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Bayerisches Staatsministerium des Innern
Pressestelle
Online-Datenerhebung (PM 44/08 vom 08.02.08)
Keine Online-Datenerhebung bei Berufsgeheimnisträgern wie Ärzten,
Anwälten, Geistlichen oder Journalisten
Herrmann: "Gegenteilige Befürchtungen entbehren jeder Grundlage"
Bei einer Veranstaltung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und
des Bayerischen Verbandes für Sicherheit in der Wirtschaft im Vorfeld der
Münchner Sicherheitskonferenz ist Innenminister Joachim Herrmann heute
Befürchtungen wegen der geplanten Online-Datenerhebung entgegengetreten:
"Das Arzt- und Anwaltsgeheimnis, das Beichtgeheimnis und
selbstverständlich auch das Redaktionsgeheimnis bleiben bei der
Novellierung des Verfassungsschutzgesetzes voll gewahrt. Niemand will das
antasten. Ein Anwalt, der seinen Mandanten vertritt, ein Journalist, der
recherchiert, ein Arzt, der lediglich seinen Patienten behandelt, oder
ein Geistlicher, der seelsorgerisch tätig ist, die Beichte abnimmt, wird
selbstverständlich auch künftig nicht mittels Online-Datenerhebung vom
Verfassungsschutz beobachtet. Gegenteilige Befürchtungen entbehren jeder
Grundlage und beruhen auf Fehlvorstellungen darüber, in welchen Fällen
Online-Datenerhebungen im Rahmen der geplanten Novelle des Bayerischen
Verfassungsschutzgesetzes zulässig sein sollen. Die Online-Datenerhebung
darf wie bisher schon die Telefonüberwachung nur in engen Ausnahmefällen
bei einer Person angeordnet werden, bei der Hinweise auf eine sogenannte
''Katalog-Tat'' wie z.B. Bildung einer terroristischen Vereinigung
vorliegen, oder bei dessen Helfershelfern. Eine Online-Datenerhebung bei
einem Berufsgeheimnisträger scheidet damit aus, wenn er nicht selber z.B.
Sprengsätze zusammenbaut." Im übrigen machte Herrmann deutlich, dass
Online-Datenerhebungen auf ganz wenige Fälle im Jahr begrenzt sein
werden. Außerdem müsste jede Online-Datenerhebung von der unabhängigen G-
10-Kommission des Bayerischen Landtags genehmigt werden.
( Ganze Meldung unter http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2008/44.php )
Pressesprecher: Karl Michael Scheufele
Telefon: (089) 2192 -2114
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