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.ausgestrahlt-Newsletter
4. Februar 2008
Es schreibt: Matthias Weyland
LESEN, HANDELN UND WEITERSCHICKEN!
Inhalt
- Atomkraft als Wahlkampfthema
- Urantransporte: Atomkraft fast schon Trend
- Leukämiestudie: Atomkraft als Krebsrisko
- Endlager: Atomkraft als Aus"lauf"modell
- AKW Krümmel: Atomkraft als Versorgungsrisiko
Liebe Freundinnen und Freunde,
Das Jahr 2008 verspricht atompolitisch ereignisreich und spannend zu
werden. Ein guter Startschuss war der Wahlkampf in Hessen, der -
unabhängig vom Ausgang - vor allem eines zeigt: Das Thema Energiepolitik
scheint sich wieder für eine öffentliche Debatte zu eignen, noch dazu in
einer so kontroversen Form.
> Atomkraft als Wahlkampfthema
Auch wenn die Couleur der Regierungen in der Vergangenheit wenig
geändert hat bei atompolitischen Weichenstellungen, so ist es
erfreulich, dass eine breite Öffentlichkeit der Steinzeittechnologie
Atomkraft (wie auch der Kohleverstromung) eine klare Absage erteilt hat.
Ob der nötige Druck für die Umsetzung aufgebaut wird, liegt nun an uns,
der Anti-Atom-Bewegung. Den Anfang haben viele Aktive gemacht, indem sie
inzwischen über 250.000 Exemplare der Zeitung "Biblis angeklagt" in den
Briefkästen Hessens verteilt haben. Die Gesamtauflage beträgt sogar
beachtliche 840.000 Stück. So konnte, in Begleitung mit der
aktuell eingereichten Klage gegen das AKW Biblis B, breit über die
Pannenreaktoren und die Gefahren der Atomkraft informiert werden. Mehr
Informationen, die Zeitung als pdf-Dokument und Kontaktdaten gibt es
unter: http://www.ippnw.de/article/080130_Bibliszeitung.html
> Urantransporte: Atomkraft fast schon Trend
Auch sonst scheint das Thema Atomkraft wieder anzukommen. Zwar finden
bereits seit Jahren Proteste gegen die regelmässigen Uran(müll)-
transporte von und zur Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau statt,
bundesweit wahrgenommen wird das Thema aber selten. Am 16. Januar gelang
es einer französischen Aktivistin, die Atommüllverschickung mit Ziel
Russland über sechs Stunden aufzuhalten, was die mediale Aufmerksamkeit
auch bundesweit auf das Problem lenkte. Aktuelle Informationen dazu gibt
es wie immer in der .ausgestrahlt-Nachrichtenübersicht unter:
http://ausgestrahlt.de/atom/info/news
> Leukämiestudie: Atomkraft als Krebsrisiko
Erinnert Ihr Euch? Da gab es doch diese Studie die darauf hinwies, dass
in der Umgebung von Atomkraftwerken die Anzahl der Kinder mit der
Diagnose "Leukämie" um einiges höher ist als andernorts. Was ist seitdem
passiert, was sind die Konsequenzen? Erschreckend, welch kurze
Halbwertzeit die Sorge um die Gesundheit der Menschen in der Nähe von
Atomkraftwerken hat - sie scheint jedenfalls nicht proportional mit der
von Plutonium zu sein.
Damit das Thema sich nicht als Eintagsfliege erweist, wird derzeit die
Idee eines zentralen Protesttages vor allen deutschen Atomanlagen
weiterentwickelt. Der Arbeitstitel: "Raus mit der Wahrheit: Wie machen
die Atomkraftwerke Krebs?" Angestrebtes Datum ist Sonntag, der 6. April.
Merkt Euch den Termin schon einmal im Kalender vor. Wer sich bei der
Organisation einbringen will, kann gerne eine Mail an
info@ausgestrahlt.de schreiben. Hintergrundinformationen und die Studie
zum Download gibt es unter: http://ausgestrahlt.de/atom/info/analysen
> Endlager: Atomkraft als Aus"lauf"modell
Das Thema "End"lager wird uns als never-ending-story gleich an mehreren
Stellen begegnen. Ganz aktuell sollen die Umweltverbände bei dem
Begleitgremium zum "Forschungs"Bergwerk Asse II ausgeschlossen werden.
Seit 20 Jahren dringt Lauge in das angeblich standsichere und trockene
Lager: das Endlager befindet sich am absaufen. Nun soll das Bergwerk
geflutet werden - mit dem gesamten eingelagerten Atommüll. Mehr
dazu und Links zur Asse unter: http://www.atommuell-endlager.de/
In der Asse können wir derzeit erleben, wovor der Widerstand in Gorleben
schon lange warnt. Das Jahr 2008 bietet wieder die Chance ein Zeichen zu
setzen, dass sich dieser fahrlässige Umgang mit hochstrahlendem Atommüll
kein zweites Mal wiederholt. Nach einjähriger Pause und etwas Zeit für
andere Anti-Atom-Projekte rollt im Herbst wieder ein Castor-Transport in
die Leichtbauhalle des Zwischenlagers im wendländischen Gorleben.
Beobachter sehen den Widerstand in den letzten Jahren im Aufwind. Mit
dem Kraftschöpfen aus 2007 muss der Protest ja erfolgsversprechend
werden. Was Aktivitäten und Termine angeht, werdet Ihr natürlich von uns
auf dem Laufenden gehalten.
> AKW Krümmel: Atomkraft als Versorgungsrisiko
Das AKW Krümmel kommt nicht aus den Schlagzeilen - und damit die
Betreiber Vattenfall und E.on. Seit dem Trafobrand vom 28. Juni 2007
steht es nun still und wird voraussichtlich nicht vor Mitte Mai 2008
wieder ans Netz gehen. Ein schlechteres Zeugnis für die
Versorgungssicherheit durch Atomkraft gibt es eigentlich nicht. Immer
wieder tauchen Meldungen über neuentdeckte Mängel und Fehler auf.
Damit der gefährliche Reaktor nicht stillschweigend wieder ans Netz
gehen kann, bereiten sich AktivistInnen verschiedener Organisationen auf
eine Blockade des AKW vor. Als Termin wird der Freitag (14 Uhr) vor
Wiederanfahren des Meilers genannt. Sollte dies, etwa aufgrund der
mangelnden Öffenlichkeitsarbeit der Aufsichtsbehörden oder von
Vattenfalls nicht gelingen, wird für den Freitag nach dem Wiederanfahren
mobilisiert.
Übrigens, erst vor wenigen Tagen hat Vattenfall einen neuen Chef für den
Bereich Kommunikation eingesetzt - dass sich dadurch etwas an der
desaströsen Konzernpolitik ändert, glauben wir allerdings nicht.
Mehr Informationen und Mobilisierungsplakate für die Blockade unter:
http://www.contratom.de/kruemmel und im Logbuch von ausgestrahlt:
http://ausgestrahlt.de/atom/info/log
.ausgestrahlt wünscht allen ein erfolgreiches
und widerständisches Jahr 2008!
Herzliche Grüsse
Matthias Weyland
PS: Auch in 2008 freuen wir uns natürlich über die eine oder andere
kleine oder große Spende, die unsere Arbeit erst ermöglicht. Einfach
über https://www.campact.de/atom/donate oder per Überweisung auf das
unten genannte Spendenkonto.
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Spendenkonto: Campact e.V., Konto-Nr. 6981000040, Bank für
Sozialwirtschaft, BLZ 25120510, Stichwort: "ausgestrahlt"
Informationen: info ät ausgestrahlt.de
http://www.ausgestrahlt.de
Eintragen, Austragen, Adressänderungen:
http://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/ausgestrahlt
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