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Nach zehntägigem Aufenthalt auf Berliner Bahnhöfen verließ der "Zug der Erinnerung" gestern Berlin.
Eine Fotoseite über seine Station am Ostbahnhof unter:
http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/zug_der_erinnerung_berlin.html
Geduldig, oft bis zu drei Stunden, warteten Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und Familien auf Einlass in die Ausstellung, gedachten der ermordeten Kinder und Jugendliche, schmückten die Wagen und die Dampflokomotive mit Blumen, hinterließen Briefe für die deportierten Kinder.
In drei Waggons dokumentieren Einzelschicksale die Deportation: den Bescheid, das Verlassen der Wohnungen und den Weg zu den Sammellagern. Am helllichten Tag wurden Menschen, Nachbarn durch die Dörfer und Städte zu den wartenden Zügen getrieben. Und die Täter werden vorgestellt: Vom Reichsverkehrsministerium über die SS bis hin zu den Logistikplanern der Reichsbahn, die für den Transport der todgeweihten Kinder und Jugendlichen in die Vernichtungslager sorgten. Mehrere dieser "Spezialisten" setzten ihre Bahnkarrieren in der Nachkriegszeit fort.
Um 23 Uhr verließen die letzten Besucher am ersten Wochenende den Zug. Auch an den nächsten Tagen kamen Tausende Menschen zum Ostbahnhof, den Bahnhöfen Lichtenberg, Schöneweide, Westhafen und Grunewald. Keiner versteht, warum die Deutsche Bahn, unbeeindruckt von allen Appellen, keine Bereitschaft zeigt, den Zug der Erinnerung zu unterstützen. Im Gegenteil jeden Tag muss der Verein und die Berliner Initiative für den Aufenthalt auf den Bahnhöfen und pro Kilometer eine Gebühr für die Streckennutzung bezahlt werden. Viele fragen: Wann stellt sich die Bahn endlich ihrer Verantwortung für die Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte?
Zur Zeit ist der Zug in Brandenburg, die Fahrt endet Anfang Mai in der Gedenkstätte Auschwitz. - Hans Coppi -
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