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Medienerklärung
3 Castoren in Gundremmingen ohne Langzeitdichtheitsnachweis
Vorfälle und Störfälle meldet das AKW Gundremmingen gerne einige Tage später
und möglichst kurz vor Feierabend und Redaktionsschluss. Dass man schon im
Jahr 2007 bei drei von sechs Castoren die vorgeschriebene Dichtheitsprüfung
nicht erfolgreich geschafft hat, und dennoch diese Castoren ins
Zwischenlager gestellt hat, verschwieg man den Journalisten auf der großen
Jahrespressekonferenz am 14. Februar 08. Deutschlands größtes AKW machte
dies erst am Gründonnerstag (20.3.08) mit einer kleinen und wesentliche
Fragen nicht beantwortenden Meldung auf der kraftwerkseigenen Homepage
publik.
Castoren müssen zum Schutz der Mitarbeiter vor der tödlichen Strahlung der
verbrauchten Brennelemente unter Wasser beladen werden. Denn Wasser dämpft
stark auch die heikle Gamma- wie Neutronenstrahlung. Noch unter Wasser wird
der Castor mit einem Primärdeckel verschlossen. Dieser besteht aus der für
die Langzeitdichtheit entscheidenden Metalldichtung und einer
Elastomerdichtung. Wenn der Primärdeckel fest montiert ist, und für seine
Langzeitdichtheit messtechnisch eine gute Prognose gemacht wurde, wird ein
zweiter Deckel, der sogenannte Sekundärdeckel aufgeschraubt.
Da bei diesen extrem radioaktiven Abfällen schon ein Millionstel Gramm
Menschen töten kann, ist es wichtig, dass zwei Deckel den Einschluss des
Atommülls sichern und dass die Dichtheit jedes Deckels nachgewiesen wird.
Dass ohne diesen Nachweis ein Castor ins Zwischenlager transportiert wurde,
ist unglaublich. Und dass dies sogar noch zwei weitere Mal gemacht wurde,
ist für uns unfassbar. Jetzt hat das AKW angekündigt, dass alle drei
Castoren - aber erst im Jahr 2009 - zur Kontrolle und Nachmessung zurück in
das AKW sollen. Die erneuten Castortransporte und -behandlungen erhöhen die
Unfallgefahren und damit das Risiko für die Bevölkerung und führen auf jeden
Fall zu einer zusätzlichen Strahlenbelastung der Mitarbeiter, die bei einer
sofortigen Behebung des Problems oder ggf. Stopp der Beladung weiterer
Behälter vermieden worden wären.
Unsere dem Gesundheits- und Umweltschutz verpflichtete Bürgerinitiative hat
heute sowohl das Bayerische Umweltministerium als auch das Bundesamt für
Strahlenschutz gebeten, den Sachverhalt zu klären und einzuschreiten.
Raimund Kamm (Vorstand)
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager
und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.
www.atommuell-lager.de <http://www.atommuell-lager.de/>
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