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10.1., Do: Mahnung: Zwangsarbeiter unter dem NS-Regime dürfen nie vergessen werden

## Nachricht vom 07 Jan 05 weitergeleitet

## Ursprung : SABINE@SABINE.NADESHDA.ORG
## Betreff : Mahnung: Zwangsarbeiter unter dem NS-Regime dürfen nie vergessen werden ## Ersteller: info@presse-service.de (Universitätsstadt Witten) ## Msg-ID : 20050107091829.30C31504248@mx1.globe.de


Pressemitteilung von Freitag, 7. Januar 2005
Universitätsstadt Witten

Mahnung: Zwangsarbeiter unter dem NS-Regime dürfen nie vergessen werden Freundeskreis und Stadtarchiv organisieren Vortragsveranstaltung - Eintritt ist kostenlos

Witten. Im Rahmen einer Vortragsreihe zum Kriegsende vor 60 Jahren möchten das Stadtarchiv und der Freundeskreis Witten-Kursk mit dem Historiker Ralph Klein von der Universität Dortmund am kommenden Montag (10.1.) an einen ganz speziellen Teil Wittener Stadtgeschichte erinnern: Das Schicksal der Frauen und Männer, die während des NS-Regimes in Witten Zwangsarbeit leisten mussten. Die Organisatoren laden um 19.30 Uhr zu dem Vortrag "Zur Geschichte der Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs in Witten" in die Räume des Fotoclubs Objektiv-Art an der Bochumerstraße 10 a ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind dazu herzlich eingeladen. Der Eintritt ist kostenlos.

60 Jahre nach Kriegsende hat etwa das Thema "Luftkrieg und Bombenopfer" in den Medien Hochkonjunktur. Die aktuellen Bombenfunde am Schillergymnasium belegen das. Die nahezu täglichen und oft mehrfachen Angriffe wurden in der Regel von den Stadtchronisten dokumentiert und damit überliefert - so auch in Witten.

Von den mehr als 15.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern und den 700 KZ-Häftlingen des KZ-Außenkommandos Buchenwald in Witten-Annen, die während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeit für Wittener Firmen, in der Landwirtschaft und in Privathaushalten leisteten, schrieb oder sprach früher kaum jemand. Auch die etwa 700 italienischen Militärinternierten und 3.500 Kriegsgefangenen, die unter anderem auch für die Stadtverwaltung zwangsweise arbeiten mussten und denen der Zugang zu Bunkern oder Schutzräumen verboten war, waren aus dem Bewusstsein der Geschichtsschreiber verdrängt.

Erste umfassendere historische Untersuchungen über die Arbeits- und Lebenssituation dieser Menschen beauftragte die Stadt Witten erst Anfang der 90er Jahre. So gab sie Publikationen von Autoren wie Klaus Völkel oder Manfred Grieger mit den Titeln "Hier ruhen 22 Genossen, zu Tode gequält...", "Gedenkschrift für die Opfer der Zwangsarbeit in Witten und Bochum" oder "Das Außenlager Annener Gußstahlwerk des Konzentrationslagers Buchenwald September 1944 bis April 1945" heraus.

Darüber hinaus beschloss der Rat der Stadt im März 2000, "sich auch weiterhin intensiv mit der Aufarbeitung der Geschichte der NS-Zwangsarbeit aus lokalgeschichtlicher Perspektive auseinander zu setzen und eine Erinnerungs- und Bildungsarbeit im Sinne einer historisch-politischen Aufklärung und als Beitrag zur Versöhnung zu leisten und Forschungsvorhaben zum Thema NS-Zwangsarbeit zu unterstützen". Aufgrund dieser Resolution wurde der Historiker Ralph Klein von der Universität Dortmund ehrenamtlich vom Stadtarchiv damit betraut, die Geschichte der Zwangsarbeit in Witten umfassend zu erforschen.

Kontaktdaten
Stadt Witten - Postfach 22 80 - 58449 Witten - Pressesprecher Jochen Kompernaß Telefon: 02302 / 581-1330, Mobil: 0172 / 2737325 - Telefax: 02302 / 581-1339 Internet: http://www.witten.de - Email: presse@witten.de
08.01.05    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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