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Strom aus Kernenergie auf niedrigstem Stand seit zwanzig Jahren

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ENERGIE-CHRONIK April 2008 080406 http://www.udo-leuschner.de/ energie-chronik/chframe.htm

Strom aus Kernenergie auf niedrigstem Stand seit zwanzig Jahren

Die deutschen Kernkraftwerke erzeugten 2007 nur 140,5 Terawattstunden (TWh) brutto bzw. 133,2 TWh netto. Die Atomstromproduktion lag damit auf dem niedrigsten Stand seit 1987 (129,5 TWh brutto). Im Vergleich zum Vorjahr war die Nettoerzeugung um 25,5 TWh niedriger. Diese Minderung entspricht etwa dem gesamten Stromverbrauch Irlands oder dem der Slowakei. Dies geht aus den neuesten Zahlen zur Stromproduktion des vergangenen Jahres hervor, die vom Bundeswirtschaftsministerium und vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlicht wurden.

Trotz dieser drastischen Drosselung der Atomstromproduktion konnte die deutsche Stromwirtschaft nicht nur den inländischen Strombedarf in etwa der Höhe des Vorjahres decken, sondern erneut einen hohen Ausfuhrüberschuß erzielen. Insgesamt flossen im vergangenen Jahr 61,8 TWh von Deutschland nach den neun angrenzenden Staaten, während es in der Gegenrichtung nur 42,65 TWh waren. Dadurch ergab sich wie schon 2006 ein Exportüberschuß von mehr als 19 TWh (siehe 080404

<http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/080404.htm> ).

Das BfS, das mit der Erfassung und Dokumentation der in den deutschen Kernkraftwerken erzeugten Strommengen beauftragt ist, verwies in einer Pressemitteilung vom 10. April darauf, daß die deutschen Kernkraftwerke inzwischen knapp die Hälfte der im Atomkonsens vereinbarten und im Atomgesetz festgeschriebenen Reststrommengen produziert haben. Die außergewöhnlich niedrige Atomstromproduktion des vergangenen Jahres sei darauf zurückzuführen, daß 2007 zeitweise bis zu sieben Kernkraftwerke gleichzeitig stillstanden.

Betrachtet man die vom BfS veröffentlichte Jahresliste 2007 <http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/080401d.htm> genauer, so sind es die Kernkraftwerke Biblis A und B, Brunsbüttel, Krümmel und Neckarwestheim 1, die mit einer Mindererzeugung von 24 TWh den Rückgang der Atomstromproduktion bewirkt haben. Mit Ausnahme von Krümmel handelt es sich dabei durchweg um solche Kernkraftwerke, die noch vor den nächsten regulären Bundestagswahlen das Ende ihrer Laufzeit erreicht hätten, wenn sie die ihnen noch zustehenden Restlaufzeiten im bisherigen Tempo abgearbeitet hätten. Infolge von Stillständen und verminderter Produktion (080210 <http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/080210.htm> ) reichen inzwischen bei allen vier Stilllegungs-Kandidaten die Restlaufzeiten für weitere zwei bis drei Jahre Normalbetrieb.

Den Rückgang der Atomstromproduktion kompensierten zum Teil die Braun- und Steinkohlekraftwerke durch erhöhte Beiträge zur Grundlast (siehe Tabelle 1a <http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/080406.htm#tabelle1a> ). Insgesamt bestritten 2007 die Kohlekraftwerke 47,6 Prozent und die Kernkraftwerke 22,5 Prozent der Bruttostromerzeugung. Die restlichen Prozentanteile des Strom-Mixes lieferten Erdgas (11,7%), Wasser (3,2%), Wind (6,5%), Öl (1,3%) sowie "sonstige" Energieträger (7,4%), die in dieser Energie-Statistik des Bundeswirtschaftsministeriums nicht weiter differenziert sind, aber hauptsächlich die übrigen erneuerbaren Energiequellen umfassen dürften (siehe Tabelle 1b

<http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/080406.htm#tabelle1b> ).

Detaillierte Angaben zum aktuellen Stand der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen veröffentlichte inzwischen das Bundesumweltministerium (siehe Tabelle 3 <http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/080406.htm#tabelle3> ). Demnach erhöhte sich deren Anteil am Brutto-Stromverbrauch im vergangenen Jahr von 11,7 auf 14,2 Prozent, wozu hauptsächlich die Windenergie beitrug. Die seit Jahren stetig zunehmende Windstromeinspeisung bewirkte allerdings einen erhöhten Regelbedarf im Netz und dürfte der wichtigste Grund sein, weshalb sich die Erzeugung der Pumpspeicherkraftwerke seit Anfang der neunziger Jahre fast verdoppelt hat (siehe Tabelle 1a

<http://www.udo-leuschner.de/energie-chronik/080406.htm#tabelle1a> ).

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01.05.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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