LIEBE GENOSSINNEN UND GENOSSEN,
heute erhaltet Ihr die erste Ausgabe unseres Antifa-Newsletters. Zukünftig
möchten wir Euch mit diesem Newsletter über antifaschistische Aktivitäten
und Erfolge informieren und Euch auf interessante Veranstaltungen.
Mit antifaschistischen Grüßen
Eure Netzwerkstelle Rechtsextremismus
Gudrun Hoffmann
Stv. Juso-Bundesvorsitzende
Ralf Höschele
Stv. Juso-Bundesvorsitzender
- Inhalt
- - Geh Denken! Bericht von der Demo in Dresden
- Verbandstag der Deutschen Burschenschaft in Berlin
- Fortgesetzter Finanzskandal bei der NPD
- Rechte Marke Thor Steinar stößt auf Widerstände
- Aktionstag der AG 60+
- Eklat im Landtag von M-V und Razzia bei sächsischem NPD-Abgeordneten
- IMAGES
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Geh Denken! Bericht von der Demo in Dresden
Wie jedes Jahr, am Gedenktag der Bombardierung vom 13. Februar nutzen Nazis
Dresden für ihre Großaufmärsche. Inzwischen haben sich rund um dieses
Datum die größten Neonazidemos europaweit etabliert. Auch in diesem Jahr
hatten sich wieder zwischen 3.000 und 4.000 angekündigt und waren am
16.02.08 auch da. Die besondere Brisanz: die Stadtverwaltung hatte den
Nazis eine Demoroute genehmigt, die an der Dresdner Synagoge vorbeiführen
sollte. Aus diesem Anlass fanden sich unter dem Motto Geh Denken
Menschen zusammen, um den Nazis zu zeigen, dass es in Dresden für sie
keinen Platz gibt.
Die schlechte Nachricht ist: obwohl durch ein breites Bündnis aus
Gewerkschaften, Parteien und Stadt aufgerufen, kommen in Dresden zu
solchen Aktionen weniger Bürgerinnen und Bürger als Nazis. Die gute
Nachricht ist: auch 2.000 Demonstrant/innen waren genug, um die Nazis
daran zu hindern, an der Synagoge vorbeizumarschieren.
Die Jusos waren dank zahlreicher Fahnen optisch sehr gut vertreten. Aus
Sachsen, aber auch dem ganzen Bundesgebiet waren Jusos angereist, um
gemeinsam gegen die Nazis zu demonstrieren. An dieser Stelle noch einmal
ganz herzlichen Dank für die Unterstützung.
VERBANDSTAG DER DEUTSCHEN BURSCHENSCHAFT IN BERLIN
Vom 29. Februar bis 02. März findet in Berlin die Verbandstagung der
Deutschen Burschenschaft (DB) unter dem Motto Burschenschaftliches
Selbstverständnis und innerverbandlicher Zusammenhalt" statt.
Die Deutsche Burschenschaft ist ein Verband, bestehend aus 120
Burschenschaften aus Deutschland und Österreich mit etwa 15.000
Mitgliedern (ca. 2.500 Studenten und 12.500 alte Herren). Zu den
schillerndsten" Burschenschaften im DB zählen sicherlich die Münchner
Danubia und die Dresdensia-Rugia aus Gießen. Beide sind schon des öfteren
wegen ihrer Kontakte in die rechtsextreme Szene aufgefallen, so sind zwei
Alte Herren der Dresdensia-Rugia Mitglieder des Parteivorstandes der NPD.
Bei der Berliner Gothia durfte auch der NPD-Anwalt Horst Mahler
referieren.
Wir Jusos streben setzen uns nach wie vor für die Unvereinbarkeitserklärung
der SPD-Mitgliedschaft mit einer Mitgliedschaft in einer studentischen
Verbindung ein. Einen ersten Erfolg konnten wir ja bereits mit der
Unvereinbarkeitserklärung zur Burschenschaftlichen Gemeinschaft , der
tonangebenden Gemeinschaft in der Deutschen Burschenschaft, erzielen.
Darum hin zur Demonstration, um den Burschen zu zeigen, was wir gegen ihr
revanchistisches, antiegalitäres und sexistisches Weltbild haben.
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FORTGESETZTER FINANZSKANDAL BEI DER NPD
Der Bundesschatzmeister der rechtsextremistischen Partei NPD, Erwin Kemna,
ist wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug am 7. Februar
festgenommen worden. Der Vorwurf lautet, dass der NPD-Schatzmeister Erwin
Kemna insgesamt 627.000 Euro aus der Parteikasse veruntreut habe. Die NPD
erklärte am Tag nach Kemnas Verhaftung, er habe mit seinen Ein- und
Auszahlungen eigene und fremde Darlehen bewegt und die Darlehensgeber
namentlich vor möglichen Verfolgungen schützen wollen . Belege oder
Quittungen dazu existieren allerdings nicht.
Die Verhaftung des NPD-Kassierers wirft wieder einmal ein Schlaglicht den
zweifelhaften Umgang mit Parteigeldern in der NPD. Erst im letzten Jahr
hat die Bundestagsverwaltung von der NPD 880.000 Euro zurückgefordert,
weil der NPD-Landesverband Thüringen Spenden erfunden und falsche
Quittungen ausgestellt hatte, um an staatliche Gelder zu kommen. Schon bei
diesem Vorwurf behaupteten beschuldigte NPD-Mitglieder, dass die
Bundesführung der NPD in diese Spendenpraxis eingeweiht gewesen sei.
Die NPD steht bereits seit längerer Zeit unter erheblichem finanziellem
Druck. Ein Bericht des Landesverfassungsschutzes Berlin aus dem vorigen
Jahr besagt, dass die Partei gravierende finanzielle Probleme hat. Die
Partei hat im abgelaufenen Jahr 2007 knapp 1,45 Mio. Euro aus der
staatlichen Parteienfinanzierung erhalten. 2005 belief sich der Gesamtetat
auf 3 Mio. Euro.
RECHTE MARKE THOR STEINAR STÖSST AUF WIDERSTÄNDE
Die Eröffnung eines Thor-Steinar-Ladens in Berlin Mitte
(Rosa-Luxemburg-Straße 18) ist auf heftigen und erfolgreichen Widerstand
gestoßen. Thor-Steinar ist eine ausschließlich bei Neonazis beliebte
Kleidungsmarke.
Die Eröffnung des neuen Landens in Berlin Mitte sorgte für heftige Proteste
der Antifa, Nachbarn sowie linken Parteien, an denen sich auch die
Berliner Jusos beteiligten. Inzwischen hat der Vermieter den umstrittenen
Laden auch in Folge der Proteste gekündigt.
Übrings: Norwegen hat inzwischen gegen "Thor Steinar" Anzeige wegen
widerrechtlicher Verwendung seiner Flagge erstattet. Die Anzeige lautet
auf "widerrechtliche Verwendung staatlicher Hoheitszeichen". Nach dem
deutschen Markengesetz dürfen offizielle Staatssymbole nicht zur
Kennzeichnung von Waren oder Dienstleistungen benutzt werden. Sollte
Norwegen Recht bekommen, muss die Firma das Bußgeld zahlen und darf ab
sofort nicht mehr die Fahne verwenden und müsste dann alle
Kleidungsstücke, die die Fahne zeigen, vernichten.
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AKTIONSTAG DER AG 60+
Die AG 60+ stellt ihren Aktionstag am 02. April in diesem Jahr unter das
Motto: Demokratie und Toleranz stärken! Jung und Alt gemeinsam gegen
rechts . Gemeinsam mit den Jusos wollen sie gegen Neonazis eindrucksvolle
Zeichen für Demokratie und Toleranz setzen. Jung und Alt, Frauen und
Männer müssen zusammenstehen und täglich deutlich machen, dass
Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz, Antisemitismus und
Revisionismus keinen Platz in der deutschen Gesellschaft haben. Daher ist
der Tag der älteren Generation auch mit der klaren Forderung verbunden,
die NPD als Partei zu verbieten.
Werbt in Euren Gliederungen für den Aktionstag und veranstaltet ihn
gemeinsam mit der AG 60+.
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Eklat im Landtag von M-V und Razzia bei sächsischem NPD-Abgeordneten
In Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen zeigte die NPD mal wieder ihr
undemokratisches und menschenverachtendes Gesicht.
So verweigerte die NPD im Landtag in Schwerin das Gedenken an die Opfer des
Nationalsozialismus. Die Landtagspräsidentin bat das Plenum, sich aus
Respekt für die Opfer für eine Schweigeminute von den Plätzen zu erheben.
Die NPD lehnte diesen Respekt ab und störte die Gedenkminute noch durch
Gespräche und Zwischenrufe.
Gegen den sächsischen NPD-Abgeordneten Peter Klose läuft derzeit ein
Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens verfassungsfeindlicher
Kennzeichen. Sein Büro im Landtag, das Wahlkreisbüro in Zwickau und die
Wohnung wurden durchsucht. Anlass war ein Slogan der früher von der SS
verwendet wurde und der auf der Homepage der NPD-Zwickau zu lesen war. Da
der Landtagsabgeordnete Inhaber der Homepage ist, sieht er sich dem
Ermittlungsverfahren ausgesetzt. Klose ist Nachrücker für Matthias Paul,
der wegen des Besitzes kinderpornographischer Schriften sein Mandat
niederlegte. Er ist der letzte Nachrücker auf der Landtagsliste der NPD.
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
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