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## Nachricht vom 01 Oct 03 weitergeleitet
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## Betreff : DIR-ML: Länder beim Kopftuch uneinig (FR)
## Ersteller: dirinfo@web.de (D.I.R. e.V.)
## Msg-ID : 3F7B08B1.7265.1338744@localhost
TI: Länder beim Kopftuch uneinig
QU: Frankfurter Rundschau
DA: 01.10.2003
SW: Isl; Sch; D; Gez
AB: Bayern und Saarland für Verbotsgesetze, Rheinland-Pfalz dagegen
Bayern und Saarland für Verbotsgesetze, Rheinland-Pfalz dagegen
Bayern arbeitet an einem Gesetzentwurf, um Lehrerinnen zu untersagen,
an öffentlichen Schulen ein Kopftuch zu tragen. Auch die saarländische
CDU-Landtagsfraktion sprach sich für ein Kopftuch-Verbot im
öffentlichen Dienst aus. Rheinland-Pfalz will dagegen auf ein Verbot
verzichten.
München · 30. September · ih/dpa/ap · Die Bundesländer reagieren damit
auf das "Kopftuch-Urteil" des Bundesverfassungsgerichts, das den
Ländern eigene Regelungen ermöglicht. Die bayerische Kultusministerin
Monika Hohlmeier (CSU) kündigte an, bis Ende November einen
Gesetzentwurf vorzulegen. "Es muss ein eindeutiges Verbot von Symbolen
geben, die sich gegen die Wertordnung des Grundsgesetzes und der
Bayerischen Verfassung richten oder geeignet sind, den Schulfrieden zu
stören", sagte sie am Dienstag in München.
Es komme nicht darauf an, wie die Trägerin das Kopftuch persönlich
interpretiere, sondern auf die Wirkung, sagte Hohlmeier. Sie wies
darauf hin, dass in einigen Ländern die Kopftücher im Unterricht
verboten seien, weil sie als ein Symbol für eine fundamentalistische
Grundhaltung gelten. Und dies habe in den Schulen im Freistaat nichts
zu suchen. "Wir dürfen dem Fundamentalismus und Extremismus an unseren
Schulen keine Tür öffnen." Das Tragen eines Kopftuchs widerspreche den
Vorstellungen und Erwartungen der großen Mehrheit der Eltern und
Schüler hinsichtlich des Erziehungs- und Bildungsauftrags der Schulen.
Anders hingegen verhalte es sich bei den Kruzifixen und den Unterricht
durch Ordensschwestern in Tracht. "Die Kirchen haben sich immer
eindeutig zum Grundgesetz bekannt", so die Ministerin, "da sehe ich
keinen Konflikt."
Die saarländische CDU-Landtagsfraktion will allen Mitarbeiterinnen des
öffentlichen Dienstes das Tragen von Kopftüchern verbieten lassen.
Eine Gesetzesinitiative werde vorbereitet, sagte Fraktionschef Peter
Hans in Saarbrücken. Das Tragen von Kopftüchern stehe der Integration
im Wege: "Ein Kopftuch ist nicht nur ein religiöses Symbol, sondern
auch eine bewusste Abkehr von den Werten, auf denen unsere Demokratie
beruht und ein Zeichen der Intoleranz." Die rheinland-pfälzische
Landesregierung verzichtet auf ein Gesetz zum Kopftuchverbot an
Schulen. Lehrerinnen, die ein Kopftuch im Unterricht tragen wollen,
werden jedoch von der Schulbehörde auf die Pflicht zu religiöser
Neutralität hingewiesen, beschloss das Mainzer Kabinett.
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