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Süddeutsche Zeitung, 28.04.2008
http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/313/171807/
Keine Genehmigung für Behälter
Bund stoppt Castor-Transporte
Im kommenden Jahr wird der Castor-Transport aus dem französischen La
Hague in das Zwischenlager Gorleben ausfallen. Ein deutsch-französische
Regierungskommission habe empfohlen, den geplanten Atommüll-Transport
auszusetzen, erfuhr die Süddeutsche Zeitung aus Regierungskreisen. Von
Michael Bauchmüller
Ursprünglich sollte 2009 der vorletzte Transport hochradioaktiven Mülls
aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague stattfinden.
Dieser Zeitplan sei nun nicht mehr zu halten, hieß es in Berlin.
Stattdessen soll nun auch 2011 ein Transport rollen.
Zuvor war bekannt geworden, dass sich die Genehmigung eines neuen CastorBeh
älters stärker verschieben wird als bislang angenommen. Der Castor vom
Typ HAW 28 M wird derzeit in der Bundesanstalt für Materialforschung auf
seine Zuverlässigkeit hin überprüft. Diese Prüfung werde frühestens im
September beendet sein.
Offenbar hat es im Zulassungsverfahren für den deutschen Castor
erhebliche Unstimmigkeiten gegeben. In einem Schreiben an die CastorHersteller,
die Gesellschaft für Nuklear-Sicherheit (GNS), aus dem
vergangenen Dezember beklagt die Bundesanstalt "Defizite des
Antragstellers bei grundlegenden Fragestellungen".
Diese Defizite seien "eine der wesentlichen Ursachen für die zeitlichen
Verzögerungen" gewesen, hieß es. Auch seien Modelle so verändert worden,
dass sie bestimmte Ergebnisse brächten. Die Sicherheit des Castors wird
unter anderem anhand komplizierter Berechnungen überprüft. Sie sollen das
Verhalten des Materials bei Unfällen simulieren.
Keine Atommüllverladung zwischen November und April
In der Vergangenheit war die Prüfung der Castoren regelmäßig auf Kritik
gestoßen. Die Vorgaben seien zu lasch, um ernsthafte Risiken bei einem
Unfall auszuschließen, hieß es aus dem Lager der Kernkraftgegner. Die GNS
betonte am Montag, dass sich allein die Berechnungen verzögerten. Es gebe
aber keinerlei Hinweise, dass es grundsätzliche Bedenken an der
Sicherheit des Behälters gebe, sagte ein Sprecher.
Die Bundesanstalt selbst wollte sich dazu nicht äußern. Allerdings
braucht der Castor noch eine weitere Genehmigung durch das Bundesamt für
Strahlenschutz; erst mit deren Erlaubnis darf der neue Typ tatsächlich
eingesetzt werden. Beim Strahlenschutzamt hieß es, ein entsprechender
Antrag liege zwar vor, werde aber noch geprüft.
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