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Streit um Sicherheit von Atommuellbehaeltern bremst Transporte

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http://www.neues-deutschland.de/artikel/128170.html

Neues Deutschland, 5.5.08

Neue und alte Castoren
Streit um Sicherheit von Atommüllbehältern bremst Transporte

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat für dieses Jahr einen weiteren Rücktransport von hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague nach Deutschland genehmigt.

Hannover (dpa/ND). Ein Transport von hoch radioaktivem Atommüll kann in diesem Jahr ins Zwischenlager Gorleben rollen. Das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter genehmigte Mitte vergangener Woche die Fahrt von elf französischen Behältern aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague nach Gorleben. Der genaue Termin war noch unklar. In der Regel rollen die Behälter im Herbst ins Zwischenlager. Diesmal wird ein neuer Behältertyp eingesetzt, weil die Fracht eine höhere Strahlung entwickelt. Ein für 2009 geplanter weiterer Transport wurde abgesagt. Der deutsche Hersteller habe die erforderlichen Sicherheitsnachweise für seine neuen Behälter nicht fristgerecht erstellt, erklärte das Bundesamt.

Atomkraftgegner und Bürgerinitiativen kritisierten die Entscheidung für einen Transport in 2008. »Nach den bekannt gewordenen Schönrechnungen der Sicherheit des neu entwickelten deutschen Behälters Castor HAW 28 M, müssen nun öffentlich nachvollziehbar alle Fakten zum soeben genehmigten französischen Modell TN 85 auf den Tisch«, heißt es in einer Mitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Danneberg. Es dürfe nicht sein, dass Sicherheitsnachweise geheim gehalten würden und die Bevölkerung hohen Gefahren ausgesetzt werde.

Die Behälter enthalten nicht verwertbare Reste alter Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken. Zuletzt waren Behälter im Jahr 2006 nach Gorleben gerollt. Die Transporte des hoch radioaktiven Atommülls werden seit vielen Jahren von Protesten und einem hohem Polizeiaufgebot im Wendland begleitet.

Im Streit um ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll sieht die CDU-Atomexpertin Maria Flachsbarth nur noch wenig Chancen auf eine Verständigung der großen Koalition vor der Bundestagswahl. »Es wird schwierig, sich zu einigen und auch zeitlich knapp«, sagte die Bundestagsabgeordnete und niedersächsische CDU-Vizevorsitzende in Hannover.

Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD ist festgehalten, dass die Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode 2009 eine Lösung in der Endlager-Frage finden will. Beide Parteien liegen aber seit langem im Clinch. Die Union will anders als Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) den Erkundungsstopp im niedersächsischen Salzstock Gorleben schnell aufheben. Gabriel dagegen verlangt eine bundesweite Suche nach einem bestmöglichen Standort.

»Die Union auch auf Länderebene bezweifelt, ob es so etwas überhaupt gibt«, sagte Flachsbarth, die im Bundestags-Umweltausschuss Berichterstatterin für die Endlagerung ist. »Wir fürchten, dass die Suche nach einem am besten geeigneten Standort vor allem auch ein politisches Argument ist.« In der Endlager-Frage müssten die Parteien aber »vorankommen und können es nicht auf die lange Bank schieben«.

Ein Endlager für hoch radioaktiven Müll aus deutschen Atomkraftwerken soll nach bisheriger Planung im Jahr 2030 betriebsbereit sein. »Dieser Zeitrahmen ist fast nicht mehr einzuhalten«, sagte Flachsbarth.

06.05.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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