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Pressemitteilung 29.04.08
Castor - Sicherheitsprobleme offen legen
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) fordert,
technische Probleme bei weiteren Castortransporten in die oberirdische
Gorlebener Zwischenlagerhalle offen zu legen und realistische Testreihen
durchzuführen.
Wie die Süddeutsche Zeitung (29.04.05) berichtete, hat es im
Zulassungsverfahren für einen neuen Castorbehälter Unstimmigkeiten
gegeben. Demnach beklagt die Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) in
einem Schreiben an die Castor-Hersteller bereits im Dezember letzten
Jahres "Defizite des Antragstellers bei grundlegenden Fragestellungen".
Die BI weist seit Jahren darauf hin, dass die Sicherheit der Behälter mit
hochgefährlichem Atommüll ohne realistische Testreihen lediglich mit
Rechenmodellen behauptet wird. "Es ist nicht nachvollziehbar, wie Ämter,
Genehmigungsbehörden und Politik ihre Schutzpflicht gegenüber der
betroffenen Bevölkerung vernachlässigen", beklagt ein BI-Sprecher.
So erklärten im Februar 2005 zuständige Experten des Bundesamts für
Strahlenschutz (BfS) vor dem Rat der Stadt Dannenberg, dass wirkliche
Tests gemäß ihrer Interpretation der Vorschriften der Internationalen
Atomenergiekommission (IAEA) nicht erforderlich seien. Für die Zulassung
reichten auch Berechnungen aus, die sich auf Tests mit ähnlichen
Behältern oder Modellen beziehen, die in den 70er und 80er Jahren
vorgenommen wurden. Das Amt habe diese Berechnungen auch nicht selbst
durchgeführt oder überprüft. Das sei Aufgabe der von den
Strahlenschützern beauftragten BAM. Welche Berechnungen diese im
Einzelnen vornahm, und wie weit diese sich auf Daten der BehälterHersteller
berufen, könnten sie nicht beurteilen. Reale Tests wie
beispielsweise Fall- und Brandversuche, lehnt das BfS aus Kostengründen
ab.
"Angesichts der mehr als 30 Millionen Euro an Polizeikosten, die
regelmäßig zur Durchsetzung der Transporte ausgegeben werden, ist dieses
Kostenargument haarsträubend", kommentiert ein BI-Sprecher. "Die
Sicherheit der Bevölkerung muss im Vordergrund stehen, nicht
Finanzinteressen der Atomindustrie". Die BI kündigt Proteste gegen
weitere Transporte an, die einen "unnötigen Sachzwang auf ein Endlager im
untauglichen Gorlebener Salzstock" verursachen
Francis Althoff 05843-986789
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