|
Das Gedenken an den Untergang der Titanic, die allgemeine höchst
brisante Weltlage mit verstärkten militärischen Aktivitäten,
jüngstens der Raketentest Indiens, und die fehlende Wachsamkeit in den
Medien geben Anlass zu folgender Stellungnahme, wie gewohnt zur
Anregung, Verwendung und Weiterverbreitung.
Gruss,
Jan Lenkait
Telefon 02158-1664
Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait, Juristin und Diplomatin a.D.,
40670 Meerbusch
22.4.12
Leitartikel in Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 20.4.12: "Ambition und
Angst" von Tobias Matern
Die Verwundbarkeit des Friedens: Wachsamkeit ist angebracht
Das große Unrecht, das die US-Regierung mit unzähligen Kriegen
begangen hat, nimmt durch neue Konfrontationen zu, weltweit betrieben
von den USA. Nicht nur die falschen Kriegsbegründungen des zweiten
Irak-Kriegs 2003 klagen die aggressive Politik der amerikanischen
Regierungen an, sondern genauso jene unsäglichen Umstände, die zum
ersten Irak-Krieg im Januar 1991 führten, den George Bush Sr. zu
verantworten hat. Lügen und Intrigen sind Instrumente der
amerikanischen Welt-Politik geworden, Lügen und Intrigen, die medial
als bare Münze verkauft werden.
Der erste verhängnisvolle Krieg gegen den Irak 1991 konnte nur
aufgrund einer Menge gut verstrickter amerikanischer Intrigen und Finten
stattfinden. Ohne Aufarbeitung geblieben bildet dieses Vorgehen bis
heute das Muster für alle weiteren perfiden US-Aggressionen.
Es ist höchste Zeit, diesen ständigen verheerenden Weg in den Krieg
gründlich zu recherchieren, ihn an den Pranger zu stellen und die
gegenwärtige Spirale zur Gewalt und Intervention sofort zu stoppen.
Wenn nicht in den USA, mindestens in Europa. Eine öffentliche
Aufarbeitung hat bisher nicht stattgefunden, nicht einmal ansatzweise.
Während die deutsche Bevölkerung in erheblichem Ausmaß gegen den
Krieg eingestellt bleibt, stehen weiterhin die großen Privat-Medien
und eine stagnierende Politik hinter dem Krieg als Mittel von Politik,
glücklicherweise nicht geschlossen. Die USA sind an einer Aufklärung
nicht interessiert, weil sie es als nicht opportun ansehen, ein
bewährtes Muster für ihre weitere Weltherrschaftspolitik zu
demontieren. Folgt die EU demselben verhängnisvollen Weg zu atomarer
Konfrontation und Vernichtung?
Nach dem verheerenden Irak-Krieg 1991 folgten die US-geführten
Aggressionen gegen Jugoslawien 1999, gegen Afghanistan 2001, der zweite
Krieg gegen den Irak 2003 und die grausame Aggression gegen Libyen 2011.
Alle nach demselben Muster des Golfkriegs 1991, nämlich nach
konstruierten Kriegsgründen, Intrigen und Finten. Alle mit
desaströsen Folgen, die nicht nur die USA, sondern auch die
europäischen Staaten bislang nicht bereit sind einzugestehen. Deshalb
das gegenwärtige Schweigen der kompromittierten Medien und Eliten
über Libyen, weil sie das Desaster und Verbrechen der monatelangen
schweren NATO-Bombardierungen mit wahrscheinlich über 70.000 Toten,
hunderttausenden Flüchtlingen und Zerstörung der Infrastruktur des
Landes nicht eingestehen wollen.
Die Paralyse Amerikas in Bezug auf eine Aufarbeitung der enormen
verübten Ungerechtigkeit und Unverhältnismäßigkeit ihrer
destruktiven konfrontativen Außenpolitik dürfte kein Grund für
eine ähnliche Paralyse Europas sein. Wachsamkeit ist angebracht. Ein
professionell unabhängiger Journalismus sollte den ersten Schritt tun,
damit die Radikalität, der Extremismus und die
Unverhältnismäßigkeit der US-Gewaltpolitik entlarvt wird, die
ganze verhängnisvolle Kette der militärischen Kriegsaggressionen
seit dem Irak-Krieg 1991.
Der Kalte Krieg war nicht beendet worden, um Konflikte mit dem Süden
zu verschärfen oder sie sogar zur Eskalation zu treiben. Der Westen
hat beim Golf-Krieg seine Grundprinzipien als bloße Worte über Bord
geworfen. Die damalige Situation am Golf im August 1990 stellte für
den Westen eine konkrete Gelegenheit dazu, seine in unzähligen
Absichtserklärungen proklamierten Werte in der Tat zu bewerkstelligen.
Jedoch war die Welt Zeuge des Gegenteils.
Die erste "Supermacht" der Welt, die sich seit dem Zerfall der
Sowjetunion und aufgrund des fehlenden europäischen Gewichts die
Führung in der Welt um jeden Preis anmaßt, hatte 1991 im Alleingang
einen massiven militärischen Einmarsch in der Golfregion vollzogen.
Die USA wollten die UN-Sanktionen gegen Irak notfalls mit
militärischer Gewalt durchsetzen. Nach ihrer Alleinentscheidung
wollten sie den Irak auch von Lebensmittellieferungen abschneiden, um
die irakische Bevölkerung zum Hunger zu zwingen. Diese Position, die
die Völkergemeinschaft nicht teilen wollte und ein Verstoß gegen die
UN-Charta darstellt, wurde damals lediglich von Großbritannien
unterstützt. Gleichzeitig versuchte Washington von Anfang an den
Konflikt zu internationalisieren, ohne eine politische Lösung
abzuwarten, ohne sie innerhalb der arabischen Welt zu befürworten.
Seitdem ist die Welt Zeuge einer institutionellen Dekadenz. Anstatt das
Recht zu stärken und es seine volle Kraft entfalten zu lassen, zeigt
sich ein korrupter Westen nicht an der Einhaltung des Rechts
interessiert, sondern an seiner Demontage. Die Verwundbarkeit des
Friedens erscheint offenkundig, wenn das Recht und die Kräfte der
Institutionen nicht mehr gelten, sondern der Opportunismus und die
Politik der Stärke herrschen. Diese Exzesse waren schon bei der
Golfkrise 1990 offensichtlich.
Im Golf-Konflikt ist ein Staat zu weit gegangen. Seit dem Vietnam-Krieg
hatten die USA einen Schritt solchen militärischen Ausmaßes nicht
mehr unternommen. Schon damals waren die laufenden Kosten jener
Militärexpedition exorbitant. Eine US-Militäraggression nach der
anderen katapultierte die US-Schulden in schwindelnde Höhe, tödlich
für die ernsthaften Sparprogramme der US-Regierung und eine
Katastrophe für die Weltwirtschaft, wie sich in der andauernden
Finanzkrise heute in aller Deutlichkeit beweist.
Jenseits eines solchen Irrsinns war die militärische Einmischung der
USA in der Golf-Krise umso gefährlicher, als die Rechtsgrundlage für
diesen Alleingang völlig fehlte.
Die Außenpolitik der USA hat zur Gewohnheit, einen Regierungschef mit
Anschuldigungen der Psychopathie oder irgendeiner Perversion vor der
internationalen Öffentlichkeit zu diskreditieren, wenn die USA in
Konflikt mit ihm geraten, einen Konflikt, den sie nur mit mörderischer
Gewalt zu beenden wissen. Dies ist fatalerweise die Außenpolitik der
USA nicht nur in Lateinamerika gewesen (Fidel Castro, Salvador Allende,
Manuel Noriega), sondern auch gegen Libyen, Syrien und Iran. Amerika
kannte keine Skrupel, beim Golf-Konflikt einen dritten Weltkrieg in Kauf
zu nehmen. Diese Region war und bleibt schon 1991 mit
Mittelstrecken-Raketen und Chemiewaffen, die von den Großmächten
dorthin geliefert wurden, hoch gerüstet.
Jetzt kennt Amerika auch keine Skrupel, nicht nur den Kofi Annans
Friedensplan in Syrien durch angestiftete Gewalt aus dem Ausland zu
sabotieren und den Iran zu bedrohen, sondern auch Indien gegen China
aufzuhetzen. Tobias Matern verfällt in seinem SZ-Leitartikel 20.4.12
"Ambition und Angst" in dieses teuflische einkalkulierte Spiel der USA.
Indien ist im Besitz einer atomwaffenfähigen Langstreckenrakete, die
auch Ziele in Europa erreichen kann, nicht nur "theoretisch", wie Tobias
Matern harmlos darstellt, sondern praktisch, weil ihre Reichweite mehr
als 5.000 km beträgt. Anstatt Indiens Aufrüstung als Gefahr für
Europa anzusehen, will die Propaganda-Masche der USA China ins Visier
nehmen, und so sehen sie die nukleare Aufrüstung Indiens mit
Wohlwollen in Konfrontation mit China. Die Öffentlichkeit weiß es.
Deshalb spielt der Leitartikel darauf an, "für die Vereinigten Staaten
eröffnet Indiens Aufrüstungskurs weitere Spielräume... diese
Strategie soll der regionalen Eindämmung des großen Rivalen China
dienen. Indien steht auf der Liste der asiatischen Verbündeten ganz
oben." Aber die Überlegung des Leitartiklers ist nicht konsistent,
sondern tendenziös, und somit gerät er in eine widersprüchliche
Darstellung und Bewertung der Fakten.
Es sind offensichtlich die USA, die einen Streit zwischen den beiden
zentralen Akteuren China und Indien vorantreiben wollen. Aber Indien,
obwohl Amerikas wichtigster Partner in der Region, schwenkt nicht auf
einen konfrontativen Kurs gegenüber China ein. Im Gegenteil: Indien
opponierte der aggressiven US-Außenpolitik im UN-Sicherheitsrat
innerhalb der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und
Südafrika), eine Gruppe, die sich für die Kooperation und den Dialog
einsetzt und entschieden die gewaltsame US-Politik der Stärke ablehnt.
Nicht nur die Veto-Mächte Russland und China sperrten sich
entschlossen gegen eine Resolution gegen Syrien im UN-Sicherheitsrat,
sondern auch Brasilien, Indien und Südafrika, um Syrien nicht den
Aggressoren auszuliefern, wie es schon mit Libyen geschah. Daher der
verzweifelte Versuch Washingtons, Indien unter seine Kontrolle zu
bekommen. Die Staats- und Regierungschefs der BRICS-Gruppe hatten sich
darüber hinaus demonstrativ in Sanya auf der chinesischen Insel Hainan
getroffen , am selben Tag eines NATO-Treffens in Berlin (14.4.2011). Das
signalisiert, wo ihr Konsens, einschließlich Indien, liegt, nämlich
in China. Die BRICS-Gruppe repräsentiert insgesamt rund drei
Milliarden Menschen. Ob die US-Regierung bereit ist, auf diese große
Übereinstimmung in der Weltstaatengemeinschaft zu hören, steht auf
einem anderen Blatt.
Die hiesige Öffentlichkeit hätte es leichter umzudenken, wenn sie
zur Kenntnis nähme, dass die gemeinsam mit der NATO und den USA
geführten Weltordnungskriege auf ganzer Linie gescheitert sind und
sogar zu sehr kontraproduktiven Konsequenzen geführt haben. Irak,
Afghanistan und zuletzt Libyen belegen die von der USA verursachten
grausamen Katastrophen in diesen Ländern, die "desaströsen
Konsequenzen" für die von westlichen Wertekriegern viel beschworene
Neue Weltordnung.
Der Artikel "Imperium in der Krise" von Rainer Rupp (Junge Welt vom
17.4.) bringt diesbezüglich das notwendige Licht in die Sache und
korrigiert damit auch die tendenziöse falsche Darstellung von Tobias
Matern. Aus Rainer Rupps Artikel ist zu erfahren:
"Neue Trends und Hauptmerkmale des sich abzeichnenden Wandels
manifestieren sich zwischen der derzeitigen imperialen Hauptmacht USA
und ihren Vasallen in Europa, nämlich neue ökonomische Strukturen,
neue Koalitionen und Bündnisse, aber auch Zerwürfnissen zwischen den
Ländern des Westens und der USA.
Den meisten Ländern des Westens stehen viele Jahre des ökonomischen
Siechtums und der sozialen Not bevor. Dieses düstere Bild wird
konterkariert von den boomenden Wirtschaften und Gesellschaften der
sogenannten BRICS-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China). Die
Krise trifft nicht nur die westliche Wirtschaft, sondern auch deren
ideologischen Überbau. Der westliche Neoliberalismus und mit ihm das
ganze Wirtschaftssystem sind diskreditiert.
Die desorientierte politische Führung der westlichen Länder ist
jedoch nach wie vor ideologisch fixiert und hält am alten System, etwa
an der "Lösung" der Schuldenkrise durch noch mehr Schulden." Das alte
konfrontative Denken in der Achse USA-EU infiziert immer weiter die
Außenpolitik der Achse. "Dadurch werden die Auswirkungen der Krise
verschlimmert, und zugleich entfernen sich die Eliten immer weiter von
der Realität und den Bedürfnissen der Masse der Bevölkerung. Das
hat bereits zu der europaweit zu beobachtenden Delegitimation der
politischen Eliten geführt, mit destabilisierenden Folgen für das
politische System."
"Zugleich befinden sich die USA, die Hauptstütze dieses System, im
Niedergang. Das wird durch die rasante Verarmung der amerikanischen
Mittelschicht unterstrichen, die bisher, mit Abstand der wichtigste
Stützpfeiler der herrschenden Verhältnisse war. US-Trendforscher
erwarten in den nächsten Jahren in den USA eine markante Zunahme und
Ausweitung schwereren sozialer Unruhen, sogar bürgerkriegsähnliche
Zustände, die den staatlichen Zusammenhalt in Frage stellen werden.
Ob die US-Regierung angesichts solcher Herausforderungen zwecks
Ablenkung von innenpolitischen Problemen noch kriegslüsterner werden
wird, oder eine Wendung nach innen vollzieht, um sich der eigenen
Probleme anzunehmen, ist derzeit schwer abzuschätzen. Jedenfalls muss
Washington in Zukunft seine Kriege selbst bezahlen und kann nicht
länger auf Pump die Welt bombardieren.
Im Fall einer westlichen Niederlage am Hindukusch wird sogar von einem
"weltpolitischen Totalschaden für die von den westlichen
Industriestaaten konstituierte internationale Ordnung" bei der
herrschenden Eliten gesprochen".
Die Perversion der Rüstungsausgaben bleibt trotz der Finanzkrise
bestehen. Der Westen stellt sich nicht der offensichtlichen
Pflichtaufgabe zur Abrüstung. Für Militär und unsinnige
Rüstungsprojekte sind ja immer schier unerschöpfliche Gelder
vorhanden. Deutschland gehört immer noch zu den zehn Ländern, die
weltweit die meisten Gelder für Rüstung bereitstellen und
andererseits ihre Selbstverpflichtung zur minimalen Bereitstellung von
0,7% des Bruttoinlandsproduktes für Entwicklungshilfe nicht erfüllt.
Die Ausgaben für Atomwaffen werden im Jahr 2012 weltweit mehr als 100
Milliarden US-Dollar betragen. Ein Unsinn ohnegleichen.
Rainer Rupp ist nur zuzustimmen (verkürzte Zitate, jW, 17.4.): "Die
Einsicht von Zbigniew Brzezinski (2011) ist zu bekräftigen: Die
westlichen Kriegsherren mit ihrer haushoch überlegenen Militärmacht
zerstören zwar widerspenstige Länder, aber gegen den Willen der
Bevölkerung können sie sie politisch nicht beherrschen. Letzteres
sei in der Geschichte der Menschheit noch nie so schwer gewesen wie
jetzt. Diese Erkenntnisse sind aber bei den unaufhaltsam "Bomben auf den
Iran" schreienden US-Politikern und der sie vorantreibenden
Zionistenlobby nicht angekommen. Sie leiden an kognitiver Dissonanz, ein
Krankheitsbild aus der Psychiatrie. Sie glauben, die USA seien nach wie
vor allmächtig, und haben nicht einmal erkannt, dass ihr Land pleite
ist.
Ein US-Krieg gegen Iran würde den Niedergang der Vereinigten Staaten
beschleunigen und zu ihrem inneren Zerfall führen. Der Chef der
Diplomatenschule des russischen Außenministeriums und Kremlberater,
Igor Panarin, prognostiziert noch in diesem Jahrzehnt einen
ökonomischen und moralischen Kollaps der USA, der zunächst zu einem
Bürgerkrieg und dann zu der Aufteilung des Landes in drei oder vier
Teile führen werde. Der soziale Kitt, der angeblich die aus allen
Himmelsrichtungen gekommene Einwanderergesellschaft USA zusammenhält,
sei nicht besonders fest. Womöglich nicht genug fest, um den
zentrifugalen Kräften zu widerstehen, die durch die krassen sozialen
Ungerechtigkeiten, durch den moralischen Verfall der politischen und
wirtschaftlichen Eliten und durch die Perspektivlosigkeit der Massen
freigesetzt werden."
Allein die Tatsache, dass über solche Themen nachgedacht wird,
erschüttert bereits das Prestige der Vereinigten Staaten und damit
ihre internationale politische Reichweite. Eine Schlüsselfrage stellt
sich daher für Europa: Welche Vorteile werden sich in Zukunft noch aus
einem engen transatlantischen Verhältnis ziehen lassen? Wann ist es
für die Europäer vorteilhaft, das System der kooperativen
Weltbeherrschung zu verlassen und zur offenen Konkurrenz mit Washington
überzugehen? Eine gegenläufige Entwicklung innerhalb der
europäischen Staatengemeinschaft weist auf ein Teil hin, der weiterhin
zu den USA tendiert während ein anderer Teil zunehmend rein nationale
Interessen vertritt.
Europa steckt bis zum Hals in Schulden. Aber ungeachtet dessen versinkt
es weiter in den Wahn der atomaren Rüstung. US-Atombomben sind in
fünf europäischen Ländern, in Deutschland, Türkei, Italien,
Niederlande und Belgien stationiert, aber das ist kein Thema für die
wichtigsten deutschen Medien, obwohl jeder weiß, dass die in Europa
lagernden Nuklearwaffen heute keinen militärischen Zweck mehr
erfüllen. Deshalb verwundert um so mehr, dass die USA trotz ihrer
hohen Staatsverschuldung planen, diese Bomben durch neue zu ersetzen.
Fünf Milliarden Dollar sind dafür derzeit eingeplant und auf die
Stationierungsländer kommen damit erhebliche Mehrkosten zu. Solche
Verschwendung zieht öffentliche Gelder vom Gesundheitswesen, von der
Bildung und anderer Grundversorgung ab.
Der alternative Friedensnobelpreisträger Johan Galtung geht davon aus,
dass das amerikanische Imperium bis spätestens 2020 kollabieren wird.
Fraglich ist, ob sich die Euro-Zone halb so lange halten wird. Zugleich
werden die BRICS-Länder als die neuen ökonomischen Kraftzentren mit
wachsender internationaler Anziehungskraft auftreten. In diesem
Szenarium dürfte Berlin versucht sein, vorrangig den bereits
eingeschlagenen Weg zu engeren Beziehungen mit Russland auf Kosten der
transatlantischen Beziehungen noch weiter ausbauen.
Vor dem Untergang der Titanic (14/15.4.1912) waren wiederholt Warnungen,
Warnzeichen zu vernehmen, sogar zwei Tage vor der Katastrophe. Heute
sind ebenso viele Warnungen vor dem falschen politischen Kurs von der
Weltöffentlichkeit zu vernehmen. Der Kapitän der Titanic war wegen
seines Glaubens an die Überlegenheit des luxuriösen Schiffes und der
modernen Technik verblendet. Es ist nur zu hoffen, dass jetzt die Medien
endlich die heutigen Warnzeichen ernst nehmen und sich rechtzeitig von
der falschen Einstellung der technologisch-militärischen
Überlegenheit abkehren und endlich die vielfältigen Wege der
Abrüstung, Diplomatie, des Dialogs, der Verhandlungen und des Rechts
propagieren.
Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait
|