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Faire Agrarpolitik in Europa stärkt Kleinbauern weltweit /
Bundesregierung muss sich für wirksame Milchmengenregulierung und
Staffelung der Agrarsubventionen einsetzen
Berlin (ots) - Deutliche Kritik an den Reformvorschlägen zur
EU-Agrarpolitik äußern Bauern aus Deutschland und Vertreter von
Kleinbauernorganisationen aus acht Entwicklungs- und Schwellenländern
anlässlich des internationalen Kongresses "Europäische Agrarpolitik
fair gestalten" in Berlin. Organisiert wird der Kongress von "Brot
für die Welt" und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
(AbL). "Kleinbauern haben eine Schlüsselstellung im Kampf gegen den
Hunger", betont Carolin Callenius, zuständig für die Kampagne für
Ernährungssicherheit bei "Brot für die Welt". Der Schutz ihrer Märkte
vor Billigimporten aus der EU müsse daher auch in der europäischen
Handels- und Agrarpolitik beachtet werden.
In einem einjährigen Dialog haben Bauern aus Nord und Süd,
darunter Brasilien, Kenia, Sri Lanka und Deutschland, Gemeinsamkeiten
in der Gefährdung ihrer Lebens- und Wirtschaftsweise festgestellt.
Die Dialogteilnehmer fordern die EU-Kommission und die deutsche
Bundesregierung auf, Konzepte zum Erhalt der existenzsichernden
Landwirtschaft und zur ländlichen Wirtschaftsentwicklung weltweit zu
erarbeiten. Sie fordern dafür unter anderem ein flexibles
Mengenmanagement, um die europäische Milchproduktion zu begrenzen.
Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe müssten gestaffelt
und dabei die Kosten für landwirtschaftliche Arbeitskräfte
berücksichtigt werden. Außerdem fordern sie die Festschreibung von
Schutzmöglichkeiten der einheimischen Milchproduktion weltweit.
"Am Produkt Milch lässt sich deutlich aufzeigen, wie die
Agrarmarktpolitik der EU die Entwicklungschancen in
Entwicklungsländern bis heute gefährdet hat", erklärt Bernd Voß,
Milchbauer und im Bundesvorstand der AbL. "Wird die Milchquote noch
ausgedehnt und das Ende der Milchquote für Europa beschlossen, wie
die europäische Kommission vorschlägt, werden binnen kurzem nicht nur
viele kleinere und mittlere Landwirte in Deutschland ihre
Arbeitsplätze verlieren, sondern auch erneut große Mengen an Milch
unter Produktionskosten auf den Weltmarkt abgesetzt und somit die
Existenzen vieler Kleinbauern weltweit zerstört."
Die Reformvorschläge der EU-Kommission führten zu einer
Exportorientierung in der europäischen Milchwirtschaft. Dabei hätten
die vergangenen Jahre gezeigt, dass bereits kleine Mengen an
exportierten Milchprodukten aus der EU gravierende Störungen auf den
Märkten Afrikas verursachen. "Wir befürchten, dass unsere Bäuerinnen
die Milchkuhhaltung aufgeben müssen, nachdem wir sie über Jahre dazu
ermuntert haben", schildert Philip Ombidi, Leiter der kenianischen
"Brot für die Welt"-Partnerorganisation Inter Diocesan Christian
Community Services, die Probleme in seinem Land.
Auf einem Kongress am heutigen 6. März in Berlin richten die
Betroffenen ihre Forderungen auch an die Bundesregierung.
Weitere Presseinformationen sowie Informationen zur Fachtagung am
6. März unter: www.brot-fuer-die-welt.de/ernaehrung/agrardialog
Originaltext: Brot für die Welt
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6938
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- Pressekontakt
- Anja Wieland, Pressereferentin "Brot für die Welt", 0711-2159-348
Ulrich Jasper, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft,
02381-9053-171
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