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BUND Regionalverband, Wilhelmstr. 24a, 79098 Freiburg
Bund für Umwelt und Naturschutz
*0761/30383, bund.freiburg ät bund.net ,
www.bund-freiburg.de
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*Atomlobby hat neues Baby: "Laufzeitverkürzung"
*http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/laufzeitverkuerzung-laufzeitverlaen
gerung-akw.html
Sprache ist Macht. Die langsame, harmlos erscheinende Veränderung der
Begriffe hat Georg Orwell in seiner "Schönen Neuen Welt" beschrieben und
die "Besetzung" der Begriffe ist auch eine langjährige Praxis der
Greenwash- und Propagandamaschine der Atomindustrie.
Im Zeitalter der "Entsorgungsparks", wo viele Wikipedia-Seiten von der
Atomlobby beeinflusst werden und der AKW-Schornstein zur Abgabe von
Radioaktivität verharmlosend "Abluftkamin" genannt wird, wo
Katastrophenschutzpläne jetzt Notfallschutzpläne heißen und im
Notfallschutzplan die Katastrophe zum "Ereignis" wird, in dieser Zeit
gibt es jetzt eine schöne, kleine neue Wortschöpfung der Grünwäscher.
Der Konflikt um den "Atomausstieg" wurde bisher stets als
Auseinandersetzung um die Laufzeitverlängerung diskutiert. Mehr als 100
Reaktoren weltweit wurden bisher stillgelegt, bei einer
durchschnittliche Laufzeit von etwa 25 Jahren. Die "Regellaufzeit" der
bestehenden Atomkraftwerke in Deutschland wurde durch den
Ausstiegsbeschluss auf durchschnittlich 32 Jahre seit Inbetriebnahme
festgelegt.
Jetzt hat die Atomindustrie ihren Lobbyisten ein neues, besser
klingendes Wort in den Mund gelegt: Der Atomlobbyist und
baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) nennt
seinen Kampf für eine längere Laufzeit der AKW jetzt ein "Bekenntnis
zur weiteren Nutzung der Kernenergie und damit zur Aufhebung der
Laufzeitverkürzung" (u.a. BZ 22.1.2007).
Wenn der TÜV ein altes Auto aus dem Verkehr zieht, dann wäre das jetzt
auch eine "Laufzeitverkürzung". Das neue Baby der Atomlobby, der
geschickt gewählte Begriff "Laufzeitverkürzung" (bisher erst 116
Google-Einträge für "Laufzeitverkürzung Akw") wird sicher Karriere
machen, denn beim Streit um Begrifflichkeiten geht es um Geld, um viel
Geld. Statt Atomkraft sprechen wir ja auch schon von Kernkraft und statt
Entgiftung sagen wir Dekontamination.
Die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken bringt uns allen viele
Risiken, den Atomkonzernen dagegen viel Geld: Die Heinrich-Böll-Stiftung
hat die satten Gewinne berechnet, welche die Triebfeder der Atomlobby
sind: "Für die älteren -- und in den nächsten Jahren zur Stilllegung
anstehenden --Atomkraftwerke ergeben sich "Zusatz"erträge von
durchschnittlich 200 bis 300 Mio. Euro jährlich, für die neueren Anlagen
summieren sich die jährlichen Zusatzerträge auf 300 bis 400 Mio. Euro.
Über alle (aktuell noch betriebenen) Atomkraftwerke und alle Betreiber
summieren sich diese Zusatzerträge für jeweils ein Jahr
Laufzeitverlängerungen auf ein Gesamtvolumen von 4,6 bis 6,2 Mrd Euro."
Kein Wunder, dass die RWE sich über Herrn Clement in den hessischen
Wahlkampf einmischt und dass die Landesregierung von Baden Württemberg
die EnBW-Wünsche umsetzt.
Und Sprache ist Macht.
Axel Mayer / BUND Geschäftsführer
mehr Infos Greenwash:
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/idx-greenwash.html
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