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TRIBUNAL IN GEDENKEN AN DOMINIQUE KOUMADIO
Oury Jalloh und alle anderen Opfer rassistischer Staatsgewalt
13:00 uhr Tribunal - 18:00 uhr Demo
Katharinenstrasse, gegenüber vom HBF Dortmund
download: Aufruf deutsch [1], appel francais [2], cagri türkce [3], call
english [4]
Aufruf in deutsch [5], english [6], francais [7], türkce [8]
PROGRAMM
13:00 Uhr
Eröffnung
13:30 Uhr
I Anklage der Opfer von Kriegen und Zerstörung
II Anklage der Familien, Freundinnen und Freunde von Opfer rassistischer
Staatsgewalt und der Gemeinschaft der Flüchtlinge und MigrantInnen
14:00
Anklage der HipHop-Gemeinschaft aus Dortmund
Anklage der Familie, Freundinnen und Freunde von Dominique Koumadio und
der kongolesischen und angolanischen Gemeinschaft aus Dortmund
Anklage der Musikfreunde von Dominique, HipHop aus Wuppertal
15:00
Anklage der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh und der Freunde von Oury
Jalloh, zur Flucht gezwungen, Asyl verweigert, misshandelt, gefesselt, und
am lebendigen Leibe verbrannt am 5. Januar 2005
15:30 Musikbeitrag der kurdischen Freunde, Engin Celik und Freunde
16:00 Anklage der Freunde von Mohammad Sillah gestorben in Remscheid am
14. Januar 2007, nachdem ihm der Krankenschein verweigert wurde.
16:15 Uhr
Anklage der Gemeinschaft wegen John Achidi (19 Jahre), getötet durch
Polizisten, einer Ärztin und Uni-Professorin bei der Zwangsverabreichung
von Brechmitteln am 9. Dezember 2001 bei der Zwangsverabreichung von
Brechmitteln.
16:30 Uhr
Tod bei der Abschiebung, Anklage der Flüchtlinge im Falle Ameer Agheeb,
erstickt bei der Abschiebung durch BGS-Beamten am 28. Mai 1999 in einer
vollbesetzten Passagiermaschine der Lufthansa nach Khartum.
16:45 Uhr
Jericho Walls - Raggae-Musik aus Dortmund
17:30 Uhr
III Anklage der Opfer der Hartz-IV-Angriffe
17:45 Uhr
Abschlusserklärung
18:00 Uhr
Demonstration in Gedenken an Dominique Koumadio
Am 14. April 2006 wurde Dominique Koumadio durch zwei Schüsse eines
Polizisten in Dortmund Eving getötet. Seit dem verlangen die Familie von
Dominique, seine Freundinnen und Freunde und viele andere Menschen und
Organisationen die Eröffnung eines Prozesses, um die Zweifel zu
beseitigen, die Dominiques Tod überschatten.
Um die Schwester von Dominique bei ihrem Wunsch nach Aufklärung und
Gerechtigkeit zu unterstützen, werden Vertreterinnen und Vertreter der
afrikanischen Gemeinschaften aus Dessau, Thüringen, Halle, Göttingen,
Kassel, Stuttgart und Berlin sowie Flüchtlings- und
MigrantInnenselbstorganisationen aus anderen deutschen Großstädten zum
Tribunal mobilisieren. Bereits Anfang Januar 2008 wurde der Fall Dominique
Koumadio bei den Gedenk Konferenzen zum 3. Todestag von Oury Jalloh und
Laye Konde in Berlin und Dessau [9] thematisiert. Bei der Black African
Conference zum dritten Todestag von Oury Jalloh und Laye Konde in Dessau
wurde beschlossen die Schwester von Dominique, Sylvie mit allen möglichen
Mittel zu unterstützen.
Für die Flüchtlinge und MigrantInnen unter uns gehören Polizeischikanen
und staatlich organisierter Rassismus zum Alltag. Vor diesem Hintergrund
gehen wir, solange die Eröffnung eines Prozesses durch die
Staatsanwaltschaft verhindert und die im Anschluss aufgelisteten Zweifel
nicht beseitigt werden, von einer rassistisch motivierten Tat aus.
Folgende Fragen hat die Staatsanwaltschaft bisher in ihren Ablehnungen der
Forderungen von Dominiques Schwester nach einem Prozess nicht beantwortet:
- Warum schossen die Polizisten, bevor sie versuchten Dominique
gemeinsam zu überwältigen?
- Warum machten sie keinen Gebrauch von anderen Mitteln, wie Reizgas
oder Schlagstöcken, die beide mit sich führten?
- Warum können zwei professionelle Polizisten, die für solche
Situationen ausgebildet sind, einen 1,60 m großen Jungen nicht
bewältigen und schießen ihm direkt ins Herz?
- Warum stuft die Staatsanwaltschaft die Erschießung als Notwehr ein,
obwohl aus den Zeugenaussagen keine eindeutige Gefahr für die
Polizisten abzuleiten ist?
- Ist der Tod Dominiques durch die rassistische Grundeinstellung der
Polizisten zu erklären?
- Bestärkt die Rückendeckung der Staatsanwaltschaft und der
Gesetzgebung in allen Fällen von Polizeiübergriffen gegen
MigrantInnen in Deutschland die Polizisten darin, weiterhin
Menschen zu erschießen, sie bei Abschiebungen zu erwürgen, oder sie
in Polizeizellen zu verbrennen?
Um alle Zweifel zu beseitigen und diese Fragen aufzuklären, fordern wir
die Eröffnung eines Verfahrens gegen die Beteiligten!
Wir wollen die sofortige Eröffnung eines Prozesses, in dem die Schwester
von Dominique als Nebenklage Gerechtigkeit erfährt.
Wir wollen einen fairen Prozess, in dem objektiv verhandelt wird. Wir
können einen Prozess wie in Dessau im Fall des im Polizeigwahrsam
gefesselt und lebendig verbrannten Flüchtlings Oury Jalloh nicht
akzeptieren. Im Verlaufe dieses Prozesses, der seit dem 27. März 2007 nur
aufgrund des öffentlichen Drucks eröffnet werden musste, haben wir nämlich
erlebt, wie Beweise vernichtet oder konstruiert werden. Wir mussten es
ertragen, dass die Staatsanwaltschaft unter allen möglichen Hypothesen
jene mit der kleinsten Wahrscheinlichkeit für die Anklagen verwendete. Im
Prozess selbst haben wir erlebt, dass der Richter eine der zentralen
Fragen nach der Herkunft des konstruierten Feuerzeugs Made in Germany
lässig beiseite wischt. Wir sind ständig Zeugen, wie Polizeibeamten
jeglichen Rangs offensichtlich lügen und keine Konsequenzen befürchten
müssen. Und wir sind Zeugen, wie im Gerichtsaal die Polizisten,
Sicherheitsdienste und der Angeklagte einen NPD-Kandidaten mit Handschlag
begrüßen. Wir sind der Meinung, dass ein offengeführter Prozess, der
alles beleuchtet und die Verwicklungen von Teilen der Polizei mit der
rechten Szene offenlegt, nur für das Wohl aller Menschen in dieser
Gesellschaft sein kann. (Mehr Info über den Prozess in Dessau erhalten
Sie auf http://initiativeouryjalloh.wordpress.com)
Daher rufen wir alle interessierte Menschen, die Presse und Vertreter der
Menschenrechtsorganisationen auf, am 12. April nach Dortmund zu kommen, um
die Anklage der Opfer zu hören und selbst zu urteilen.
Das Tribunal wird organisiert, getragen und unterstützt von einer Einheit
verschiedener Organisationen und Netzwerken aufgelistet nach
alphabetischer Reihenfolge:
AGIF Föderation der ArbeitsmigrantInnen aus der Türkei in Deutschland e.V.
ATIF Föderation der Arbeiter aus der Türkei in Deutschland
ICAD International Committee against Disapearances
Initiative in Gedenken an Oury Jalloh
Karawane für die Rechte der Flüchtlingen und MigrantInnen
KPD - Bereich Dortmund
Plataforma - Platform der Flüchtlinge in Berlin
Rote Antifa Duisburg
The VOICE Refugee Forum
YAKEV Verein für Kulturarbeit Dortmund
- Kontakt
-
KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen
c/o AZ Wuppertal, Markomannenstr. 3, 42105 Wuppertal
Telefon: 0160 27 4244 4
E-Mail: wuppkarawane {ät] yahoo.de
Internet: http://thecaravan.org
- Links
- [1] http://thecaravan.org/files/caravan/aufruf_DK_April_12_2008.pdf
[2] http://thecaravan.org/files/caravan/appel_DK_12_Avril_2008.pdf
[3] http://thecaravan.org/files/caravan/cagri_DK_12_April_2008.pdf
[4] http://thecaravan.org/files/caravan/call_DK_April_12_2008%20(1).pdf
[5] http://thecaravan.org/node/1516
[6] http://thecaravan.org/node/1527
[7] http://thecaravan.org/node/1522
[8] http://thecaravan.org/node/1520
[9] http://thecaravan.org/node/1430
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