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http://www.contratom.de/
Deutschland, 2008-03-20
AUFRUF: Kein Forum dem Atomforum am 27. - 29. Mai 2008 in Hamburg
Ende Mai versammelt sich das DEUTSCHE ATOMFORUM zu seiner JAHRESTAGUNG
KERNTECHNIK in Hamburg. Mehr als 1.000 VertreterInnen aus (Atom)
Wirtschaft und Politik werden im CCH die atomaren Risiken verharmlosen
und die Atomenergie als weltweiten Klimaretter feil bieten. Ein Bündnis
aus Anti-Atom-Gruppen aus ganz Norddeutschland mobilisiert zu
Protestveranstaltungen.
Die Atombranche bemüht sich, die Akzeptanz für die Fortsetzung der
Atomenergie zu verbessern. Vor allem in der Debatte um die
Klimakatastrophe und bei der bis heute ungelösten Entsorgung der
Atomabfälle will sie Punkte machen, um ihre Reaktoren länger laufen
lassen zu können.
Klimawandel und die Endlagerfrage
Klimawandel - war da was? Die Erkenntnis, dass der vom Menschen gemachte
Klimawandel eine Tatsache ist, hat sich mittlerweile in weiten Teilen von
Politik und Gesellschaft herumgesprochen. Und getreu dem Motto, die
Letzten werden die Ersten sein, versuchen jene, die den Klimawandel am
längsten geleugnet haben, heute die Ersten zu sein, die uns eine neue /
alte Lösung für das Klimaproblem anzubieten haben.
Atomkraft sei CO2 "neutral" heißt es da in den Flugschriften des
deutschen Atomforums. Mit dieser Form des Green-Washings wird versucht,
einen zweiten Frühling für die Atomenergie herbei zu reden. Ohne von den
enormen Risiken der Atomenergienutzung zu sprechen, versuchen sie sich
als Klimaretter aufzuspielen. Doch auch die Atomenergie ist nicht CO2frei.
Denn beim Uranabbau, bei den zahlreichen Transporten und bei den
verschiedenen Fertigungsschritten zur Herstellung von Brennelementen
entsteht ehr wohl CO2. Und wie wenig glaubhaft die Klimaschutz-AtomDebatte
ist, zeigt sich deutlich an anderer Stelle.
Die vier AKW-Betreiber Vattenfall, E.On, EnBW und RWE investieren gerade
in ganz großem Stil in die Fortsetzung der Klimakatastrophe: Insgesamt 19
neue Kohlekraftwerke wollen sie bundesweit bauen. Für 40 Jahre
Betriebsdauer schreiben sie damit viel zu hohe CO2-Emissionen fest! Mit
Klimaschutz haben diese Konzerne nichts am Hut. Beim Betrieb von
Atomkraftwerken wie bei den neuen Kohlekraftwerken geht es nur um Eines:
Um die Gewinne für die Aktionäre.
Trotz aller Bemühungen der Atombranche: Die Bevölkerung will den Ausstieg
aus der Atomenergie. Zahllose Störfalle in den Atomreaktoren, aber auch
die bis heute ungelöste Entsorgung der radioaktiven Abfälle sind Gründe
für diesen Ausstiegswillen. Kein Wunder also, wenn die Atomgemeinde neben
dem Klima vor allem daran interessiert ist, die Endlagerung als gelöst
anzupreisen.
Atommüll-Endlagerung - ein Horrorszenario
Die Atomlobby wird der Bevölkerung weiter vorgaukeln wollen, dass die
Lagerung des gefährlichen Atommülls gelöst sei. Der Grund: Nach
jahrzehntelangem Streit ist im letzten Jahr die Genehmigung für die
Lagerung von schwach- und mittelaktivem Atommüll im Schacht Konrad
erteilt worden. Doch eine Genehmigung hat nichts mit Sicherheit zu tun!
Das lässt sich in direkter Nachbarschaft vom Schacht Konrad erleben: In
dem ehemaligen "Versuchs-Endlager" ASSE bei Wolfenbüttel entwickelt sich
derzeit der größte anzunehmende Unfall für die Endlagerung von Atommüll.
In das Grubengebäude von ASSE II dringt unkontrolliert Wasser ein. Die
Betreiber rechnen nur noch mit einer Standsicherheit bis 2014. Der
gesamte Salzstock ist vom Zusammenbruch bedroht. Ein Horrorszenario. Das
Wasser gelangt direkt an den Atommüll, löst die radioaktiven Stoffe und
verwandelt sich zusätzlich in einen hochgefährlichen, chemischen
Giftcocktail. Über unterirdische Pfade gelangt dieses Wasser schließlich
in die Trinkwasserversorgung und an die Umwelt. Keine 30 Jahre nach der
ersten Einlagerung von Atommüll ist es mit der vermeintlichen Sicherheit
bereits vorbei. Und auch im Endlager Morsleben gibt es gravierende
Probleme mit der Standfestigkeit, hier sind bereits einige Stollen
eingestürzt oder werden derzeit neu verfüllt, um einen Einbruch zu
verhindern.
Die Ereignisse in der ASSE machen klar, wie wenig von all den
Behauptungen des Atomforums zu halten ist. Deswegen müssen die geplanten
Endlager im Schacht Konrad und in Gorleben gestoppt werden: Klimaschutz
durch Atomanlagen und sichere Endlager - das hat nichts mit Realität zu
tun, sondern nur mit den wirtschaftlichen Interessen dieser Industrie und
deren politischer Vertreter!
Gegen Atomrisiken und Klimakatastrophe - sofortige Stilllegung aller
Atomanlagen!
Wenn sich in Hamburg vom 27. - 29. Mai die Atomlobby als Deutsches Atomforum
zur Jahrestagung Kerntechnik zu ihrer Propaganda-Show versammelt, machen wir
mit Gegenveranstaltungen mobil:
Atomforum rocken - Montag 26.5. ab 19 Uhr
Konzert "Störfall" im Schanzenpark, mit RANTANPLAN und KLAUS der Geiger,
Infostände, Schlafplatzbörse für Auswärtige
Dienstag 27.5. : ab 8.30 Uhr
Auftaktkundgebung vor dem CCH - den ganzen Tag über diverse Beiträge mit dem
Mobilen Musikkampfwagen aus dem Wendland.
Darüber hinaus gibt es im Vorfeld zahlreiche Veranstaltungen. Achtet auf
Flyer und Aushänge.
- ErstaufruferInnen
- BI Umweltschutz Lüchow Dannenberg, Arbeitsgemeinschaft, Schacht KONRAD e.V.,
ROBIN WOOD, AntiAtomBüro Hamburg, Systemoppositionelle Atomkraft Nein Danke
(SAND), Kampagne Tschüss Vattenfall, ASSE-II-Koordinationskreis, ContrAtom,
Bündnis AKW Brunsbüttel stilllegen - jetzt.
MATERIAL - DOWNLOAD
[ Aufruf "Kein Forum dem Atomforum" - Mai 2008 in Hamburg [Flugblatt A4,
pdf, 250 kb] ]
Thema: Aktion / Termin - Rubrik: andere/sonstige
Quelle: contrAtom ...
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