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IPPNW: Zeitung - Biblis angeklagt - hunderttausendfach verteilt

IPPNW-Presseinformation vom 30. Januar 2008

Zeitung "Biblis angeklagt" hunderttausendfach verteilt
IPPNW-Klage auf Stilllegung von Biblis B

Um ihre Klage vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel auf Stilllegung des Atomkraftwerks Biblis B zu begleiten, hat die Ärzteorganisation IPPNW gemeinsam mit dem Umweltverband BUND und der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien EUROSOLAR eine achtseitige Zeitung mit dem Titel "Biblis angeklagt" in einer Auflage von bisher 840.000 Exemplaren veröffentlicht. Mit viel ehrenamtlichem Engagement, bezahlten Verteilungen, Postwurfsendungen und
Zeitungsbeilagen wurden allein in der vergangenen Woche rund 250.000 Exemplare in die Briefkästen hessischer Privathaushalte gesteckt. "Insgesamt erreichten wir gut ein Fünftel aller hessischen
Privathaushalte", so die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen.

"Da die hessische Landesregierung das von uns im September 2005 angestoßene Verwaltungsverfahren zur Stilllegung von Biblis B jahrelang verschleppte und sogar in den letzten Monaten durch immer neue juristische Tricks auf Zeit spielte, wurde die Zeitung nicht schon wie geplant 2006 oder Anfang 2007, sondern erst im November 2007 veröffentlicht", so Claußen. "Das fiel dann zusammen mit dem hessischen Landtagswahlkampf, in dem die Energiepolitik eine wichtige Rolle spielte. Die Zeitung "Biblis angeklagt" stieß auf ein unerwartet großes Interesse, insbesondere in Südhessen sowie im Rhein-Main-Gebiet wurde sie stark verbreitet. In Biblis selbst und viele Dutzend Kilometer um Biblis herum gibt es nur wenige Briefkästen, in denen "Biblis angeklagt" fehlte."

In der Zeitung wird über die mehr als 150 Sicherheitsdefizite von Biblis B berichtet, über eine "Pisa-Studie" für Kernkraftwerke mit miserablen Noten für das RWE-Kraftwerk, über beunruhigende Ergebnisse von Experimenten des Biblis-Herstellers Siemens, sowie über die Möglichkeit einer echten Energiewende mit einer dezentralen Energiegewinnung auf der Basis von 100 Prozent erneuerbarer Energie.

"Die Menschen werden im Interview mit Dr. Werner Neumann vom BUND beispielsweise auch daran erinnert, dass die Energiekonzerne noch in den 1990er Jahren den maximal möglichen Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung mit 4 Prozent angaben, während wir heute schon fast 15 Prozent haben und auf 20 und sogar 30 Prozent zusteuern. Die Energiekonzerne haben also ganz offenkundig Unsinn erzählt. Der Anteil der Atomenergie an der Stromversorgung beträgt derzeit nur 29 Prozent, mit erneuerbaren Energien sind in absehbarer Zeit 100 Prozent möglich", so Claußen. "Mit den vorsätzlich falschen Prognosen wollten die großen Energiekonzerne in der Vergangenheit den dezentralen Ausbau der erneuerbareren Energien im Keim ersticken. Das ist ihnen nicht gelungen. Noch immer aber behindern sie aus reinem Machterhalt und Gewinnstreben den technischen Fortschritt, indem sie die notwendige Abschaltung ihrer gefährlichen Atomkraftwerke verweigern und versuchen, eine dezentrale Energiewirtschaft in der Hand von Kommunen, Landwirten und Bürgern mit allen Mitteln zu verhindern. Das System der Konzerne, in abgeschriebenen und politisch extrem privilegierten Großkraftwerken billig gewonnene Energie immer teurer an die Bevölkerung zu verkaufen, muss ein Ende haben."

Die pdf-Datei der Zeitung "Biblis angeklagt" finden Sie im Internet: www.ippnw.de/biblis-zeitung.pdf

Weitere Informationen: IPPNW-Pressemitteilungen vom 21., 22. und 25. Januar 2008 sowie ein Hintergrundpapier zur Verfahrensverschleppung vom 22. Januar 2008

Kontakt: Sven Hessmann, IPPNW-Pressereferent, Tel. 030-69 80 74-14 Henrik Paulitz, Tel. 0621-39 72 668 oder 0171-53 888 22

Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: ippnw ät ippnw.de

Über die IPPNW: Diese Abkürzung steht für International Physicians for the Prevention of Nuclear War. Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges engagieren sich seit 1982 für eine Welt ohne atomare Bedrohung und Krieg. 1985 wurden sie dafür mit dem
Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Innerhalb der deutschen Sektion der IPPNW stehen seit 1990 zusätzlich gesundheitspolitische Themen (z. B. Gesundheitsversorgung für Menschen ohne Papiere, Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten) auf dem Programm. In der deutschen IPPNW sind rund 7.000 ÄrztInnen und Medizinstudierende organisiert.

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30.01.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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