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Deutschland, 2008-04-23
Obrigheim: BfS-Information zum dortigen Standort-Zwischenlager
Das AKW Obrigheim (Druckwasserreaktor, Bruttoleistung: 357 MWel) wurde am 22.09.1968 in Betrieb genommen und am 11.05.2005 endgültig stillgelegt. - Mit dem Abriss des Atommeilers in Obrigheim wurde unmittelbar begonnen, wie dies zur Zeit z.B. auch bei den stillgelegten norddeutschen AKW in Würgassen und Stade durchgeführt wird.
Die EnBW Kernkraft GmbH (zuvor: Kernkraftwerk Obrigheim GmbH) hatte bereits am 22.04.2005 beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) eine atomrechtliche Genehmigung für ein Standort-Zwischenlager in Obrigheim beantragt. In der Lagerhalle sollen die insgesamt 342 abgebrannten Brennelemente aus dem externen Nasslager des AKW Obrigheim eingelagert werden. - In 15 Castor-Behältern des Typs CASTOR 440/84 mit 100 Tonnen hochradioaktivem Atommüll für zunächst(?) 40 Jahre.
Das BfS stellt auf dessen Website (Stand vom 14.04.08) den atomrechtlichen Antrag für das Standort-Zwischenlager in Obrigheim dar: "Seit dem 22.04.2005 liegt dem Bundesamt für Strahlenschutz ein Antrag der Kernkraftwerk Obrigheim GmbH zur Aufbewahrung von bestrahlten Brennelementen in einem Standort-Zwischenlager Obrigheim vor. Zum 01.01.2007 ist an die Stelle der KWO GmbH die EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) als Antragstellerin getreten."
"Beantragt wurde die Lagerung von insgesamt 342 bestrahlten Brennelementen aus dem Druckwasserreaktor des bereits im Mai 2005 stillgelegten Kernkraftwerkes Obrigheim", wird vom BfS zum Hintergrund des Antrages erklärt. "Die Brennelemente werden derzeit in einem bereits bestehenden externen Nasslager am Standort aufbewahrt. Da das externe Nasslager die geplanten Rückbauarbeiten des Kernkraftwerkes Obrigheim behindert, beabsichtigt die Antragstellerin [EnBW Kernkraft GmbH] auf dem Gelände des Kernkraftwerkes Obrigheim ein separates Standort-Zwischenlager mit trockener Zwischenlagerung der bestrahlten Brennelemente für maximal 40 Jahre zu betreiben. Das Konzept der EnKK sieht die Aufbewahrung der bestrahlten Brennelemente in insgesamt 15 Transport- und Lagerbehältern der Behälterbauart CASTOR 440/84 vor."
"Auf der Grundlage des Umhausungskonzeptes für die Interimslager hatte die Antragstellerin [EnBW Kernkraft GmbH] zunächst die Aufbewahrung der Behälter liegend unter einzelnen Betonumhausungen beantragt. Die Reaktor-Sicherheitskommission hat in ihrer Stellungnahme vom 12.04.2007 festgestellt, dass der Antrag der EnKK die Grundsätze der Sicherheitstechnischen Leitlinien in einzelnen Punkten nicht erfüllt", stellt das BfS fest.
Das BfS zu dem laufenden atomrechtlichen Antrag eines Standort-Zwischenlagers in Obrigheim weiter: "Mit Schreiben vom 31.10.2007 hat die EnKK daraufhin die Änderung des Antrages vom 22.04.2005 beim BfS eingereicht. Beantragt ist jetzt die Aufbewahrung der Kernbrennstoffe in einer Lagerhalle aus Stahlbeton mit Verlade- und Lagerbereich (ca. 35,3 m lang, ca. 17,8 m breit und ca. 16,7 m hoch). Die Wandstärke der Außenwände in diesem Bereich soll ca. 85 cm und die Dicke des Betondaches ca. 55 cm betragen. Damit entsprechen die Wandstärken des Standort-Zwischenlagers Obrigheim den Wandstärken der Zwischenlager in Süddeutschland, welche nach dem sogenannten WTI-Konzept errichtet wurden. An die Ostseite der Lagerhalle schließt sich ein Betriebsgebäude an. Außerdem ist ein separates Wachgebäude (Sicherungszentrale) nebst technischen Einrichtungen für den Objektschutz vorgesehen. Das Zwischenlager Obrigheim soll für den autarken Betrieb ausgelegt und bereits unmittelbar nach seiner Inbetriebnahme nahezu autark betrieben werden."
Thema: Atomstandorte - Rubrik: Obrigheim
Quelle: http://www.bfs.de/de/transport/gv/dezentrale_zl/standort/obrigheim.html
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