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Irak/USA: US-Waffeninspekteure und irakischer Widerstand // "Ich kaempfe fuer mein Land" // Neues Folteropfer?

Rumsfelds »gemeine Kerle«
US-Marines sollen in Irak auf gut Freund machen - und

gezielt Widerstandskämpfer eliminieren

Rainer Rupp

In der ersten Szene des Dokumentarfilms stürmen Soldaten der 4. US-Infanterie-Division auf der Suche nach einem verdächtigen Widerstandskämpfer das Häuschen einer irakischen Familie. Vor dem Gebäude wartet ein vermummter Spitzel, der die Soldaten geführt hatte. Keiner der amerikanischen Soldaten spricht Arabisch. Da sie den Mann, den sie suchen, nicht finden, fesseln die Amerikaner zwei andere männliche Familienmitglieder und nehmen sie mit. Die Kamera schwenkt auf eine schluchzende Frau, welche die Soldaten anfleht, ihrem Mann wenigstens zu erlauben, seine Schuhe anzuziehen, bevor sie ihn wegschaffen. Auf die Frage des Kamerateams, ob diese Art des Vorgehens die Iraker nicht zu Feinden der USA macht, denkt einer der Soldaten lange nach und murmelt dann kaum verständlich: »Nicht wirklich«. Die alltägliche Szene der Besatzungsrealität wurde vergangene Woche im US-Fernsehen (Independent Television) gezeigt.

Der Soldat irrte jedoch in seiner Annahme. Weil sich die brutale Vorgehensweise der US-Army im Irak aus Sicht des Pentagon auf die »Befriedung« zunehmend kontraproduktiv auswirkt, erhofft sich die US-Militärführung im sogenannten Sunniten-Dreieck mit einer neuen Doppelstrategie endlich durchschlagende Erfolge gegen den zunehmenden Widerstand. Einerseits soll das US-Marinekorps die Army-Soldaten im »sunnitischen Dreieck« ersetzen. Ausgerechnet die Marines, die als nicht besonders »zimperlich« gelten, sollen sich nun in West-Irak nicht nur mit Zurückhaltung bei der Anwendung von militärischer Gewalt, sondern auch mit kulturellem Verständnis hervortun. Aus einem Dokument des Marinekorps geht hervor, daß man der irakischen Bevölkerung signalisieren will, daß die neuen Truppen anders sind als die Armee-Soldaten, unter deren brutalem Verhalten die Bevölkerung bisher gelitten hat. Deshalb sollen die Marines deutlich sichtbar andere Uniformen tragen, einige Worte Arabisch lernen, Zivilisten respektieren und einen Grundkurs in religiöser Etikette absolvieren. Ähnlich wie während des Vietnamkrieges sollen kleine Einheiten der US-Marines in Dörfern inmitten der lokalen Bevölkerung leben, gemeinsam mit irakischen Polizei- und Zivilverteidigungskräften. »Ich bin über die grobschlächtigen Luft- und Artillerieangriffe (der US-Armee) im Irak entsetzt«, kommentierte ein hochrangiger Marine-Offizier die Lage und führte aus: »Der Erfolg gegen einen Aufstand hängt davon ab, ob man die Unterstützung des Volkes gewinnt und nicht davon, daß man die Häuser der Leute in die Luft jagt.« Während die US-Armee sich bisher auf »Search and destroy« (suche und vernichte)-Operationen konzentrierte, wollen die Marines mit der »Clear and hold« (säubern und halten)- Taktik zum Erfolg kommen.

Auf der anderen Seite aber will das Pentagon jedoch eine ganz besonders schmutzige, von den Israelis abgeguckte Version der »Search and destroy«-Taktik im »sunnitischen Dreieck« verfolgen. In der renommierten US-Wochenzeitschrift The New Yorker enthüllte kürzlich der bekannte Journalist Writing Seymour Hersh Details über das Vorhaben. Demnach soll eine neue Spezialeinheit, die Task Force 121, unter Anleitung israelischer Geheimdienstoffiziere Mitglieder des irakischen Widerstandes identifizieren, ihren Aufenthaltsort ermitteln und sie dann gefangennehmen oder
»terminieren«, wie es in Anlehnung an einen Schwarzenegger-Film wörtlich heißt. Laut Hersh ist US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld »sehr stolz« auf seine Task Force 121 und seine Strategie der »Menhunts«, Menschenjagd, wie er sie laut Hersh nennt. »Die einzige Art, wie wir das gewinnen können, ist, wenn wir deren Spiel spielen, Guerilla gegen Guerilla, Terrorismus gegen Terrorismus. Wir müssen den Irakern soviel Angst einjagen, daß sie sich unterwerfen «, zitiert Hersh einen Verantwortlichen der Task Force 121, der dann auch noch hinzufügt: »Wir haben das (im Irak) auf typisch amerikanische Weise getan. Wir haben den netten Kerl gespielt. Ab jetzt werden wir der gemeine Kerl sein. Das klappt immer.«

junge Welt vom 10.01.2004
http://www.jungewelt.de/2004/01-10/007.php

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                            Gefahr für Bush
            US-Waffeninspekteure und irakischer Widerstand

Rüdiger Göbel

Die USA ziehen klammheimlich ihre Waffeninspekteure aus dem Irak ab. Die ersten 400 wurden der New York Times zufolge bereits zurückbeordert. Der Abzug werde von US-Militärexperten als mögliches Zeichen dafür gewertet, daß die Bush-Regierung nicht mehr mit dem Fund von Bio- oder Chemiewaffen rechnet, meldete das renommierte Blatt vorsichtig. Weder Weißes Haus noch State Departement oder Pentagon wollten dem Bericht widersprechen. Die noch verbliebenen 1400 amerikanischen Waffensucher dürften peu à peu folgen. Wo nichts ist, können schließlich auch sie nichts finden. Die »Carnegie Foundation« setzte noch eins drauf. Das US-Forschungsinstitut legte eine neue Studie über Massenvernichtungswaffen im Irak vor. Die diesbezüglichen Angaben der Mannschaft von US-Präsident George W. Bush seien »irreführend« gewesen, heißt es in dem 106 Seiten langen Report. US-Regierung und -Geheimdienste hätten die Bedrohung durch Bagdad vor Kriegsbeginn »systematisch« aufgebauscht - und die erfolgreiche Arbeit der UN-Waffeninspekteure kleingeredet. USKongre ß wie -Bevölkerung sei diesbezüglich ein »völlig falsches Bild« vermittelt worden. Meinungen seien einfach in Fakten umgewandelt worden.

Doch werden die Folgen für den präsidialen Prediger vermutlich überschaubar bleiben. Die Kriegsgegner von gestern schweigen zum Terror der Besatzung heute. Auch die außerparlamentarischen. Ohne größere Proteste kann die US-Armee in diesen Wochen über Stützpunkte in Deutschland ihre Besatzungstruppen im Irak austauschen. So mancher hiesige Friedensfreund macht Irakern gar das Recht auf Widerstand gegen die Besatzung streitig - und orientiert sich faktenfrei an der US-Regierung, die doch vorgab, Demokratie und Freiheit in das geschundene Land zu bringen. Der amerikanische Völkerrechtsnihilismus zieht weite Kreise, versöhnt Pazifisten mit Bellizisten im falschen Glauben an einen »Kollateralnutzen« des Krieges am Golf. Kurzerhand wird für irakische Widerstandskämpfer Bushs pauschale Propagandaformel von »Terroristen«, »Mördern« und »Banditen« übernommen, die Distanzierung vom Gottseibeiuns Saddam Hussein, von »Saddamisten« oder »Islamisten« zur gerne praktizierten, rituellen Pflicht.

Dabei sind es gerade aktive Besatzungsgegner im Irak, die durch die Bindung militärischer Kräfte das Aggressionspotential der Supermacht eindämmen. Selbst über Bushs Mär von irakischen Massenvernichtungswaffen läge wohl längst der großzügige Mantel des Schweigens und Vergessens, würden nicht weiter amerikanische Soldaten Unversehrtheit und Leben für sie lassen müssen.

junge Welt vom 10.01.2004
http://www.jungewelt.de/2004/01-10/003.php

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Neues Folteropfer?

08.01.2004

Die arabische Al Bawaba berichtete am Mittwoch unter Berufung auf inoffizielle Quellen, daß der durch den US-Einmarsch im Irak entmachtete Ministerpräsident Abed Hamoud Mahmoud al-Tikriti in US-Gefangenschaft "gestorben" ist.

Er war am 18. Juni des vergangenen Jahres gefangengenommen worden und befand sich seitdem in amerikanischer Gefangenschaft. Die USA zeigten sich überzeugt, daß er Informationen über irakische Massenvernichtungswaffen liefern könnte.

Da es aller Wahrscheinlichkeit nach keine derartigen Waffen im Irak gab, dürfte es mehr als wahrscheinlich sein, daß mit immer härteren Mitteln versucht wurde, die Informationen zu erlangen, von denen er sagte, er hätte sie nicht.

Von Al Bawaba befragte irakische Sicherheitsbeamte wollten den Bericht zwar nicht bestätigen, haben ihn aber auch nicht bestritten.

Sollte der Bericht den Tatsachen entsprechen, ist zu vermuten, daß der ehemalige Ministerpräsident des Iraks an den Folgen von Folter gestorben ist.

Erst kürzlich hatte sich der US-Verteidigungsminister Rumsfeld darüber Gedanken gemacht, wie der ehemalige irakische Präsident Saddam Hussein "zum Reden gebracht" werden könne.

http://www.freace.de/artikel/200401/folter080104.html

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»Ich kämpfe für mein Land«

Gespräch mit einem irakischen Studenten über seinen freiwilligen Einsatz im Irak während der US-Invasion, die Verhaftung Saddam Husseins und die Perspektiven des Widerstands

  • Seit gut zwei Jahren lebt der Iraker S. als Student in Deutschland. Sein Traum: Ziviler Pilot sein in einem unabhängigen Irak. Als die US-Armee im März 2003 mit der erneuten Bombardierung seines Landes begann, kehrte er Hörsaal und Bibliothek den Rücken, kaufte sich ein Flugticket in den Nahen Osten und kämpfte als Freiwilliger in Bagdad an der Seite der Fedajin-Saddam. Nach eigenen Angaben hat er nach einem Crashkurs an der Panzerfaust RPG 7 in vier Tagen fünf amerikanische Tanks zerstört. Von den 21 Mann seiner Freiwilligengruppe überlebten nur drei den Krieg. Seit dem vergangenen Juni ist S. wieder zurück in Deutschland, büffelt für die Prüfungen und wartet auf die Semesterferien im Sommer. Sein Ziel: An der Seite der Widerstandsk ämpfer die US-Amerikaner so rasch als möglich aus dem Irak jagen. Im jW-Gespräch mit Rüdiger Göbel schildert S. seine Odyssee in den Krieg am Golf und wieder zurück nach Deutschland. F: Im Februar und März 2003 demonstrierten Millionen Menschen

    in Europa und weltweit gegen die drohende US-Invasion im Irak. Statt mit den Kriegsgegnern hierzulande zu protestieren, gingen Sie nach Bagdad, um Ihr Land zu verteidigen. Wie kamen Sie zu diesem gefährlichen Entschluß?

Zunächst, ich habe das freiwillig gemacht. Ich war kein Soldat im Irak. Als Student war ich zurückgestellt.

Ich verfolgte am Fernseher, wie nach Ablauf des US-Ultimatums am 20. März nachts die ersten Raketen in Bagdad einschlugen. Ich habe sofort meine Eltern dort angerufen. Zu diesem Zeitpunkt war das noch möglich, das Telefonnetz noch nicht zerstört. Ich glaube, kein Iraker auf der Welt hat in dieser Nacht geschlafen. Gleich am nächsten Morgen habe ich mir ein Flugticket gekauft. Meine Familie wußte nichts davon, daß ich nach Bagdad kommen will.

Es ist schwer, meine Entscheidung zu erklären: Irak ist mein Land, und es wurde angegriffen. Ich konnte nicht einfach nur herumsitzen, Nachrichten anschauen oder auf der Straße herumlaufen. Ich mußte etwas tun und mein Land selbst verteidigen.

F: Wann und wie kamen Sie in die bombardierte

Hauptstadt Bagdad?

Ich bin nach Beirut geflogen und saß auf dem Flughafen 27 Stunden fest, weil ich kein Transitvisum für Libanon hatte. Weil ich ein Two-Way-Ticket hatte, wollten sie mich nach Deutschland zurückschicken. Wohl oder übel mußte ich mir für über 240 Dollar ein Flugticket von der libanesischen in die jordanische Hauptstadt kaufen. Mit dem Auto hätte die Fahrt 20 Euro gekostet. Am Flughafen Amman gab es zum Glück keine Einreiseprobleme.

In Bagdad angekommen habe ich mich sofort als freiwilliger Verteidiger gemeldet. Zunächst wollten sie mich gar nicht nehmen. Der zuständige Offizier fragte mich, ob ich irgendeine militärische Ausbildung hätte. Ich verneinte, erklärte ihm, daß ich nach dem Abitur sofort mit dem Studium begonnen hatte. Nach einigem Hin und Her erhielt ich schließlich die Erlaubnis, in einem Trainingslager für arabische Freiwillige an einer Schnellausbildung mit der Kalaschnikow und der Panzerfaust RPG 7 teilzunehmen. Die begann am nächsten Morgen. Das Training fand am Rande von Bagdad statt, geleitet wurde es von den Fedajin-Saddam. Wir waren etwa 100 Freiwillige, aufgeteilt in fünf Gruppen. In meiner waren wir 21, allesamt Iraker, geeint im Ziel, unser Land zu verteidigen.

Nach ungefähr einer Woche war die Ausbildung zu Ende. Uns wurde erklärt, da wir nur notdürftig militärisch trainiert seien, kämen wir nicht an die Front zum Kämpfen, sondern müßten zur Verteidigung in der Stadt bleiben. Wir trugen Zivilkleidung und wurden auf verschiedene Stadtteile Bagdads aufgeteilt. So war ich ab Anfang April mit meiner Gruppe in Al Adhamiya stationiert. Angeführt wurden wir von einem Offizier der regulären irakischen Armee. Später kamen noch zwei Kämpfer der Fedajin-Saddam zu uns.

Die Strategie der irakischen Verteidigung zielte darauf ab, die Amerikaner in die Städte zu ziehen und sie in Häuserkämpfe zu verwickeln. Hierbei rechneten wir uns Vorteile gegenüber der technologisch weit überlegenen US-Armee aus. Bedenken Sie, die irakische Armee wurde seit Beginn der 90er Jahre nicht mehr modernisiert.

Die irakische Seite ging davon aus, die Amerikaner bräuchten 18 Monate - wenn sie so lange durchhalten würden - bis sie mit Bodentruppen im Zentrum Bagdads seien. Die Hauptstadt war
schließlich mit drei Verteidigungsringen der Republikanischen Garden umgeben ...

F: Aus den 18 Monaten wurden keine 18 Tage ...

Wir haben nicht mit Verrat gerechnet. Das war vollkommen unvorstellbar. Die USA haben den Irak 1991 massiv bombardiert und die Infrastruktur meines Landes zerstört. Danach kamen 13 Jahre Sanktionen, nicht gegen die Regierung, sondern das gemeine Volk. Wir bekamen keine Lehrbücher, keine Computer, ja selbst Bleistifte standen auf dem Index. Keiner im Irak glaubte daran, die Amerikaner würden kommen, uns zu befreien. Jeder wußte, die Amerikaner wollen einzig unser Öl.

Doch lassen Sie mich chronologisch fortfahren. Am 4. April herrschte Chaos am Saddam-International-Airport. Wir hörten, die Amerikaner würden dort bereits mit Fallschirmeinheiten landen. Letztendlich gab es um den Flughafen drei große Schlachten. Die erste wurde von der regulären irakischen Armee ausgetragen. Dann wurden die Republikanischen Garden zu Hilfe gerufen. Schließlich wurden die FedajinSaddam an den Flughafen beordert. Dessen Kontrolle war von strategischer Bedeutung, daher auch die erbitterten Kämpfe dort.

Die Fedajin-Saddam sind speziell ausgebildete Kämpfer, sie töten lautlos, mit Messern, Seilen oder den bloßen Händen. Sie bewegen sich wie Ninja-Kämpfer und führen Kommandoaktionen durch. Von den Fedajin-Saddam erreichte unseren Offizier schließlich die Order, zum Flughafen zu kommen.

F: Die Elitekämpfer Saddam Husseins haben eine

Amateurtruppe unerfahrener Freiwilliger zu
Hilfe gerufen?

Es war eine Notsituation. Und unsere Gruppe wollte kämpfen. Wir wollten an die Front. In drei vollkommen überladenen Pkw fuhren wir zum Flughafen. In jedem Auto saßen sieben Mann, drei davon zum Teil im Kofferraum, plus »Gepäck« - unsere Waffen und die Munition. Von Al Adhamiya zum Flughafen raus sind es etwa 25 Kilometer.

F: Heißt das, Sie waren beim Flughafen schon

selbst in Kämpfe verwickelt?

Nein, zunächst nicht. Unsere Gruppe wartete kampfbereit mit entsicherten Waffen am Rande des Flughafens. Wir waren keine Profis und waren sozusagen die letzte Linie. Aber wir konnten sehen, was die anderen taten. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Kämpfer der Fedajin-Saddam in den Flughafen gingen und mit dem Kopf eines getöteten amerikanischen Soldaten wieder herauskamen. Es müssen 20 bis 25 gewesen sein, die sie in einer Reihe auf den Boden stellten. Nur die abgetrennten Köpfe.

F: Was haben Sie gedacht, als Sie die Fedajin mit

den abgetrennten Köpfen amerikanischer Soldaten
gesehen haben?

Es war ein Gefühl von Sieg. Am nächsten Tag habe ich mich den Fedajin-Saddam verpflichtet und ihnen meine ID-Karte gegeben. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich habe viele Freunde in den USA, mit denen ich per Telefon und E-Mail in Kontakt stehe. Ich habe nichts gegen Amerikaner, sondern etwas gegen die USRegierung und amerikanische Truppen in meinem Land.

Am 8., 9., 10. und 11. April hatten wir 21 Freiwillige schließlich unseren Kampfeinsatz. In der Nacht zum 8. April hatte es zunächst eine gewaltige Explosion am Flughafen gegeben. Wir sahen einen riesigen Feuerball, der die Nacht über Bagdad zum Tag gemacht hat. Im ersten Moment waren wir der Meinung, die Amerikaner hätten eine Atombombe abgeworfen, so hell und stark war die Explosion. Wir hatten Angst, verstrahlt zu werden. Ich wollte so nicht sterben. Sicher haben wir 21 uns freiwillig gemeldet und waren bereit, für unser Land unser Leben zu geben. Aber doch nicht so. Ich dachte an die Folgen der von Amerikanern eingesetzten Uranmunition im Südirak 1991 und hatte all die krebskranken Kinder und mißgebildeten Neugeborenen vor Augen.

Am 8. April erfuhren wir dann, daß der Flughafen verloren, das heißt, unter amerikanischer Kontrolle ist. Wir konnten das nicht verstehen, hatten wir doch tags zuvor einen Erfolg da draußen erzielt. Schließlich kam einer und sagte uns, das stimme schon, er habe im Fernsehen gesehen, wie amerikanische Soldaten durchs Flughafengebäude gehen. Ich konnte das zunächst nicht glauben, war der Meinung, das sei wie in früheren Fällen ein Trick der Amerikaner, gut gemachte Propaganda eben.

Doch nicht nur der Flughafen war gefallen, wir erfuhren auch noch, daß die Republikanischen Garden verschwunden sind und sich die drei militärischen Ringe zur Verteidigung Bagdads mit einem Mal in Luft aufgelöst haben. Die Amerikaner standen im Südosten der Stadt. Es war klar, hierbei handelte es sich um Verrat.

Wir hörten schließlich, daß in der Haifa-Straße amerikanische Panzer stünden. Ab diesem Zeitpunkt gerieten wir wirklich in Streß. Das war so gegen zehn Uhr morgens. Auf Befehl unseres Offiziers - ich möchte seinen Namen nicht nennen, weil er heute eine Gruppe von Widerstandsk ämpfern in Bagdad anführt und ich mich ihm nach meiner Rückkehr anschließen will - haben wir unsere Munition vorbereitet und im Bezirk Al Atayfiye Position bezogen. Gegen Mittag habe ich den ersten amerikanischen Panzer in Bagdad gesehen. Ich konnte es nicht glauben, belog mich zunächst selbst und sagte mir, das ist unser Panzer. Es war aber klar, das Ding da vor mir ist kein alter T-72 und er hat auch keine irakische Flagge an seiner Seite.

Am Nachmittag begann unser Kampf. Ahmed war unser bester Mann. Er ist als Märtyrer gestorben. Er hat immer präzise getroffen und 13 Panzer abgeschossen. Ich war zum Beispiel nicht so gut, habe nicht immer gleich beim ersten Schuß getroffen, aber immerhin doch auch fünf Panzer abgeschossen. Insgesamt hat unsere Gruppe in den vier Tagen 42 Panzer und gepanzerte Mannschaftstransporter zerstört. Aus keinem der Fahrzeuge ist ein US-Soldat lebend herausgekommen. Wenn ich pro Fahrzeug nur fünf Mann Besatzung rechne, komme ich auf 210 getötete Soldaten. Allein deshalb glaube ich die offiziellen Opferzahlen der Amerikaner nicht. Deren Angaben zufolge kamen während des Krieges keine 200 Soldaten ums Leben.

Wir gingen in der geübten Weise vor: Zu acht nahmen wir uns immer einen Panzer vor. Immer zwei aus einer Richtung, vorne, hinten, rechts und links. Gegen den Uhrzeigersinn feuerte immer einer mit seiner RPG 7 auf den Panzer. Wenn er nicht traf, kam der nächste dran. Bis abends um neun Uhr hatten wir so 17 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge abgeschossen. Als es allmählich dunkel wurde, stellten wir unsere Angriffe an diesem Tag ein. Trotz der Anspannung war ich todmüde. Ich hatte den ganzen Tag etwa 14 Kilogramm Munition mit mir geschleppt, plus RPG.

Am 9. April haben wir sechs Panzer und gepanzerte Fahrzeuge zerstört. Erst später habe ich die Bilder gesehen, wie vor dem Palestine-Hotel eine Statue Saddam Husseins von Amerikanern und eigens importierten Irakern vom Sockel geholt wurde. An diesem Tag wußten wir noch nichts davon, ebenso wenig von den letzten öffentlichen Aufnahmen mit Saddam Hussein an diesem Tag unweit der Abu-Hanifa-Moschee in Al Adhamiya, obwohl wir ganz in der Nähe auf dem Sahad-Anta-Platz gekämpft hatten.

Am nächsten Tag waren wir wieder an anderen Orten im Einsatz. Wir hatten große Probleme, unsere Munition zu transportieren und mußten Granaten kistenweise zurücklassen. Der 11. April, der vierte Tag unseres Kampfes, war für uns der schlimmste Tag. Die meisten aus meiner Gruppe wurden von einer Bombe der Amerikaner getötet, 14 auf einmal. Wir haben sie als Märtyrer in der Abu-Hanifa-Moschee begraben. Bei den viertägigen Kämpfen kamen 18 aus meiner Gruppe ums Leben. 18 von 21 Freiwilligen. Auch die beiden Fedajin-Saddam wurden getötet. Nur ich und zwei weitere sowie unser Offizier überlebten, unsere Gruppe aber war zerschlagen. Der Krieg ging weiter, für uns war er zu Ende. Im Juni kehrte ich nach Deutschland zurück und nahm wieder mein Studium auf.

F: Warum haben Sie sich nicht einer

Widerstandsgruppe im Irak angeschlossen?

Ich wollte nicht warten und weiter Zeit verlieren. Unmittelbar nach Ankunft in Deutschland habe ich einem Kommilitonen gesagt, daß noch großes Chaos im Irak herrscht, aber im Oktober, November vom Widerstand zu hören sein wird. Und so kam es auch.

F: Wären Sie jetzt lieber im Irak als im Hörsaal in Deutschland?

Natürlich. Ursprünglich wollte ich im Oktober zurück. Aber ich habe bereits ein Semester verloren, und mein Praktikumsplatz war nach meiner Rückkehr auch weg. Real heißt das, ich habe ein ganzes Jahr verloren. Ich will jetzt erst einmal meine Prüfungen machen. Vielleicht gehe ich in den Semesterferien im Sommer zurück.

F: Was halten Sie von den Anschlägen auf das Hauptquartier

der UNO in Bagdad und das Gebäude des Internationalen
Komitees vom Roten Kreuz oder auf Polizeistationen, bei denen in der Regel mehr irakische Schulkinder als von
den US-Besatzungsbehörden eingesetzte Sicherheitskräfte getötet werden?

Ich war zum Zeitpunkt dieser Anschläge nicht mehr im Irak und kann die Entwicklung danach nur aus der Ferne beurteilen. Aber soweit ich weiß, trat der organisierte Widerstand erst ab Oktober in Aktion. Zuvor gab es vereinzelte spontane Angriffe. Kampfhubschrauber und Flugzeuge etwa wurden erst im Herbst beschossen und getroffen.

Die Republikanischen Garden, die Fedajin-Saddam und die anderen bewaffneten Gruppen wurden vor dem Krieg im Straßen- und Häuserkampf trainiert. Terroranschläge auf zivile Ziele standen nicht auf dem Programm, dafür dürfte eher Al Qaida verantwortlich sein. Anschläge wie die auf die UNO und das Rote Kreuz werden vom irakischen Volk auch nicht akzeptiert. Ebensowenig diejenigen, die irakische Kinder gefährden. Ziel von Angriffen müssen immer die Besatzungstruppen und -behörden sein.

F: Der Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz

sowie ihnen angeschlossene Medien warnten in den
vergangenen Wochen wiederholt vor Anschlägen in
Deutschland. In München wurde nach entsprechenden
Presseberichten ein Iraker verhaftet, der Mitglied
von Ansar-e-Islam sein soll. Wie stehen Sie zu
Anschlägen in Deutschland und anderen europäischen
Ländern?

Wir Iraker kämpfen gegen die Besatzung und für die Freiheit unseres Landes. Wir kämpfen gegen amerikanische und britische Soldaten im Irak und alle anderen Truppen, die dort nichts zu suchen haben. Wir kämpfen gegen sie im Irak, bis sie unser Land verlassen haben und wir wieder souverän sind. Deutschland ist nicht mein Feind, warum sollte ich mich also hier betätigen? Ich studiere hier und gehe irgendwann in meine Heimat zurück.

F: Wie haben Sie die Vorführung des verhafteten

Saddam Hussein erlebt?

Ich war schockiert und sehr, sehr traurig. Ich habe ihn sofort erkannt, kann aber die Geschichte, die von den Amerikanern über seine Verhaftung verbreitet wurde, nicht glauben. Die Story ist für mich voller Rätsel. Es kann einfach nicht sein, daß alles so leicht passiert ist.

F: Wie wichtig ist bzw. war Saddam Hussein

für den Widerstand?

Er ist ein Teil des Irak und nicht umgekehrt. Der Irak ist kein Teil von Saddam Hussein. Ich kämpfe für mein Land, nicht für einen Teil. Mein Land hat eine mehrtausendjährige Geschichte und Kultur, Saddam Hussein bestimmte davon vielleicht drei Jahrzehnte. Alle Iraker, die ich kenne, kämpfen in erster Linie für ihr Land, nicht für Saddam Hussein. Das gilt auch für seine engsten Anhänger.

  • Von Rüdiger Göbel (Hg.) ist im Kai-Homilius-Verlag das Buch »Bomben auf Bagdad. Nicht in unserem Namen« erschienen. Der PapyRossa-Verlag hat soeben seinen mit Joachim Guilliard und Michael Schiffmann zusammengestellten Band »Der Irak - Krieg, Besetzung, Widerstand« herausgegeben. Beide Bücher sind auch im jW-Shop erhältlich.

Interview: Rüdiger Göbel

junge Welt vom 10.01.2004
http://www.jungewelt.de/2004/01-10/029.php

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Five Killed, Scores Wounded In Blast Near Iraqi Mosque

BAQUBA, Iraq, January 9 (IslamOnline.net & News Agencies) - At least five people were killed and 37 injured Friday, January 9, in an explosion outside a Shiite mosque in the town of Baquba, northeast of Baghdad, after the end of Friday prayers, as U.S. forces carried out a major raid in the northern town of Tikrit.

"Five people were killed and 37 people injured in an explosion near the Haj Sadek Banin mosque," Ziad Tarek, a doctor at the general hospital in Baquba, 60 kilometers (36 miles) from Baghdad, told Agence France-Presse (AFP).

Baquba, in Diyala province, is populated by a mixture of Sunni and Shiite Muslims.

Major Raids Target Tikrit

Meanwhile, hundreds of U.S. occupation soldiers backed by air support clamped down on what they call "suspected insurgents" in a major raid Saddam Hussein's hometown of Tikrit Friday as mortar attacks were reported against a Baghdad hotel used by foreign businessmen and contractors.

The latest developments came just hours after an apparent groundto -air missile strike forced a U.S. Air Force cargo plane to make an emergency landing and a U.S. military helicopter crashed, killing all nine people on board.

In Tikrit, night raids involving 300 troops saw the capture of 13 men suspected of carrying out, funding and organizing attacks on occupation forces, according to Lieutenant Colonel Steve Russell, the operation's commander.

The suspects, several trying to flee their captors, were pulled from their homes, blindfolded and handcuffed as relatives looked on.

Bomb-making equipment, forging equipment used to produce fake police identity cards and small arms were recovered in what Russell described as a "good night".

"Tikrit will be a safer place tomorrow as a result," he told reporters.

Russell's battalion is in charge of patrolling the restive town, where many still support Saddam and where attacks on U.S. troops are a frequent occurrence.

But while deadly assaults on occupation forces are continuing elsewhere in the so-called Sunni triangle, in Tikrit they have decreased since the capture of Saddam December 13.

In Baghdad, Iraqi resistance activists early Friday fired two rocket-propelled grenades at a hotel used by foreign companies contracted by the U.S.-led occupation authority, but there were no casualties. The attack was the third on the building in under a month.

"The first and fourth floors were hit. No one was wounded," said a security guard of one of the companies hired by the coalition.

The attack happened at around 6 am (0300 GMT) on the Bourj al-Hayat hotel, protected from the street by cement barriers, which is close to offices of the Kurdistan Democratic Party that rules northern Iraq's Arbil and Dohuk provinces.

On Thursday, nine soldiers were killed when a U.S. military UH-60 Blackhawk helicopter crashed in potato fields near the rebel town of Fallujah. U.S. Defense officials said they suspected hostile fire was involved.

"I heard a report that the pilot may have seen some sort of fire, and it may have hit a tail rotor," a senior defense official told AFP, speaking on condition of anonymity. He said an investigation was underway.

Brigadier General Mark Kimmit, the U.S.-led occupation troops' deputy operations chief, said those on board were presumed U.S. soldiers. If confirmed, their deaths would take to 225 the number of American combat fatalities since U.S. President George W. Bush declared an end to major hostilities on May 1.

Bush said he was "saddened" by the latest loss of life, White House spokesman Scott McClellan told reporters.

Kurds Win Autonomy Accord

On the political front, Kurdish and Arab leaders huddled in northern Iraq to thrash out the future shape of the oil-rich nation as a Kurdish member of the interim Governing Council said virtual autonomy enjoyed by the Kurds would be enshrined in law until elections in 2005.

Efforts to resolve the prickly self-rule demands by Kurds in the northern Sulaimaniyah, Dohuk and Arbil provinces have produced agreement that autonomy will be enshrined in law until 2005, Governing Council member Judge Dara Nuraddin told AFP.

"In the fundamental law, Kurdistan will have the same legal status as it has now," he said about the region that has enjoyed virtual autonomy since the end of the 1991 Gulf War.

Kurdish demands for a federal zone have ignited deadly ethnic unrest in the region and stoked anxieties in neighboring countries, adding to the insurgency headaches which continue to blight post-war Iraq.

http://www.islamonline.net/English/News/2004-01/09/article05.shtml

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Five killed in Iraq Shia mosque bombing

At least five people have been killed and dozens of others injured in a bomb blast at a Shia mosque in the central Iraqi town of Baquba, local police and witnesses have said.

The blast occurred on Friday after the end of the main weekly prayers.

Local police and witnessess said the bomb exploded outside a small mosque in a residential area. Officials at a nearby hospital said they knew of 39 people injured.

It was not clear whether it was a car bomb.

Baquba, 65 km north of Baghdad, is a hotbed of resistance to the US-led occupation of Iraq.

The attack comes a day after nine US personnel were killed when their military helicopter crashed in the hotbed city of Falluja. Witnesses said it had been brought down by a missile.

Mosques have been the target of violent attacks in the past.

A car bomb outside the main mosque in the Shi'ite holy city of Najaf killed more than 80 people after Friday prayers last August. An explosion near a mosque in the mainly Sunni town of Falluja in June killed nine people.

Agencies

Friday 09 January 2004 11:12 AM GMT

You can find this article at:
http://english.aljazeera.net/NR/exeres/E9EE56B0-C469-4D7BB 1B1-408128A08CFB.htm

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              Unofficial sources to Al Bawaba: Saddam's
             presidential secretary "dies" in US custody

Unofficial Iraqi sources told Al Bawaba Wednesday that Abed Hamoud al-Tikriti, presidential secretary of former leader Saddam Hussein died two days ago while in US custody.

Iraqi security officials contacted by Al Bawaba declined to comment on the report, but have not denied it either.

Al-Tikriti was taken into custody on 18 June, 2003. Abed Hamoud was considered one of Saddam's closest aides, and controlled access to the president. He was said to have directed matters of state and handed down many of the ousted regime's orders. Upon his capture, the US authorities claimed Abed Hamoud possessed vital information about Iraq's alleged WMD. Since his detention, reports in the Arabic press have claimed he was tortured by US investigators to pressure him to provide information on weapons development programs. (Albawaba.com)

www.albawaba.com
January 07, 2004

http://www.albawaba.com/news/printArticle.php3?sid=267481&lang=e

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Saddam's capture: was a deal brokered behind the scenes?

When it emerged that the Kurds had captured the Iraqi dictator, the US celebrations evaporated. David Pratt asks whether a secret political trade-off has been engineered

For a story that three weeks ago gripped the world's imagination, it has now all but dropped off the radar.

Peculiar really, for if one thing might have been expected in the aftermath of Saddam Hussein's capture, it was the endless political and media mileage that the Bush administration would get out of it.

After all, for 249 days Saddam's elusiveness had been a symbol of America's ineptitude in Iraq, and, at last, with his capture came the long-awaited chance to return some flak to the Pentagon's critics.

It also afforded the opportunity to demonstrate the effectiveness of America's elite covert and intelligence units such as Task Force 20 and Greyfox .

And it was a terrific chance for the perfect photo-op showing the American soldier, and Time magazine's "Person of the Year", hauling "High Value Target Number One" out of his filthy spiderhole in the village of al-Dwar.

Then along came that story: the one about the Kurds beating the US Army in the race to find Saddam first, and details of Operation Red Dawn suddenly began to evaporate.

US Army spokesmen - so effusive in the immediate wake of Saddam's capture - no longer seemed willing to comment, or simply went to ground.

But rumours of the crucial Kurdish role persisted, even though it now seems their previously euphoric spokesmen have now, similarly, been afflicted by an inexplicable bout of reticence.

It was two weeks ago that the Sunday Herald revealed how a Kurdish special forces unit belonging to the Patriotic Union of Kurdistan (PUK) had spearheaded and tracked down Saddam, sealing off the alDwar farmhouse long "before the arrival of the US forces".

PUK leader Jalal Talabani had chosen to leak the news and details of the operation's commander, Qusrut Rasul Ali, to the Iranian media long before Saddam's capture was reported by the mainstream Western press or confirmed by the US military.

By the time Western press agencies were running the same story, the entire emphasis had changed however, and the ousted Iraqi president had been "captured in a raid by US forces backed by Kurdish fighters".

In the intervening few weeks that troublesome Kurdish story has gone around the globe, picked up by newspapers from The Sydney Morning Herald to the US Christian Science Monitor, as well as the Kurdish press.

While Washington and the PUK remain schtum, further confirmation that the Kurds were way ahead in Saddam's capture continues to leak out.

According to one Israeli source who was in the company of Kurds at a meeting in Athens early on December 14, one of the Kurdish representatives burst into the conference room in tears and demanded an immediate halt to the discussions.

"Saddam Hussein has been captured," he said, adding that he had received word from Kurdistan - before any television reports.

According to the Israeli newspaper Haaretz, the delegate also confirmed that most of the information leading to the deposed dictator's arrest had come from the Kurds and - as our earlier Sunday Herald report revealed - who had organised their own intelligence network which had been trying to uncover Saddam's tracks for months.

The delegate further claimed that six months earlier the Kurds had discovered that Saddam's wife was in the Tikrit area. This intelligence, most likely obtained by Qusrut Rasul Ali and his PUK special forces unit, was transferred to the Americans. The Kurds, however, are said to have never received any follow-up from the coalition forces on this vital tip-off and were furious.

Whatever the full extent of their undoubted involvement in providing intelligence or actively participating on the ground in Saddam's capture, the Kurds, and the PUK in particular, would benefit handsomely.

Apart from a trifling $25 million bounty, their status would have been substantially boosted in Washington, which may in part explain the recent vociferous Kurdish reassertion of their long-term political ambitions in the "new Iraq".

For their own part the Kurds have already launched a political arrangement designed to secure their aspirations with respect to autonomy, if not nationalist or separatist aspirations.

To show how serious they are, the two main Kurdish groups, the PUK and the Kurdistan Democratic Party (KDP), have decided to close ranks and set up a joint Kurdish administration, with jobs being divided between the two camps. They have made it clear to the Americans that their leadership has a responsibility to their constituency.

Last week Massoud Barzani, leader of the KDP, called for a revision of the power-transfer agreement signed between the US-led coalition and Iraq's interim governing council to recognise "Kurdish rights".

The November 15 agreement calls for the creation of a national assembly by the end of May 2004 which will put in place a caretaker government by June, which in turn will draft a new constitution and hold national elections

"The November 15 accord must be revised and `Kurdish rights' within an Iraqi federation must be mentioned," Barzani told a meeting of his supporters.

"The Kurds are today in a powerful position but must continue the struggle to guard their unity," he added.

This renewed determination to fulfil their political objectives is shaking up other ethnic residents in northern Iraq, who fear at best being marginalised; at worst victimised. Over the last week there have been increasingly violent clashes between Kurdish and Arab students, and between Kurds and Turkemens, in the oil rich city of Kirkuk.

Such ethnic confrontations point to another dangerous phase in Iraq's power-brokering. If the Kurds did indeed capture Saddam first, and a deal was struck about his handover to the US, then it's not inconceivable that the terms might have included strong political and strategic advantages that could ultimately determine the emerging power structure in Iraq.

Sunday Herald - 04 January 2004

http://www.sundayherald.com/print39096

  • * *

First token batch of prisoners released tell of torture,

martyrdom inside US concentration camp

translated and/or compiled by Muhammad Abu Nasr

Hundreds of angry Iraqis, meanwhile, waited outside Baghdad's infamous Abu Ghurayb prison where the US aggressors hold many of their Iraqi captives, for a much-publicized release of detainees that did not occur by late afternoon. Relatives of prisoners held by the US invaders waited in frustration for hours, hoping relatives would be among the prisoners whom the US promised would be freed in what US occupation officials portrayed as a goodwill gesture. The plan calls for the release of less than 4 percent of the Iraqis now claimed to be in occupation prison camps, and is little more than a token gesture.

American occupation guards said they had no orders to release anyone, and an Iraqi lawyer, Mohammed al-Tamimi, expressed doubt anyone would be freed Thursday from Abu Ghurayb.

As families waited for hours in the sun outside the Abu Ghurayb prison, a US occupation truck made its way through the crowd to deliver a new batch of Iraqi detainees, their hands bound behind them and their heads covered in green bags, to the facility.

There was more confusion when three truckloads of prisoners were driven out of the prison and those waiting rushed out into the street after them, stopping traffic. But an official said that was a routine release that had nothing to do with the amnesty that was announced Wednesday by US proconsul L. Paul Bremer. "This has nothing to do with Bremer's announcement," Lieutenant Cololnel Roy Shere said. Shere, a spokesman for the 800th Military Police Brigade, which operates prisons in Iraq, said the unit had not received any order to release prisoners under the amnesty.

Later reports indicated that the two truckloads, containing some 60 prisoners were indeed the releases that the Bremer announcement had promised. The trucks took the prisoners, some 500 meters away from the prison for the release, forcing the crowd of relatives to chase after them.

The Agence France Presse (AFP) said that Operation Handover was completed with few signs of joy or celebration. There were no chants and no joyous ululation since many of the citizens who waited hours hoping to see their loved ones returned empty-handed. Those whose relatives did emerge mostly left immediately for their homes without fanfare. Those people whose relatives failed to come out circulated among the departing prisoners showing pictures of their family members and trying to find any information about their fates.

A few of the released prisoners were interviewed by the press. Ahmad Ghazi (22) told the AFP that the first stages of his imprisonment were "very hard." He said "they interrogated me for four days constantly from early morning until midnight while my hands were bound and my head was on the ground." He showed reporters the scars left by the fetters on his wrists. "They wanted me to admit that I had attacked them," explaining that the charge against him was "taking part in operations against the American forces."

Released prisoner Sa'd Hamed 'Ali related that he was arrested after being shot at on a street where there was a gunbattle involving Americna occupation forces. But Sa'd, who was imprisoned for four months and ten days does no know what the charge against him was, nor the reason for his arrest. He says: "They arrested me just because they thought I was suspicious. I was never interrogated."

Muhammad 'Atrus spoke about an uprising (intifada) by the Abu Ghurayb prisoners that took place last summer in protest against their being kept in detention. "Many of the prisoners died as martyrs when the [American] soldiers opened fire on them."

Basel 'Abd al-Khaleq said that the prisoners released on Thursday all came from the first eight camps in the prison, pointing out that there were no releases from the "heavy camps." Those prisoners, he said "don't see us and we don't see them. They are the leaders and officials and heads of tribes."

Basel, a former officer in the Army of the Republic of Iraq, who was taken prisoner on 17 July 2003, said that he was not personally tortured. "But they brought in people in a pitiable state. The Chief of Staff of the Second Corps [of the Army of the Republic of Iraq], for example, was brought in from his interrogation with his ribs broken as a result of beatings."

Most of the stories of those arrested on Thursday, the first batch of those supposedly slated to be released, indicated that they had been arrested merely "on suspicion" and that they were not people who had actually been involved in attacks on the American occupation forces.

Hasan Ahmad Hamzah, for example, who was subjected to a harsh interrogation lasting four days during which he was beaten and deprived of food and water, said: "The charge against me? What charge? I don't know why I was arrested."

Kamel, who was arrested with five of his brothers when their house was raided said "They said that they arrested me on suspicion. They wrote on a piece of paper that I am a suspect."

Bremer had said they would release 506 of some 12,800 prisoners and that the first 100 would be freed Thursday from Abu Ghurayb. The rest were expected to be freed "in coming weeks" from the many concentration camps that the US occupation has set up all over the country.

Later, on Thursday, US occupation sources issued a claim that they are only holding 6,700 prisoners, of whom 99 were described as very important, while 257 were described as "foreign fighters." In addition, the American sources said, there are 2,500 prisoners being held for violations of public law. There was no ready explanation for the discrepancy in reports about the number of prisoners in the occupation's camps and cells.

Bremer stipulated that before they are released the prisoners must first sign a statement renouncing what he called "violence" and have a community or tribal leader accept responsibility for their conduct. Aggressor officials claimed that those to be released were low-level "associates" of Resistance fighters who had not been directly involved in any attacks.

Occupation troops have routinely rounded up thousands of
people "suspected of attacks" or of funding the Iraqi Resistance. But relatives at the prison said people were being arrested unjustly and there were dozens of tales of men detained simply because they were near the scene of an attack. After people are taken prisoner, their families frequently hear nothing more from them for months and do not even know where their loved ones are being held.

The release of prisoners has been a top demand of the country's community and tribal leaders, as well as human rights advocates who recognize that families are searching for relatives who get detained and have not been heard from for months.

Sources: al-Arab al-Yawm daily newspaper, Amman, Jordan,
Friday, 9 January 2004.

http://story.news.yahoo.com/news?tmpl=story&u=/ap/20040108/ ap_on_re_mi_ea/iraq&cid=540&ncid=716

http://www.alkader.net/jan/First%20token%20batch040109.htm

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