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WAZ: Keine Ampel für Lebensmittel - Verpasste Chance. Kommentar von
Matthias Korfmann
Essen (ots) - Klap, klap, klap - Da dürften sich gestern einige
Vertreter der Nahrungsmittelindustrie und des Einzelhandels fröhlich
auf die Schultern geklopft haben: Die EU will nicht, dass auf Pommes,
Pizza, Schokoriegel und Chipstüte künftig eine rote Ampel
signalisiert: besser Finger weg!
"Zu unwissenschaftlich" sei sowas und "zu irreführend". Ganz
falsch ist dieser Standpunkt nicht. Eine Pizza ist ja nicht rundum zu
verteufeln, und eine Flasche Cola hätte bei der "Ampel", die zur
Diskussion stand, nur einen roten (für Zucker), aber drei grüne
Punkte bekommen (kein Fett, kein Salz, keine gesättigten Fettsäuren).
Nein, sie wäre nicht perfekt, die Lebensmittel-Ampel. Aber sie
wäre eine willkommene Hilfe beim Einkauf. In der Kunst der
Irreführung sind die Hersteller nämlich auch sehr bewandert: light,
frisch, vitaminreich, wertvoll - all diese Angaben sind äußerst
relativ, bis hin zum Etikettenschwindel.
Künftig sollen keine Ampelfarben, sondern noch mehr Infos auf den
Verpackungen stehen. Wer liest sich das denn durch? Wer zückt den
Taschenrechner und zählt Kalorien? Kinder aus armen und
"bildungsfernen" Familien sind da komplett überfordert. Gerade sie
hätten die Ampel verdient.
Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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