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EU-Atomlobby strahlt heller denn je

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Die Presse, 12.3.08

EU-Atomlobby strahlt heller denn je

DORIS KRAUS (Die Presse)

AKW sind keine erneuerbaren Energieträger. Aber Nuklearenergie ist in der EU eine Realität, ohne die kein Klimaziel erreicht werden wird.

Paradox, aber wahr: Ausgerechnet die vollmundigen Klimaziele der EU zur Senkung der CO2-Emissionen um 20 Prozent bis 2020 bei gleichzeitiger Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien um 20 Prozent haben der Atomkraft zur Renaissance verholfen.

Diesen Trend will Frankreich, nukleares Aushängeschild der EU, beim Gipfeltreffen am Donnerstag und Freitag nutzen, um diese Energieform zu forcieren und unter dem Titel "erneuerbar" verbuchen zu lassen. An Helferlein mangelt es Paris dabei nicht. Es gibt eine lange Liste neuer EU-Mitglieder, die bereuen, sich beim Beitritt auf die Schließung alter AKW festgelegt zu haben (Bulgarien, Litauen, Slowakei), oder sich sorgen, wie sie selbst die ehrgeizigen Klimaziele ohne nukleare Hilfe erreichen können. Die Atomlobby in der EU strahlt heller denn je.

Nur Österreich will sich von diesem Glanz nicht blenden lassen und gegen jede Gleichstellung der Atomkraft mit erneuerbarer Energie kämpfen. Damit hat Wien einerseits Recht. Atomkraft ist nur insofern "saubere Energie" als oben Wasserdampf rauskommt. Es muss aber auch das schwierige Problem der Endlagerung berücksichtigt werden.

Andererseits aber ist Österreich auf dem Holzweg. Ohne Atomkraft wird die EU ihre Klimaziele nicht erreichen können. Akzeptiert man diese Prämisse, muss man aber auch anerkennen, dass dafür möglichst sichere und möglichst saubere AKW nötig sind. Das zu verhindern tut auch Atomgegnern keinen Gefallen. (Bericht: Seite 7)

doris.kraus ät diepresse.com

13.03.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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