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der Standard.at
25. April 2008, 17:49 Uhr
Uran-Minen im Niger: Bevölkerung unbewusst Strahlung ausgesetzt
Das Trinkwasser ist verseucht und radioaktives Metall wird auf Märkten
verkauft
Die beiden Umweltaktivisten Almoustapha Alhacen und Bruno Chareyron haben
am Freitag in Wien auf die Probleme des Uranabbaus im Niger hingewiesen.
Der Atomphysiker Chareyron sprach von Radioaktivität im Alltag der
Menschen, von der sie nichts wüssten. Alhacen verwies auf die Ziele
seiner NGO Aghiri'man, nämlich die Bevölkerung des Niger aufzuklären, da
sie zu einem nicht unerheblichen Anteil Analphabeten beinhaltet, und
dass die Menschen einen Profit aus den Uran-Minen ziehen können.
Eines der Ziele haben die Aktivisten zum Teil erreicht, denn seit 2006
fließen 15 Prozent der Einnahmen aus den Uran-Minen in die jeweiligen
Regionen zurück. Die Schwierigkeiten seien, dass man es mit "zwei
unterschiedlichen Parteien" zu tun habe, so der Umweltaktivist. Auf der
einen Seite die "arme, abhängige Bevölkerung" und auf der anderen Seite
die "reichen Firmeninhaber". Auf Betreiben von Alhacen kamen
schlussendlich Forscher ins Land, denen jedoch schon am Flughafen ein
Großteil der Messgeräte abgenommen wurde, berichtete Chareyron.
Trinkwasser verseucht
Mit der verbliebenen Ausrüstung fanden die Forscher "binnen fünf Minuten"
radioaktiv verseuchtes Metall auf einem Markt. Die beiden Aktivisten
waren sich einig, dass es drei große Probleme im Niger gäbe. Erstens sei
das Trinkwasser radioaktiv verseucht, zweitens seien radioaktive
Schutthalden nicht gekennzeichnet, nicht abgezäunt und nicht gegen
Verwehung radioaktiver Stäube geschützt und drittens wird verstrahltes
Altmetall nicht angemessen entsorgt, sondern findet sich regelmäßig auf
den Märkten in der Umgebung zum Verkauf, umfunktioniert zu Kochtöpfen
oder ähnlichen Haushaltsmaterialien.
Laut den beiden Aktivisten leugnen die Minenbetreiber jegliche
freigesetzte Radioaktivität und versuchten sogar die Forscher zu
bestechen. Für Chareyron war es vor allem erschreckend, dass der Staat
Niger nicht über das geeignete Material verfüge, Radioaktivität zu
messen. (APA)
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