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KLAR Schweiz: Gegen Atom und fuer erneuerbare Energien

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Schaffhauser Nachrichten, 7.5.08

KLAR Schweiz: Gegen Atom und für erneuerbare Energien
Warum radioaktive Strahlung auch in kleinsten Mengen gefährlich ist, erklärte der Strahlenspezialist Martin Walser bei der Generalversammlung von KLAR Schweiz.

Benken Schon fast Tradition hat der Ort, die «Sonne» in Benken als Sitzungsort für die Organisation KLAR Schweiz. Am Montag hielt sie dort ihre Generalversammlung ab. Käthi Furrer und Jean-Jacques Fasnacht, die sich das Präsidium teilen, skizzierten die Aufgaben, die KLAR Schweiz sich für das kommende Vereinsjahr gestellt hat. Weiterhin werde sich KLAR Schweiz gegen die «Verlochungspolitik» der NAGRA wehren, erklärte Furrer. Letzten Herbst war KLAR Schweiz als Gründungsmitglied bei der Allianz Stopp Atom dabei, welche sich gegen den Bau von neuen Atomkraftwerken wehrt. «Neue Atomkraftwerke braucht es nicht», so Jean-Jacques Fasnacht. Energieeffizienz und erneuerbare Energien könnten uns demnach vor einer Energielücke bewahren. Ausserdem brächten sie der Wirtschaft den bitter nötigen Innovationsschub, erklärte er.

Im Herbst plant KLAR Schweiz eine grosse Kundgebung auf dem ehemaligen NAGRA-Bohrgelände in Benken. Solche grösseren Aktivitäten bestimmen heute auch schon das Budget von KLAR Schweiz. Ebenfalls im Hinblick auf die kommende Mehrarbeit stockte die Organisation den Vorstand von sieben auf acht Mitglieder auf. Als zusätzliches und jüngstes Mitglied wurde Hannah Fasnacht, Gymnasiumsschülerin aus Benken, in den Vorstand gewählt. Der Rest des Vorstandes wurde in globo wiedergewählt. «Auch tiefe Strahlen können töten - aber nicht nur», erklärte Martin Walter an seinem anschliessenden Vortrag. Martin Walter ist Internist und Strahlenspezialist. Seit Jahrzehnten engagiert sich Walter bei der atomkritischen internationalen Vereinigung ÄrztInnen für soziale Verantwortung und zur Verhütung eines Atomkrieges. Atomare Strahlung, oder anders gesagt, die ionisierende Strahlung könne in kleinsten Mengen Krebs auslösen. Weit tückischer aber sei die Schädigung des Erbgutes, welche durch die Strahlung ausgelöst werden könne. In der Untersuchung wurden auch die Nachkommen von Vätern, die in atomaren Anlagen arbeiteten, untersucht. Die Nachkommen waren selber nicht künstlichen Strahlendosen ausgesetzt. Trotzdem veränderte sich ihr Genom. Provokativ äusserte sich Walter auch zum eigenen Berufsstand: «Was ist gefährlicher, Ärzte oder AKW?» Viele Ärzte würden Untersuchungsmethoden, die den Patienten der ionisierenden Strahlung aussetzen, viel zu sorglos einsetzen. Dies zeigte er am Beispiel des Computertomographen auf. Eine retrospektive Studie, an der mehr als 400 000 Arbeiter von Atomanlagen untersucht wurden, stellte fest, dass die Strahlenbelastung der Mitarbeiter in schweizerischen Anlagen dreimal höher als im internationalen Schnitt lag. Damit lag die Strahlenbelastung der Schweizer AKW-Angestellten anderthalbmal so hoch wie etwa in Litauen, welches im Zeitrahmen der Untersuchung zur Sowjetunion gehörte. Ob in der Schweiz bei Angestellten in AKW die Todesfälle durch Krebs grösser seien als in der übrigen Bevölkerung, könne aufgrund der kleinen Zahlen nicht gesagt werden. Walter plädierte deshalb für weitere Untersuchungen. (um)

08.05.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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