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## Betreff : +++ Infomail +++ (308) 30.06.2004
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Aktion Zivilcourage
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JUGENDRING SÄCHSICHE SCHWEIZ HAT NEUEN VORSTAND
In ihrer Mitgliederversammlung am 21. Juni wählten die Vereinsmitglieder
des Jugendrings Sächsische Schweiz e.V. ihren neuen Vorstand für die
kommenden zwei Jahre. Als neuer Vorsitzender wird Ronald Reichelt vom
Uniwerk die Fäden in der Hand halten. Ihm zur Seite stehen Erik Wypior von
der Aktion Zivilcourage als Stellvertreter und Ralf Wätzig von der
evangelischen Jugend als Schatzmeister. Als weitere Vorstandsmitglieder
wurden Sander Münster, ebenfalls von der evangelischen Jugend und Tom
Jerusel von der Sportjugend des Kreissportbundes Sächsische Schweiz gewählt.
SOMMER SONNE ARENDSEE
Tschechisch - Deutsche Jugendbegegnung
Der Jugendring Sächsische Schweiz und die Aktion Zivilcourage veranstalten
vom 09.08-21.08.2004 gemeinsam wieder eine Tschechisch - Deutsche Sommer -
Sonnen Jugendbegegnung im KIEZ Arendsee . Gemeinsam baden, grillen,
lagerfeuern, die herrliche kiefernbewachsene Umgebung der Arendsees
entdecken oder in unberührter Natur einfach die Seele baumeln lassen. Wer
mit möchte sollte zwischen 14-18 Jahren alt sein. Die Unterbringung erfolgt
in Sommerhütten mit zentralen sanitären Anlagen. Ihr solltet zwischen 14-18
Jahren alt sein.
Weitere Informationen bekommt ihr unter info@jugend-ring.de
KITRAZZA - die erste Kindertraumzauberstadt sucht also noch dringend
Unterstützung
Nun ist es soweit# KITRAZZA die erste Kindertraumzauberstadt in Dresden
wird vom 19.-30. Juli stattfinden. Nachdem viele Kinder ihre Wünsche
geäußert haben und frühzeitig an der Entstehung der Stadt BETEILIGT waren,
ist es nun an den Erwachsenen diese Stadt zu ermöglichen. Viele
Unterstützer haben sich gefunden um das Projekt trotz knapper Finanzierung
in Dresden umzusetzen. Die Kinder haben sich so viele Aktionspunkte
ausgedacht, daß wir täglich mindestens 35 Betreuer benötigen (trotz knapper
Finanzierung wird es eine Tagesaufwandentschädigungspauschale geben). Das
KITRAZZA-KIMA-TEAM sucht also noch dringend Unterstützung durch "Betreuer",
die verbindlich mindestens eine ganze Woche Lust und Zeit haben mit zu
machen. Ausserdem werden noch für den 15. bis 17. Juli benötigen wir auch
noch einige kräftige Hände die beim Aufbau der Stadt mitmachen.
www.kitrazza.de
MEDIEN-MEINUNG-MANIPULATION
Ein Leben ohne Medien ist heute nicht mehr denkbar
Tausende von Nachrichten gehen täglich um die Welt - mehr oder weniger
berücksichtigt. Wer Medien nutzt - egal ob Fernsehen, Internet oder Zeitung
- läuft aber auch Gefahr, nicht nur informiert, sondern auch manipuliert zu
werden. Denn hinter Nachrichten stehen nicht nur aktuelle Ereignisse und
Informationen - sondern vor allem Menschen. Wer sind die Medienmacher, wie
wirken Medien, was vermitteln sie, wie manipulieren sie? Das sind nur
einige Fragen, denen der Workshop vom 27. bis 29. August 2004 in
Diskussionen und mit aktuellen Beispielen aus Deutschland, aber auch
international nachgehen will.
www.fjp-media.de oder www.zivilcourage-pirna.de
LAST MINUTE BERUFE
Internetseite hift bei der Ausbildungsplatz suche
Ihr habt immer noch keinen Ausbildungsplatz? Sogar jetzt im Juli gibt es
noch 1.500 Ausbildungsplätze für das Jahr 2004 zu vergeben. Zum Beispiel
suchen die Siemens AG, die Deutsche Telekom AG, die REWE Handelsgruppe und
viele andere Unternehmen noch Bewerber für ihre Lehrstellen. In einer
Suchmaschine könnt ihr euch bundesweite und kreis- bzw. ortsbezogene
Angebote unter www.aubi-plus.de/lastminute anschauen, die euch ansprechen.
Diese Angebote beinhalten sowohl Daten, die für eure Bewerbungen wichtig
sind, als auch Informationen zu den Betrieben und den dort angebotenen
Berufsbildern. Wir wünschen euch viel Glück!
www.aubi-plus.de/lastminute
CAMPANELLA 2004
Internationale Jugendbegegnung sucht noch Unterstützung!
Vom 2. bis 15. August 2004 findet in Wurzen die Internationale
Jugendbegegnung Campanella 2004 statt. Daran nehmen Jugendliche aus
Tschechien, Polen, Österreich und Deutschland teil. Deutscher Partner ist
das NDK. Unterstützt wird die Jugendbegegnung durch die Europäische Union
und von regionalen Partnern wie der Wurzener Nahrungsmittel GmbH. Für die
TeilnehmerInnen sucht das NDK noch funktionstüchtige Fahrräder um die
Region erkunden zu können.
www.ndk-wurzen.de
- PRESSESCHAU
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+++ Weißeritzkreis: NPD schickt Direktkandidaten ins Rennen +++
+++ Reinhardtsdorf: Suddars geht mit Wählern hart ins Gericht +++
+++ Bautzen: "Geh' mal hinterher, das ist ein Ausländer" +++
+++ Königstein: Frieder Haase (parteilos) zur künftigen Stadtratsarbeit +++
+++ bundesweit: Rechtsextreme wollen Jugendliche mit CD ködern +++
+++ Pirna: Rechte Schmierereien auf Sonnenstein +++
+++ Sächsische Schweiz: Rechter Spuk im Märchenland +++
Quelle: Sächsische Zeitung, (Dippoldiswalde), 30.Juni.2004
Die rechtsextreme NPD stellt im Weißeritzkreis einen Direktkandidaten für
die Landtagswahl auf. Landesvorsitzender Jürgen Schön bestätigte
entsprechende SZ-Informationen. Frank Diegert aus Altenberg soll im
Wahlkreis 42 (Altkreis Dippoldiswalde mit Rabenau, Kreischa und Bannewitz)
gegen die Vertreter etablierter Parteien antreten. Das sind: Andrea Dombois
(CDU), Falk Neubert (PDS), Rainer Maus (SPD), Christian Epperlein (FDP) und
Andreas Warschau (Grüne). Da die NPD im Weißeritzkreis nicht organisiert
ist, wird die Kandidatur von der Sächsischen Schweiz aus mit vorbereitet,
wo die NPD bei der Kommunalwahl vor zwei Wochen bis zu zweistellige
Ergebnisse einfuhr. Bei der Landtagswahl 1999 stimmten im Weißeritzkreis
1,2 Prozent der Wähler für die Landesliste der NPD. (SZ/dsz)
Quelle: Sächsische Zeitung, Mittwoch, 30. Juni 2004
Suddars geht mit Wählern hart ins Gericht
Reinhardtsdorfer Bürgermeister auf der Flucht nach vorn
Jede vierte Stimme gaben die Wähler von Reinhardtsdorf-Schöna den
Rechtsextremen. Erstmals sitzen zwei NPD-Vertreter im Gemeinderat. In einem
offenen Brief geht jetzt der CDU-Bürgermeister Arno Suddars mit den Wählern
hart ins Gericht. Von den Rücktrittsforderungen der letzten Tage will er
nichts wissen. Mit diesem Wahlverhalten seien diejenigen, die enorme Kraft
und Aufwand für das Dorf einsetzten, abgestraft worden. Im Gegenzug hätten
die Wähler denjenigen, "die bisher nichts für den Ort getan haben, die
Steigbügel gehalten". Ungewöhnlich harte Worte, die der Ratschef von
Reinhardtsdorf-Schöna für den Wahlausgang findet. Fast zwei Wochen hat Arno
Suddars gebraucht, um sich so klar zu positionieren. Bevor er eine Meinung
in der Öffentlichkeit äußert, wollte er seinen alten Gemeinderat befragen,
sagte er direkt nach der Wahl. Besondere Konsequenzen für die künftige
Abgeordnetentätigkeit sah der CDU-Politiker damals nicht. Er war zwar
enttäuscht, dass die Bürger auf die rechten Parolen "reingetappt sind".
Doch für die Arbeit im Gemeinderat sah er eher Schwierigkeiten mit der zwei
Mann starken PDS-Truppe, als mit den Rechtsextremen. Denn diese beiden
waren schon früher im Rat. Damals jedoch noch als Freie Wähler.
Suddars reagiert nicht auf Rücktrittsforderung
Diese Äußerung brachte den PDS-Landtagsabgeordneten André Hahn zur
Weißglut. Er forderte zwei Tage nach dem Urnengang den Rücktritt von
Suddars. Der habe mit seinen Äußerungen den Bogen endgültig überspannt.
Seitdem schwieg der Reinhardtsdorfer beharrlich. Erst nachdem er sich bei
den Gemeinderäten Rückendeckung geholt hat, tritt er jetzt die Flucht nach
vorn an. Und rechnet auf seine Weise mit dem Wahlausgang ab. Eine Erklärung
für diesen deutlich sichtbaren Rechtsruck in seiner Gemeinde findet er aber
auch heute noch nicht. Immerhin sei in den vergangenen Jahren von den
demokratischen Kräften eine Menge geleistet worden. Mehrzweckhalle, Trinkund
Abwasserbau, Straßensanierung, Vereinsleben und den endlich begonnenen
Sportplatzumbau zählt er unter anderem auf.
Einwohnerversammlung vorgeschlagen
Und Suddars fragt, woran es liegt, dass so viele Bürger das nicht
honorieren und statt dessen ihre Kreuze bei der NPD machen. "Ist es die
Schließung des Jugendclubs, die Unzufriedenheit mit der Praxis der
Verwaltungsgemeinschaft mit Bad Schandau oder die praktisch nicht
vorhandene Präsenz der Ortspolizeibehörde? Schließlich vermutet Suddars
Sympathien der Bürger mit den Rechten wegen der "nicht stattgefundenen
Aufklärung aller Delikte rechtsextremistischen Charakters". Das habe
eventuell zu einer Trotzreaktion geführt. Antworten findet der erste Mann
der Gemeinde nicht. Dabei warnt das Netzwerk gegen Rechts seit Jahren, in
Reinhardtsdorf-Schöna würden rechtsextreme Tendenzen nicht zuletzt vom
Bürgermeister verharmlost. Der unterschätze beispielsweise die Vorkommnisse
mit den Jugendlichen im Jugendklub in Schöna. Das alles prallte an Suddars
ab. Klar sieht der hingegen die Folgen des Wahlausgangs für den Ort. Er
befürchtet Schäden für den Tourismus und damit auch für Handwerk,
Dienstleistung und letztlich alle Einwohner. Deshalb kündigt Suddars eine
Einwohnerversammlung an. Er werde das dem neuen Gemeinderat vorschlagen.
"Weil das Wahlergebnis und die Folgen eine bedeutsame Gemeindeangelegenheit
sind." (Von Heidi Körner)
Quelle: Sächsische Zeitung, Dienstag, 29. Juni 2004
"Geh' mal hinterher, das ist ein Ausländer"
Binationale Paare spüren im Alltag in Bautzen oft Fremdenfeindlichkeit
Trauungen von Bautzenern mit ausländischen Partnern sind nach wie vor
selten. Und im Alltag spüren binationalen Paare immer wieder Vorurteile und
Fremdenfeindlichkeit. Der Einkaufsbummel im Kornmarkt-Center liegt zwar
lange zurück. Doch Carmen Hernandez aus Bautzen wird heute noch wütend,
wenn sie daran denkt. Sie wollte mit ihrem damaligen Ehemann Uleces, einem
Kubaner mit dunklem Teint, Schuhe kaufen - und traute ihren Ohren nicht:
"Geh mal hinterher, das ist ein Ausländer", habe eine Verkäuferin ihre
Kollegin aufgefordert. Das war für die 34-Jährige zu viel, die Kauflaune
verflog: "Ich musste raus aus dem Laden." Meistens waren es aber nicht
abfällige Bemerkungen oder offene Ausländerfeindlichkeit, womit Carmen
Hernandez zu kämpfen hatte, sondern Blicke. "Die Leute guckten schief. Wir
waren gleich abgestempelt. Das sah ich am Gesicht." Rohe Gewalt hat die
Mutter zweier Kinder nur einmal vor Jahren beim Hexenbrennen erlebt. "Eh,
du Kanake, was willst du denn hier", riefen einige Skinheads und schmissen
mit Biergläsern nach Uleces. Bevor aber die Fäuste flogen, konnte das
Ehepaar Hernandez verschwinden. "Da ist eine Weiße mit einem Dunklen, das
passt nicht zusammen", nur so kann die Bautzenerin Heike Rudolph "bohrende
Blicke" von Passanten deuten, wenn sie mit ihrem dunkelhäutigen algerischen
Freund durch die Stadt schlendert. "Die Leute glotzen", stellt die 40-
Jährigen angewidert fest. Carmen Hernandez und Heike Rudolph lassen sich
dadurch nicht beirren. "Deutschland wird sich nicht verändern", sind sie
überzeugt. An Besserung glauben sie nicht. "Man steht einfach drüber", ist
deshalb die Devise der beiden Frauen. "Mit Vorurteilen muss man leben",
sagt die ehrenamtliche Ausländerbeauftragte des Landkreises Bernd-Uwenè
Naumann. Zudem seien binationale Paare in Bautzen "Exoten", es gebe zu
wenige davon. Um Vorurteile und Ausländerfeindlichkeit erst gar nicht
entstehen zu lassen, setzt sich Bernd-Uwenè Naumann für Aufklärung und
Information ein. Durch multikulturelle Abende beispielsweise. Wichtig sei,
"Raum für Begegnungen zu schaffen", so die Ausländerbeauftragte. (Von Heiko
Engel)
Quelle: Sächsische Zeitung, Mittwoch, 23. Juni 2004
Königstein will Rechtsextreme entlarven
Bürgermeister Frieder Haase (parteilos) zur künftigen Stadtratsarbeit
Die rechtsextreme NPD ist im Königsteiner Stadtrat mit zwei Personen
vertreten. Das war schon in der vergangenen Legislaturperiode so. Zum
Umgang mit den rechten Stadträten sprach die SZ mit Bürgermeister Frieder
Haase.
Eine reichliche Woche liegen die Kommunalwahlen nun zurück. Jeder fünfte
Wähler in Königstein hat der NPD seine Stimme gegeben. Ihr Fazit? Es ist
den etablierten Parteien und Fraktionen nicht gelungen, deutlich zu machen,
welche Folgen es hat, die NPD zu wählen. Letztlich haben genauso viele
rechtsextrem gewählt, wie 2001 bei der Bürgermeisterwahl. Worin sehen Sie
die Ursachen für den Einzug der NPD in weitere Stadt- und Gemeinderäte und
in den Kreistag? Rechtsextremistisches Gedankengut gibt es überall, das
beweisen die Wahlergebnisse der Vergangenheit auch in anderen Regionen. In
der Sächsischen Schweiz jedoch ist dieses unbestritten sehr verwurzelt.
Hier ist es der NPD gelungen, scheinbar gutwillige oder kompetente Personen
in die Öffentlichkeit zu lancieren. In Gegenden, in welchen unbekannte
Kandidaten aufgestellt wurden, haben rechtsextreme Parteien auch nicht so
gepunktet. Sind schon jetzt Folgen der Wahlergebnisse zu spüren? Auf die
gesamte Sächsische Schweiz wird verstärkt durch die Medien geschaut. Der
Chefredakteur der "Thüringer Allgemeinen" kommentiert, ohne sich überhaupt
vor Ort kundig zu machen, nur aus Vorurteilen heraus. Da werden alle 3 000
Königsteiner in einen Topf geworfen. Auch im Gästebuch im Internet gibt es
ziemlich harte Reaktionen, rechts- wie linksextrem übrigens. Es gibt auch
ernst zu nehmende Einträge, die davon künden, dass viele Leute Angst davor
haben, in der Region ihren Urlaub zu verbringen. Also sehen Sie eine Gefahr
für den Tourismus? Natürlich, eben aus den genannten Gründen. Es gibt in
Königstein aber auch Bürger, die rechts gewählt haben, jedoch selbst vom
Tourismus leben. Diese haben sich jetzt möglicherweise selbst geschadet.
Auch können alle Bemühungen der demokratischen Kräfte für eine
zukunftsorientierte, positive Stadtentwicklung ins Leere gehen, sollten
sich die genannten Prognosen bewahrheiten. Und wer der 263 NPD-Wähler trägt
dann die Konsequenzen? Ich persönlich glaube nicht, dass alle NPD-Wähler
wirklich rechtsextrem sind. Gerade dieses Klientel müssen wir künftig mit
unserer Kommunalpolitik erreichen. Wie stellen Sie sich das vor? Wir müssen
deutlich machen, dass sich hinter der vielzitierten Sachpolitik der NPD vor
Ort immer auch deren menschenverachtende und demokratiefeindliche Ideologie
verbirgt. Wir werden sie entlarven. Können Sie das an einem Beispiel
verdeutlichen? Ja, an der Einstellung der hiesigen NPD-Stadträte zum
künftigen zweiten Aufzug an der Festung. Der wird dringend gebraucht. Die
NPD malt den geplanten Panoramaaufzug, der außen an der Festungsmauer empor
fährt, in den schwärzesten Farben. Nur durch CDU-Filz von der Regierung
über den Denkmalschutz bis in den Stadtrat sei es gelungen, das so zu
planen. Und weil im Stadtrat keine CDU-Mehrheit besteht, werden böse
Abweichler beschimpft, die sich der CDU angeschlossen hätten. Was die NPD
statt dessen vorschlägt, und wie das praktisch realisierbar wäre, darüber
schweigt Herr Leichsenring, der das alles vor der Wahl in seinem Blatt
schriftlich an die Haushalte verteilt hat. Die Zusammenhänge und
Hintergründe verschweigt er, nutzt nur die Details, die ihm passen. Und wo
die fehlen, wird gelogen. Er greift sämtliche demokratischen Grundlagen an.
Die Stelle, an der Sie die Demagogie der Rechten entlarven? Im Stadtrat hat
sich die NPD bisher gegen jegliche Vorschläge der demokratischen Kräfte
gestellt, aber nie eigene Ideen oder gar Lösungen angeboten. Alles läuft
auf die Aussage hinaus: Das Mehrparteiensystem ist unfähig. Die NPD kann
alles. Aber dann bleibt sie bei Parolen stecken. Und genau diese
Situationen muss man den Wählern aufzeigen. Denn es muss weiter gehen in
den Kommunen. Die Situation ist schwierig genug. Wir brauchen handelnde
Mehrheiten, die umsetzbare Ideen einbringen. Die Königsteiner NPD hat nicht
ein Problem der Bürger gelöst, auch nicht dazu beigetragen. Es fragte Heidi
Körner.
Quelle: www.tagesschau.de
Rechtsextreme wollen Jugendliche mit CD ködern
von Thomas Ihm, SWR, ARD-Hauptstadtstudio
"Anpassung ist Feigheit - Lieder aus dem Untergrund" lautet der Titel einer
CD, die
demnächst vor Schulen in ganz Deutschland verteilt werden soll. Mit der "Aktion Schulhof"
wollen rechtsextreme Gruppen Jugendliche ködern. Wie das ARDHauptstadtstudio
aus
Sicherheitskreisen erfuhr, sollen möglicherweise 100.000 Exemplare der CD
kostenlos vor
den Schultoren verteilt werden. Die Kultusminister der Länder sind bereits
durch den
Verfassungsschutz informiert worden.
Behörden sind machtlos
Doch der Staat kann nichts tun. Anders als die Liedtexte aus der Skinheadund
Neonazi-
Szene verstoßen die Texte dieses Samplers nicht gegen Recht und Gesetz. Die
Verteilung der
CD ist mit rechtlichen Mitteln nicht zu verhindern. Offenkundig, so
Sicherheitskreise, haben
Rechtsanwälte aus der rechtsextremen Szene das Werk genau auf
Straftatbestände geprüft.
"Uns sind die Hände gebunden", heißt es aus Sicherheitskreisen gegenüber
dem SWR. Auch
die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien kann erst einschreiten,
wenn das Werk
auf dem Markt ist. Dann aber ist es zu spät: wenn der Sampler auf dem Index
ist, werden
zehntausende der kostenlosen CD schon vor den Schultoren verteilt worden
sein.
Musik als "Einstiegsdroge"
"Die Musik wirkt als Einstiegsdroge", erklärte das Bundesamt für den
Verfassungsschutz. Bei
den Sicherheitsbehörden herrscht Konsens über die Ansicht, dass
unpolitische Jugendliche
über die Musik in die rechtsextremistische Szene geraten. Deshalb gehen die
Behörden, wenn
sie darüber informiert werden, mit allen Mitteln gegen Konzerte der Szene
vor.
Auf der CD sind alle Musik-Stile vertreten, von Ballade bis Heavy Metal.
Aber die Texte
sind, im Sinne der erwähnten Einstiegsdroge, anders als sonst bei Skinheadund
Neonazi-
Musik, allesamt unterhalb des Levels der Strafbarkeit.
Vertrieb und Finanzierung unklar
Ein CD-Produzent in Sachsen-Anhalt hatte den Auftrag bekommen, 45.000 Stück
zu pressen.
Der Hersteller wandte sich jedoch an die Behörden. Es wird vermutet, dass
die "Aktion
Schulhof" von jenen in- und ausländischen Produzenten finanziert wird, die bereits
rechtsextreme Musik vertreiben. Damit stünde hinter der Aktion nicht nur
ein politisches,
sondern auch das finanzielle Interesse, sich neue Käuferschichten zu
erschließen.
Noch rätseln die Sicherheitsbehörden, wie die rechtsextremistische Szene
den Vertrieb der
kostenlosen Scheibe organisieren wird. Klar scheint zu sein, dass der
Auftrag zur Produktion
der CD an mehrere Hersteller geht, damit der Ausfall einer Firma, wie jetzt
in Sachsen-
Anhalt, nicht zum Scheitern der ganzen "Aktion Schulhof" führt.
Quelle: Sächische Zeitung, 22.06.2004
Rechte Schmierereien auf Sonnenstein
Spuren rechter Schmierereien entdeckte die Polizei gestern morgen auf dem
Sonnenstein. Unbekannte hatten in der Nacht Hakenkreuze, Doppel sieg runen
und "Heil Hitler"-Symbole bis zu 1,20 Meter groß mit silbergrauer Farbe
gesprüht. Betroffen waren Informationstafeln, ein Verteilerkasten der
Telekom, ein Altkleidercontainer und Fahrbahnen auf der Breitscheidstraße,
Prof.-Joliot-Curie-Straße und dem Varkausring. Im Durchgang Varkausring 1a
schmierten die Täter den Schriftzug "Juden raus" an die Wand. Wer Hinweise
geben kann, meldet sich im Polizeirevier Pirna, 03501/51 92 24. (df)
Quelle: Süddeeutsche Zeitung vom 19.6.2004
Rechter Spuk im Märchenland
Der Wahlerfolg der Radikalen in der Sächsischen Schweiz ist selbst in
Sachsen etwas Besonderes: Im Ausflugsgebiet bei Dresden haben NPD und
andere Extremisten bis zu einem Viertel der Stimmen geholt.
Wenige Kilometer östlich von Dresden ist die Kleinstadt Pirna das Tor zu
einem Märchenland. Beiderseits der Elbe wölben sich die Berge der
Sächsischen Schweiz zu rollenden Hügeln, gipfeln in bizarren
Sandsteinformationen - wie geschaffen als Kulisse für eine Verfilmung von
Schneewittchen. Der ausgedehnte Naturpark zieht mit seinen steilen Felsen
Kletterer und Wanderer an.
Zwischen Pirna, Königstein und Bad Schandau setzen die Sachsen mit Erfolg
auf Tourismus. Seit Sonntag aber kommen häufiger Besucher, die eine
erschreckende Nachricht aus der Traumkulisse ergründen wollen: die hohen
Gewinne der Rechtsradikalen bei den Kommunalwahlen.
Dabei sticht die Sächsische Schweiz nur besonders vor. Fast in ganz Sachsen
konnten rechtsextreme Parteien spektakuläre Erfolge erzielen. In der
Großstadt Chemnitz am Fuße des Erzgebirges kamen die Republikaner auf 10,3
Prozent, in der Landeshauptstadt Dresden schaffte ein rechtes Bündnis 4,2,
in Riesa die NPD 8,8 Prozent. Aber die deutlichsten Zugewinne holten die
Rechten in der Sächsischen Schweiz. In Königstein am Fuße der alten Festung
erzielte die NPD 21,1 Prozent, in Reinhardtsdorf-Schöna am Zirkelstein gleich
an der Grenze zu Tschechien - 25 Prozent. Nun müssen die
Bürgermeister, besorgt um das Image der Region, erklären, was nicht zu
erklären ist. Ausländer gibt es hier kaum, doch es wäre ja auch eine
abstruse Annahme, dass es für die Ressentiments überhaupt Ausländer
braucht. In der 1600-Einwohner-Gemeinde Reinhardtsdorf-Schöna schwärmt der
Bürgermeister vom bunten Leben, dem aktiven Fußballclub und dem
Schifferverein. Nicht nur der Rathauschef ist überrascht, es sind auch die
im Land regierenden Christdemokraten. Doch so richtig überraschend ist das
Ganze auch wieder nicht. Die Sächsische Schweiz gilt als Hochburg der
Rechtsextremen. Die Justiz beschäftigte sich in langwierigen Verfahren mit
den Strukturen der rechtsextremen Organisation "Skinheads Sächsische
Schweiz" (SSS), deren so genannte Members in der Region fest verwurzelt
sind. In drei Prozessen gegen Mitglieder der zeitweise nahezu militärisch
organisierten Gruppe zeigten Ermittler auf, wie die jungen Männer Hegemonie
ausüben und Ausländer und Linke bekämpfen wollen.
Auch über enge Bindungen zwischen der SSS und einzelnen NPD-Aktivisten ist
berichtet worden. Trotz der Prozesse hat sich das Klima in der Jugendszene
kaum verändert. "Das sind genau die Orte, wo wir zur Beratung gerufen
werden", sagt Friedemann Bringt von der Projektleitung der "Mobilen
Beratungsteams", die hier auch von lokalen Politikern gebeten werden, beim
Aufbau von Gegenstrategien zu helfen. Die Sozialarbeiter werden durch ein
Modellprogramm der Bundesregierung finanziert. Die Beratungsteams
entstanden, nachdem der Kanzler 2001 zum "Aufstand der Anständigen" gegen
den Rechtsextremismus aufrief. Im kleinen Reinhardtsdorf-Schöna - dessen
Bürgermeister mit den Beratern kooperiert - haben die Angriffe auf Gäste im
Naturfreundehaus schon häufiger die Polizei auf den Plan gerufen. Der
Jugendclub des Ortes galt als rechts dominiert und als Anlaufstelle der
"Aufbauorganisation" der SSS. Dieser Club ist inzwischen geschlossen. Doch
das rechte Gedankengut beschränkt sich, wie die Wahlerfolge zeigen, nicht
auf die Jugend. In Reinhardtsdorf-Schöna sind die zwei bekanntesten NPDMitglieder
angesehene Bürger, fest verwoben in der Dorfgemeinschaft, wie
der von vielen geschätzte Klempnermeister. In seinem Schuppen wurden vor
vier Jahren Sprengstoff und Waffen gefunden und Verbindungen zur SSS
angenommen. In Königstein heimste der Fahrlehrer und NPD-Funktionär Uwe
Leichsenring gut ein Fünftel der Stimmen ein. Er warb auf Plakaten mit
seinem Vornamen. Viele Leute hätten bei ihm, so heißt es, nicht nur das
Autofahren gelernt. Nach dem landesweiten Erfolg der Rechtsextremen wird,
wenn auch leise, in der regierenden CDU drei Monate vor der Landtagswahl
diskutiert, wie es dazu kommen konnte. CDU-Generalsekretär Hermann Winkler
will nun im Wahlkampf Themen wie die Innere Sicherheit stärker besetzen.
"Wir müssen zeigen, dass wir auf diesem Feld schon viel gemacht haben und
längst einen harten Kurs fahren", sagt er - lehnt aber zugleich alle
Ansinnen aus der Partei ab, sich vermehrt nationaler Rhetorik zu bedienen,
um den rechten Rand aufzusaugen. Die Partei werde nicht um jeden Preis auf
Stimmenfang gehen. Ohnehin muss die Sachsen-Union auch auf andere
Wählergruppen achten. Am Sonntag brach die CDU auch in den großen Städten
ein. So verlor sie in Dresden bei der Kommunal- und der Europawahl 14
Prozent, während die Grünen mit 12,1 Prozent bei der Kommunal- und 14,3 bei
der Europawahl ein Rekordergebnis erzielten. Bei der Landtagswahl am 19.
September werde das Ergebnis anders sein, ist sich Winkler sicher. Denn da
gehe es um die absolute Mehrheit der CDU-Regierung von Georg Milbradt.
"Da", sagt er, "bin ich nicht bange."
Wir werden gefördert durch: die DGB-Region Dresden - Oberes Elbtal, das
Bundesprogramm CIVITAS, die Amadeu-Antonio-Stiftung, das Arbeitsamt Pirna,
den Landkreis Sächsische Schweiz, die Stadt Pirna, die Robert-BoschStiftung,
das Bildungswerk - Weiterdenken in der Heinrich Böll Stiftung,
der Deutschen Augentur für das EU-Aktionsprogramm Jugend für Europa sowie
durch
www.4koepfe.de.
Die Aktion Zivilcourage unter VR 899 im Vereinsregister des Amtsgerichtes
Pirna
als Verein eingetragen.
Bankverbindung: Sparkasse Elbtal-Westlausitz, Kontonummer: 310 006 839 3
BLZ: 850 503 00 Empfänger: Aktion Zivilcourage e.V.
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