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Lausitzer Rundschau: Telekom ließ Aufsichtsräte und Journalisten
ausspionieren Ohne jedes Maß
Cottbus (ots) - Vielleicht wird vielen Menschen erst langsam klar,
was sich hinter dem jüngsten Skandal bei der Telekom verbirgt. Denn
das, was bisher als Abhör-Affäre Schlagzeilen macht, ist mehr als
das. Es ist ein Erdrutsch. Hier wurde offenbar nicht nur gegen ein
Gesetz verstoßen, sondern gleich gegen eine ganze Reihe. Immer
deutlicher werden die Hinweise darauf, dass sich Leute an der Spitze
eines Konzerns aufgeführt haben, als gäbe es für sie keine Regeln,
keine Grenzen, kein Maß.
Datenschutz, Bankgeheimnis, Schutz der Privatsphäre, Pressefreiheit nichts
scheint die Telekomspitzel gebremst zu haben bei dem Versuch,
Informanten im eigenen Vorstand ausfindig zu machen. Bei der VerräterJagd
gab es offenbar kein Halten. Nicht nur Telefonkontakte wurden
durchforstet, so sieht es derzeit aus, auch Konten wurden ausgespäht,
Spitzel und versteckte Kameras in Büros und Redaktionsstuben geschleust,
aus HandyOrtungen Bewegungsprofile erstellt.
Und als wäre das nicht alles schon schlimm genug, gibt es nun Berichte,
dass auch ehemalige Stasioffiziere diese Drecksarbeit erledigten. Was
noch herauskommt? Keiner weiß es.
Die ermittelnde Staatsanwaltschaft allein wird solcher Hybris in den
Chefetagen nicht nachdrücklich genug Einhalt gebieten können. Auch
die Politik muss sich fragen, wie sie dafür sorgen kann, dass
Großkonzerne wieder Respekt bekommen vor elementaren Grundsätzen
unserer Gesellschaft.
Originaltext: Lausitzer Rundschau
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