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Die Abschiebung von Ndi Findley Nkwate verhindern!

Ndi Findley Nkwate aus dem südlichen Kamerun darf nicht abgeschoben werden!

Findley wurde am Mittag des 8.4.04, als er seinen Ausweis verlängern lassen wollte, festgenommen und direkt zum Frankfurter Flughafen gebracht. Zur Zeit ist er im Abschiebegefängnis in Mannheim.
Die Festnahme direkt vor den Osterfeiertagen bedeutet, dass er zunächst nicht einmal Kontakt zu seinem Anwalt aufnehmen konnte.

Findley ist Mitglied der Mountain Mourners einer politischen Gruppe aus dem südlichen Kamerun, die mit der größten Organisation, dem Südkamerunischen Nationalkongress, SCNC, verbunden sind, dem Widerstand gegen die Diktatur von Biya, der seit Jahrzehnten in Kamerun eine korruptes und brutales Regime führt.
Die Mountain Mourners sind vor etwa 4 Jahren von Kamerun nach Deutschland gekommen, als die Verfolgung des Südkamerunischen Widerstands gerade eskalierte. Es gibt u.a. von Amnesty International vielfache Berichte über Inhaftierung, Folter, Verschwindenlassen und grausame Polizeieinssätzen gegen Oppositionelle besonders im südwestlichen, englischsprachigen Teil, dem Südlichen Kamerun.
Die Mitglieder der Gruppe haben hier Asyl beantragt. Sie haben während des Asylverfahrens trotz aller Schwierigkeiten, verstreut in verschieden Asyllagern in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und behindert durch die so genannte Residenzpflicht (das Verbot den Landkreis zu verlassen) keinen Moment aufgehört, um eine Änderung der Verhältnisse in Kamerun zu kämpfen. Sie haben es trotz Gefahren und fehlender Mittel geschafft immer wieder zusammen zu kommen, um auf die Lage im südlichen Kamerun aufmerksam zu machen.
Ein politisches Theaterstück über die Geschichte und Gegenwart im südwestlichen Teil von Kamerun hat an verschiedensten Orten in Deutschland überhaupt erst dazu beigetragen, dass vielen hier die Lage und der Widerstand gerade in diesem Teil von Kamerun bekannt wurde. Radiosendungen, Demonstrationen, Veranstaltungen, Kontaktaufnahmen mit Parteien, politische Aktionen im SCNC, waren Teil der ständigen Aktivitäten, die Findlay als Mitglied der Mountain Mourners immer wieder mit organisiert hat. Er ist außerdem Mitglied der Nationalversammlung des Südlichen Kameruns und der Jugendorganisation der Südlichen Kameruner.

Die Mountain Mourners waren in der Tat ununterbrochen als politische Gruppe aktiv. Das heißt etwas, wenn man jedes mal über 300 km oder mehr Entfernung zusammenkommen muss, keine Genehmigung dafür bekommt und dauernde Angst vor Polizeikontrollen haben muss. Dann nicht aufzugeben, das bedeutet etwas. Außerdem ohne Geldmittel und konfrontiert mit einer Ignoranz der Behörden der gesamten Lage in Kamerun gegenüber.
Die Gruppe war schon immer den Behörden in Kamerun als Teil der Opposition bekannt. Mit ihren Aktivitäten in Deutschland, insbesondere vor der Kamerunischen Botschaft in Bonn sind sie dem Regime in Kamerun nun als Vorkämpfer für die Unabhängigkeit des Südlichen Kamerun in Deutschland bekannt - mit allen Konsequenzen. Dies ist alles bisher noch nicht einmal wahrgenommen worden und es bedeutet reale Gefahr für das Leben von Findley, wenn er abgeschoben würde.

Mitarbeit in der "Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migranten" war genauso Teil des Engagements von Findley wie die Beteiligung an lokalen Aktionen z.B. in Karlsruhe.

Zuletzt beteiligte sich Findley an einer von afrikanischen Flüchtlingen organisierten Demonstration in Karlsruhe am 18.03.04, die sich gegen die Diktaturen in Afrika richtete und gegen die Ignoranz der Behörden und Gerichte, die nicht wahrhaben wollen, was in den Länder passiert.

Besonders hervorgetreten sind die Mountain Mourners wie schon erwähnt durch die symbolische Besetzung der Kamerunischen Botschaft in Bonn und weitere Aktionen vor der Botschaft. Besonders dadurch ist die Gruppe mit ihren ständigen politischen Aktivitäten hier gegen das Regime in Kamerun aufgefallen.
Die Gefahr, in der sie waren, als sie aus Kamerun kamen, ist nun um ein vielfaches größer geworden, weil sie hier zu den politisch aktivsten Mitgliedern der Opposition aus Kamerun gehören. Die Botschaft, die der kamerunischen Regierung untersteht, weiß darüber genaustens bescheid.

In welcher Gefahr sich Findley tatsächlich befindet, wird am Schicksal seiner Mutter deutlich. Sie ist im letzen Dezember eine Woche nach einem brutalen Verhör bei der Polizei gestorben. Sie hatten von ihr etwas über Findley erfahren wollen. Die Abschiebung von Findley bedeutet eine unmittelbare Gefahr für ihn. Es ist das schlimmste zu befürchten, wenn die kamerunischen Polizei Zugriff auf einen Aktivisten der Mountain Mourners hätte.

Es darf keine Abschiebung nach Kamerun geben !
Politisches Asyl für die Mountain Mourners!
Freiheit für Ndi Findley Nkwate !

Bitte schicken Sie Protestschreiben an die folgenden Adressen:

Innenministerium Baden-Württemberg
Dorotheenstr. 6 ,70173 Stuttgart
Telefon Zentrale: 0711/231-4 / Fax: 0711/231-3039

Stadt Sinsheim
74887 Sinsheim
Telefon: 07261/404-0 / Fax: 07261/404-165
e-Mail: Rathaus@Sinsheim.de

Regierungspräsidium Karlsruhe
76247 Karlsruhe
Telefon: 0721/926-0 / Fax: 0721/926-6211
e-Mail: poststelle@rpk.bwl.de

Weitere aktuelle Informationen gibt es im Internet unter:

http://www.carava.net
http://fluechtlinge.kommunikationssystem.de
http://www.humanrights.de

20.04.04    Infoservice <infoservice@kommunikationssystem.de>
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