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Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)
Landesvereinigung Nordrhein-Westfalen
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Flick ist kein Vorbild - Städtisches Gymnasium Kreutal soll umbenannt werden
Petition an den Bürgermeister soll Abhilfe schaffen
Im Siegerland, der Heimat Friedrich Flicks, wächst der Widerstand gegen die
Verehrung des Hauptkriegsverbrechers, Naziförderers und Ausbeuters der
Sklavenarbeit von zwnagsarbeitern. Ehemalige und heutige Schüler des
Friedrich Flick-Gymnasiums in Kreuztal fordern die Umbenennung des
Gymnasiums. Sie organisieren eine Petitionskampagne an den Bürgermeister.
Die VVN-BdA NRW veröffentlicht diese Petition; sie hat folgenden Wortlaut
und darf auch von Bewohnern anderer Städte unterschrieben werden.
An Bürgermeister Rudolf Biermann
Siegener Straße 5
57223 Kreuztal
Telefax: (02732) 4534
Email: buergermeister ät kreuztal.de
Flick ist kein Vorbild - Städtisches Gymnasium umbenennen!
Sehr geehrter Bürgermeister Biermann,
seit fast 40 Jahren besteht in ihrer Stadt ein Gymnasium, benannt nach dein
deutschen Industriellen Friedrich Flick. Flick war reichster Deutscher, hat
zahlreiche Auszeichnungen erhalten und ist u. a. Ehrenbürger ihrer Stadt.
All diese Auszeichnungen können jedoch nicht über die Schattenseiten in
Flicks Biografie hinwegtäuschen: Sowohl in der Weimarer Republik als auch in
der jungen Bundesrepublik hat er seinen Erfolg dem rücksichtslosen Streben
nach Profit zu verdanken. Flick hat die Gewinne eingestrichen, während er
Verluste so gut es eben ging auf die Öffentlichkeit abgewälzt hat.
Am schwersten wiegen jedoch seine Taten im "Dritten Reich": Flick hat die
NSDAP mit Spenden unterstützt, hat an der Enteignung jüdischer Unternehmer
mitgewirkt, er war Mitglied im Freundeskreis Reichsführer-SS und informiert
über KZs und die Kriegspläne Adolf Hitlers, denn er sollte die Nazis mit
Waffen und Rüstungsgütern versorgen. Flick hat, wie viele Industrielle,
Zwangsarbeiter zu menschenunwürdiger Arbeit gezwungen. Geschätzt wird, dass
10.000 diese Schinderei mit dem Leben bezahlt haben. Über die Zustände und
die Todesangst seiner Zwangsarbeiter war er gut informiert. Flick ist nach
dem Krieg als Kriegsverbrecher wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit
verurteilt worden. Seine Schuld hat er nie eingestanden, sich bei seinen
Opfern oder ihren Angehörigen nie entschuldigt und sich zeitlebens gegen
eine finanzielle Entschädigung gewehrt. All dies ist wissenschaftlich
aufgearbeitet und zeigt das Bild eines Mannes, der nicht als Vorbild dienen
darf.
Anlässlich ihrer Rede im Israelischen Parlament erklärte Bundeskanzlerin
Merkel:
"Ich bin zutiefst davon überzeugt: Nur wenn sich Deutschland zu seiner
immerwährenden Verantwortung für die moralische Katastrophe in der deutschen
Geschichte bekennt, können wir die Zukunft menschlich gestalten. Oder anders
gesagt: Menschlichkeit erwächst aus der Verantwortung für die
Vergangenheit."
Sehr geehrter Bürgermeister Biermann, auch Kreuztal muss sich zu seiner
Verantwortung bekennen. Eine Schule, in der junge Menschen zu kritischen und
demokratischen Staatsbürgern. erzogen werden sollen, hat den Namen eines
echten Vorbilds verdient, nicht den eines gewinnorientierten Opportunisten
und Kriegsverbrechers. Dass Flicks Unternehmen diese Schule mitfinanziert
haben, ist dabei völlig unerheblich, hier geht es nicht um Geld, sondern um
Moral. Flick ist kein Vorbild und so fordere ich Sie auf, sich für eine
Umbenennung des städtischen Friedrich-Flick-Gymnasiums stark zu machen!
Mit freundlichen Grüßen
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