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Neues Deutschland: zum Angriff einer US-Einheit auf ein Dorf in
Syrien
Berlin (ots) - Libanons Ministerpräsident Siniora steht nun
wahrlich nicht unter dem Verdacht, ein Freund Syriens zu sein. Doch
dieser tödliche Angriff einer US-amerikanischen Spezialeinheit auf
ein kleines Dorf an der syrisch-irakischen Grenze, der sei eine
Verletzung der Souveränität eines anderen Staates, gefährlich und
inakzeptabel. Selbst wenn die Jagd auf »Gotteskrieger« auf ihrem Weg
ins Zweistromland als Rechtfertigung herhalten muss. Doch die Opfer
waren Zivilisten. Diese Attacke ist ein Bruch des Völkerrechts und
wird die Spannungen in der Region nur noch anheizen, wie die
Erfahrungen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet mit ähnlichen
Übergriffen der Bush-Truppen zeigen.
Wenn das USA-Militär tatsächlich bewaffnete Kämpfer im Visier gehabt
haben sollte, warum hat man nicht erst nach deren Grenzübertritt
zugeschlagen? So war der Angriff vor allem auch eine blutige Warnung
an Präsident Baschar al-Assad, dem Washington Terrorismus-Export
vorwirft. Dabei hatte man in Damaskus gehofft, nach der
Wiederbelebung der diplomatischen Beziehungen mit Libanon und Irak
und dem zart sprießenden politischen Dialog mit den USA und Israel
endlich den Absprung von Bushs »Achse des Bösen« zu schaffen. Aber
auch in Iran, mit gleichen Vorwürfen wie Syrien bedacht, wird man die
Vorgänge genau beobachten. Denn der »Anti-Terrorkrieg« der USA kennt
keine Grenzen.
Originaltext: Neues Deutschland
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