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## Nachricht vom 31 Jul 03 weitergeleitet
## Ursprung : SABINE@SABINE.org
## Betreff : DIR-ML: Kommentar - Zweiklassen-Justiz (FR)
## Ersteller: dirinfo@web.de (D.I.R. e.V.)
## Msg-ID : 3F291145.14310.542611@localhost
TI: Kommentar - Zweiklassen-Justiz
QU: Frankfurter Rundschau
DA: 31.07.2003
SW: Usa; R; Pol; G; Jus
AB: Jeremy Morse ist ein weißer Polizist und Donovan Jackson ein schwarzer
Jugendlicher. Morse hat den gefesselten Donovan geschlagen
Von Astrid Hölscher
Jeremy Morse ist ein weißer Polizist und Donovan Jackson ein schwarzer
Jugendlicher. Morse hat den gefesselten Donovan geschlagen. Die Tat
geschah in Inglewood, einer Stadt im Großraum Los Angeles, in der 92
Prozent der Bewohner Schwarze oder Hispanos sind und vier Prozent
Weiße. In der Jury, die mit 7:5 Stimmen Morse freisprach, saßen sieben
Weiße und fünf Afro-, Hispano- und Asian-Amerikaner. Die Rechnung
scheint einfach, und wahrscheinlich stimmt sie, und wenn sie stimmt,
dann handelte die Jury-Mehrheit rassistisch.
In Los Angeles fallen immer wieder weiße Polizisten gegen schwarze
Bürger aus der Rolle, und nicht immer werden die Taten geahndet.
Jeremy Morse ist, immerhin, aus dem Polizeidienst entlassen worden,
noch bevor das Strafverfahren begonnen hatte. Doch die Angst in Los
Angeles bleibt, dass die Wütenden auf die Straße gehen, dass der
ohnmächtige Zorn über die weiße Geschworenen-Mehrheit, die einen
Schlag gegen einen Schwarzen nicht für einen Schlag hält, in
öffentliche Gewalttätigkeit umschlägt. So wie es 1992 war, nachdem im
Fernsehen wieder und wieder gezeigt wurde, wie Rodney King von weißen
Polizisten zusammengedroschen wurde, die später das Gericht als freie
Menschen verließen. Diesmal soll eine Art Friedenskorps, das sich nach
dem King-Fall aus ehemaligen Bandenmitgliedern rekrutierte,
verhindern, dass Unruhen aufflammen.
Es mag gelingen, den Unmut im Jackson-Fall zu besänftigen, aber das
Gefühl, nur zweitklassig zu sein, bleibt auch denen, die sich
friedlich verhalten.
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