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Gundremmingen: Castor-Sicherheit unbewiesen - Warnungen der Umweltschuetzer leider bestaetigt

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Deutschland, 2008-05-02

Gundremmingen: Castor-Sicherheit unbewiesen - Warnungen der Umweltschützer leider bestätigt

Ein zentraler Kritikpunkt gegen die Genehmigung von Deutschlands größtem Atommüll-Lager, dem Zwischenlager Gundremmingen, war im Jahr 2001: Der sichere Einschluss des tödlich strahlenden Atommülls wird angesichts der billigen Leichtbauweise der Zwischenlager nur durch die Castoren versprochen. Und diese Castoren wurden nie im Original realistischen Crashtests unterzogen. Die Sicherheit der Atommüllbehälter ist nicht bewiesen, sondern wurde auf Grund von Tests an kleineren Castormodellen nur kalkuliert und behauptet. Wie durch eine Veröffentlichung der Süddeutschen Zeitung bekannt wurde, hat die Bundesanstalt für Materialforschung, BAM, jetzt die Notbremse gezogen. Nach monatelangem Tauziehen um überprüfbare Sicherheitsnachweise für einen neuen Castor hat die BAM dem Hersteller der Castoren vorerst die Typengenehmigung verweigert. Dieser Castorhersteller ist die Essener Firma GNS und gehört den Stromkonzernen RWE, EON usw.

Es waren Vertreter der GNS, die bei der Günzburger Anhörung für das Gundremminger Zwischenlager im Oktober 2001 den Sicherheitsbeweis für die in Gundremmingen zum Einsatz kommenden Castoren V/52 verweigert haben. Mit u.a. dubiosen Bildern von Sturztests von Castormodellen sowie nicht vorgelegten Rechnungen wurde die Sicherheit der Castoren nur behauptet.

Und dabei sind die Castoren die gefährlichsten Gegenstände, die man sich vorstellen kann: In einem einzigen Castor wird so viel langdauernde Radioaktivität verwahrt, wie insgesamt in Tschernobyl frei gesetzt wurde.

Übrigens: Schon Ende 1992 wurde ein angekündigter Atommüll-Transport von Gundremmingen nicht durchgeführt, weil Castorprobleme dies verhinderten. Einzelheiten wurden nie mitgeteilt.

Seit Inbetriebnahme des Gundremminger Zwischenlagers im Sommer 2006 wurden 17 Castoren eingelagert. Bei einem dieser Castoren mußte Ende 2006 wochenlang die Schließung unterbrochen werden, da der Deckel verkantet wurde. Drei Atommüllbehälter wurden 2007 genehmigungswidrig ins Zwischenlager gestellt, obwohl der erforderliche Nachweis der Langzeitdichtheit nicht erbracht war.

Und noch kein einziger Original-Castor V/52 wurde realistischen Crashtests unterzogen. RWE und EON spielen mit unserer Sicherheit. Wenn nur ein Teil der in einem Castor isolierten Radioaktivität frei gesetzt würde, hinge es von der Windstärke und -richtung ab, ob Stuttgart oder München, Ulm oder Augsburg, Kempten oder Nürnberg und all die Landkreise dazwischen evakuiert werden müßten.

Die Umwelt- und Gesundheitsschützer warnen weiter. Leider wird immer wieder die Notwendigkeit unserer Warnungen durch reale Ereignisse bestätigt.

Wenn wir nicht schnellstmöglich aufhören, diesen gefährlichsten Müll aller Zeiten herzustellen und anfangen den schon erzeugten Atommüll so sicher wie nur möglich zu lagern, kann das zum Untergang unserer Atomländer führen.


Thema: Atomstandorte - Rubrik: Gundremmingen
Quelle: http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1030186

gefunden bei contrAtom.de

04.05.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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