekommen, und die Anordnung der ED - Behandlung lieber
von sich aus zurückgenommen.
Kontakt: Dieter Metk, Tel.: 05841 / 6451
RAin Ulrike Donat, Tel.: 040 / 39 10 61 80
|