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http://de.news.yahoo.com/ddp/20080509/rtddp_de_nuclear/tde-vorerst-entwarnung-in-akw-d511a8e_1.html?printer=1
09.05.2008, 15.00 Uhr
Vorerst Entwarnung in AKW
ddp - Neckwarwestheim (ddp).
Vorläufige Entwarnung im Kernkraftwerk Neckarwestheim: Entgegen ersten
Befürchtungen ist beim Bau des Zwischenlagers für den Meiler
wahrscheinlich kein Schrottbeton verwendet worden. Wie das badenw
ürttembergische Umweltministerium am Freitag in Stuttgart mitteilte,
ergaben kurzfristig anberaumte Untersuchungen keinen Hinweis darauf.
Grüne und SPD zeigten sich dennoch besorgt. Die Grünen-Umweltexpertin im
Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, forderte, auch andere Atomanlagen zu
überprüfen.
Ein Stuttgarter Unternehmer wird verdächtigt, für mehrere Großbauten
minderwertigen Beton geliefert zu haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart
ermittelt Medienberichten zufolge bereits seit Mitte 2007 gegen den 40J
ährigen wegen Betrugsverdachts. Der Vorwurf kam aber erst jetzt an die
Öffentlichkeit. Weil die Firma auch für den Bau des BrennelementeZwischenlagers
Beton geliefert haben soll, hatte das Umweltministerium am
Donnerstag kurzfristig Experten beauftragt, dem Verdacht nachzugehen.
Nach derzeitiger Faktenlage sei davon auszugehen, dass kein
minderwertiger Beton verbaut wurde, erklärte das Ministerium nach der
Überprüfung. Der Beton für das Zwischenlager sei auf dem AKW-Gelände
gemischt worden. Dabei habe es etwa doppelt so viele Probeentnahmen im
Rahmen von Qualitätskontrollen wie vorgeschrieben gegeben. Diese hätten
keine Hinweise auf minderwertige Qualität oder Abweichungen in der
Zusammensetzung des Betons erbracht. Auch am Bauwerk selbst stellten die
Experten keine Auffälligkeiten fest.
Der Energiekonzern EnBW, der das Atomkraftwerk betreibt, hatte bereits am
Donnerstag mitgeteilt, dass es ein «sehr engmaschiges Kontrollnetz»
gegeben habe und die Qualität des Betons nicht nur vom Lieferanten,
sondern auch von einem Ingenieurbüro und einem unabhängigen Institut in
Berlin überprüft worden sei. Außerdem sei der Bau des Zwischenlagers von
einem Sachverständigen begleitet worden. Eine Manipulation des Betons sei
«so gut wie ausgeschlossen».
Die Bundestagsabgeordnete Kotting-Uhl erinnerte derweil an die
Bauarbeiten am finnischen Reaktor Olkiluoto, die im vergangenen Jahr
wegen einer vorschriftswidrigen Betonmischung bei der Fundamenterstellung
unterbrochen worden seien. Der Beton in einer atomaren Anlage müsse
jahrzehntelangen enormen Belastungen und aggressiven Chemikalien
standhalten. «Jeder Pfusch am Bau kann zu einem GAU führen», mahnte
Kotting-Uhl.
Auch die baden-württembergische Grünen-Fraktion gab sich mit der
vorläufigen Entwarnung nicht zufrieden. Sie forderte eine genaue
Überprüfung und kündigte einen parlamentarischen Antrag hierzu an. Es
handle sich schließlich «nicht um den Neubau einer Pommesbude». Die SPDFraktion
verlangte, bis zur abschließenden Klärung der Gebäudefestigkeit
alle Einlagerungen in dem Zwischenlager zu stoppen. Zuvor hatte bereits
ein Bündnis aus Kernkraftgegnern einen Stopp der Castorlagerung
gefordert.
(ddp)
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