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Q: http://at.indymedia.org/node/9813
Wien: Gedenken der Opfer faschistischer Gewalt seit '45
Date 31.3.2008., 19:16
Name Ernst-Kirchweger-Gedenken
Ungefähr 100 Personen gedachten heute unter dem Motto "Kein Vergeben, kein
Vergessen!" vor der Universität Wien der Opfer faschistischer Gewalt seit
1945. Die Kundgebung fand aus historischen wie aktuellen Anlässen statt.
Zum Einen jährte sich der Todetag Ernst Kirchwegers zum 43. Mal. Der
Kommunist und KZ-Überlebende wurde auf einer antifaschistische
Demonstration gegen den antisemitischen Universitätsprofessor Taras
Borodajkewycz von dem Burschenschafter Günther Kümel niedergeschlagen und
verstarb am 3.April 1965 an den Folgen der Verletzungen. Zum Anderen sind
rechtsradikale Angriffe, motiviert aus den immergleichen Ressentiments,
bis heute europaweit trauriger Alltag. Betroffen sind eben nicht nur
dezidiert antifaschistische Pesonen und Projekte, sondern gerade auch
alljene, die im rechten Weltbild vermeintlich minderwertiges Leben
darstellen. Erinnert wurde zB. an den Bombenanschlag der 1995 in Oberwart
vier Roma das Leben kostete. Oder an den Angriff auf den LesbiSchwulen
Valentinstag in Moskau, der Stadt, in welcher rechte Gewalt auch im Jänner
2007 sieben Personen das Leben nahm.
Dass Österreichs scheinbare bürgerliche Mitte stark nach rechts verschoben
ist, zeigte sich am vergangenen Samstag auf der Anti-EU-Vertrags-Demo
deutlich in der Anschlussfähigkeit von Forderungen nach Freilassung für
den Holocaust-Leugner Gerd Honsik und nach der Abschaffung des
NS-Verbotsgesetz mit dem bürgerlichen Rechtspopulismus: Mehrere Tausend
Menschen in der Wiener Innenstadt demonstrierte friedlich seit-an-seit mit
über 100 Rechtsextremen und Neonazis.
Die TeilnehmerInnen der Kundgebung sprachen sich in Redebeiträgen und
Flugblättern für eine Öffentlichkeit aus, welche gewaltsamen und
strukturellen Manifestationen antisemitischer, rassistischer und
heterosexistischer gesellschaftliche Zustände, aufmerksam und vehement
entgegen tritt.
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