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Newsletter der Amadeu Antonio Stiftung (35)

NEWSLETTER DER AMADEU ANTONIO STIFTUNG

Ausgabe Nr. 35, Februar 2008
4.017 Abonnenten aus Zivilgesellschaft, Politik und Medien

Dies ist der E-Mail-Newsletter der Amadeu Antonio Stiftung mit aktuellen Mitteilungen aus der Stiftung und dem Internetportal
www.mut-gegen-rechte-gewalt.de

INHALTSVERZEICHNIS

  1. In eigener Sache
  2. Mut gegen rechte Gewalt
    • Gut vorbereitet auf 2008?!
    • Erneuerung der rechtsextremen Ideologie
  3. Geförderte Projekte gegen rechte Gewalt
    • Jetzt re(i)chts in Sachsnitz!
    • Bündnis Aktiver Demokraten Bad Freienwalde
  4. Amadeu Antonio Stiftung aktiv
    • "Lola für Lulu" - Frauen für Demokratie
    • "Bewachter Alltag"
  5. Bürgerstiftungen für demokratische Kultur
    • Zu Besuch in Indien
    • Münster, Weimar und Pfalz ausgezeichnet
  6. Aus der Zivilgesellschaft
    • Stolpern im Saarland
    • Fanta 4 werden "Laut gegen Nazis"
  7. IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen und Leser,

dies ist der erste Newsletter nach der Winterpause und deshalb: Willkommen im neuen Jahr und vielen Dank für Ihre Unterstützung, Ihr Interesse und Ihr Engagement. Ich hoffe, dass es auch 2008 so bleibt. Bei den Themen, mit denen wir uns beschäftigen, ist das nicht
selbstverständlich. Mitunter fehlt die Energie, sich wieder und wieder mit Neonazis und der Gleichgültigkeit ihnen gegenüber auseinander zu setzen, mit politischem Populismus oder der Tatsache, dass jeden Tag Menschen Opfer rassistischer Gewalt werden. Natürlich heißt das nicht, dass wir uns abwenden, es heißt nur, dass wir alle auch ab und an Energie aufladen müssen. Anlässe und Gelegenheiten dafür zu schaffen, ist eine der Lieblingsaufgaben der Amadeu Antonio Stiftung. Von einer solchen Gelegenheit will ich Ihnen heute erzählen.

Es war vor dem internationalen Tag der Erinnerung an die Befreiung von Auschwitz. Während ARD und ZDF die Gedenkstunde dazu im deutschen Bundestag nicht übertragen wollten (vermutlich hätte dadurch einer der unzähligen heimatduseligen Vorabendserien nicht zum 18. Mal wiederholt werden können), bereitete sich in München eine Gruppe junger Leute für einen Auftritt am Abend vor. Sie fuhren eine kleine Bühne herbei, bauten Mikros auf und schleppten Verstärker heran. München, einst die "Hauptstadt der Bewegung", wie es die Nationalsozialisten nannten, machte gerade Schlagzeilen, weil Verwaltungsbeamte der Stadt den
Holocaustgedenktag einfach vergessen hatten. Deshalb wohl sahen sie keinen Grund, warum die Bürger gerade an diesem Tag nun nicht ihren Faschingsumzug haben sollten, der auch an der Synagoge vorbeiziehen würde. Die Diskussion darüber, ob das pietätlos den Opfern gegenüber sei oder nicht, beschäftigte die Medien weitaus mehr als die Tatsache, dass dieser internationale Gedenktag in Deutschland noch immer weitestgehend ignoriert wird.

Vor der Feldherrnhalle, wo einst nach des "Führers" gescheitertem Putschversuch das vorbeigehende Volk von 1933 bis 1945 die dabei Gefallenen mit dem Hitlergruß zu ehren hatte und es auch gerne tat, sammelten sich am 25. Januar 2008 rund um die aufgebaute Bühne hunderte Menschen. Die bekannte Rockband "Sportfreunde Stiller" hatte angekündigt, ausgerechnet hier und ausgerechnet an diesem Abend zu spielen. Zusammen mit der Kampagne "Laut gegen Nazis" und der Amadeu Antonio Stiftung sollten hier die Sportfreunde einen neuen Song präsentieren, der gleichzeitig Programm ist: "Der Antinazibund". Gegen 17 Uhr waren fast 4000 Menschen zusammengekommen und begrüßten ausgelassen die drei sympathischen Musiker.

Es wurden Reden gehalten: Christian Ude, der Oberbürgermeister der Stadt München, warnte eindringlich vor Nazis auf Tarnlisten bei der bayerischen Kommunalwahlen im März; die Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, war anwesend, sprach aber nicht; ich durfte und konnte sprechen, und es war mir ein großes Vergnügen, München an dieser Stelle zur "Hauptstadt der Bewegung gegen Nazis" zu erklären, und die Sportfreunde selbst sowie der Veranstalter Jörn Menge von "Laut gegen Nazis" appellierten an die Münchner, sich von niemandem zu populistischen Stammtischparolen gegen Einwanderer und andere Minderheiten hinreißen zu lassen. Dazwischen spielten die Sportfreunde, und das Publikum lachte die ebenfalls anwesenden Nazis aus. Ihr Versuch zu stören blieb weitgehend unbemerkt. Es waren zu wenige und ihre Parolen fanden keine Resonanz. In den zwei Stunden zwischen Musik und Reden baute sich eine großartige, nachdenkliche und dennoch heitere Energie auf, die alle Anwesenden erfasste. An dieser Stelle sei noch einmal allen gedankt, die das ermöglicht haben. Und die Amadeu Antonio Stiftung freut sich auf zwei weitere Veranstaltungen mit den Sportfreunden Stiller, die im März ihren Antinazibund nach Finowfurt in Brandenburg (28.3.) und Berlebeck in Nordrhein-Westfalen (29.3.) bringen werden, um dort jene Initiativen zu unterstützen, deren Arbeit gegen Rechtsextremismus so wichtig ist. Wir alle zusammen sind die Mutmacher, mit Musik oder auch ohne - auf ein erfolgreiches, mit Energie angefülltes Jahr 2008.

Ihre Anetta Kahane

P.S.: Ich habe noch eine gute Nachricht für Sie. Am 29. Februar findet eine Vernissage im Schloss Greiffenhorst in Krefeld Linn statt. Ein Teil der Erlöse wird an die Amadeu Antonio Stiftung gespendet. Schauen Sie doch vorbei, wenn Sie in der Gegend sind!
Mehr Informationen zur Veranstaltung unter: www.art-avante.com

2. MUT GEGEN RECHTE GEWALT

GUT VORBEREITET AUF 2008?!

Die MUT-Redaktion hat das neue Jahr mit einer Umfrage begonnen. Vertreter aus Zivilgesellschaft und Politik wurden gebeten, das vergangene Jahr zu bilanzieren. Und sie wurden gefragt, wo sie denn dringenden Handlungsbedarf sehen. Unter den Antwortgebern ist das "ABC-Pößneck" genauso wie die Integrationsbeauftragte des Bundes Maria Böhmer und der Schirmherr der Amadeu Antonio Stiftung, Wolfgang Thierse. Auch Simone Rafael von der Mut-Redaktion hat sich mit konkreten Wünschen beteiligt: "Die NPD macht schon lange klar, dass sie bei den Wahlen 2008 eine entscheidende Rolle spielen und Erfolge aus dem Osten Deutschlands mit sozialen Themen und 'Schnauze voll' -Meinungsmache im Westen wiederholen möchte. Ich wünsche mir diesbezüglich eine Vorbereitung bei allen, die mit den geschulten Kadern dieser rechtsextremen Partei in Kontakt kommen können und Wahlveranstaltungen, die klare Regeln für den Umgang mit Rechtsextremen aufstellen. Ich wünsche mir kompetente und auf Rechtsextreme vorbereitete Politiker und Journalisten, die in der Lage sind, die platten Demagogien der NPDler zu entlarven."

Lassen Sie sich überraschen:
http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/debatte/umfragen/jahresumfrage-poessneck/

ERNEUERUNG DER RECHTSEXTREMEN IDEOLOGIE

Die rechtsextreme Ideologie verneint die Gleichheit aller Menschen und fordert mit ihrem Konzept des "Ethnopluralismus" die Schaffung ethnisch homogener Staaten. Doch nicht nur die "Neue Rechte" versucht den "Kampf um Europas Zukunft" auch theoretisch vorzubereiten: Mit ihrer Grundsatzschrift "Vom Wesen und Wollen der 'Dresdner Schule'", die "Denk- und Politikschule einer selbstbewussten Nation", hat die rechtsextreme NPD zur Schärfung der rechtsextremen Ideologie angesetzt, zum Beispiel mit ihrem Angriff auf die Ideen der Frankfurter Schule. Diese Entwicklung wird ausführlich im neuen Schwerpunkt der Bundeszentrale für politische Bildung über rechtsextreme Ideologie in der Redaktion von mut-gegen-rechte-gewalt.de dokumentiert und diskutiert - u.a. mit Beiträgen von Prof. Wolfgang Stöss über die "Neue Rechte", Prof. Wolfgang Gessenharter über den "Schmittismus" rechter Pseudo-Denker und Rainer Fromm über schwarz-braun-ideologische Netzwerke in der Musikbranche.

Darüber hinaus viele Buchtipps und Hinweise auf wichtige Links auf: www.bpb.de/rechtsextremismus

3. GEFÖRDERTE PROJEKTE GEGEN RECHTE GEWALT

Gerade im Wahlkampfjahr 2008 ist es wichtig, nicht nur auf den Erfolg der rechtsextremen Parteien zu schauen, sondern unabhängig von den Wahlen die konkrete Auseinandersetzung vor Ort zu suchen und die Opfer rechter Gewalt nicht zu vergessen. Deshalb fördert die Stiftung vor allem Initiativen, die vor Ort arbeiten, den Rechtsextremen im öffentlichen Raum die Show stehlen und auf Seiten der Opfer rechter Gewalt stehen. Auch 2008 sind die Initiativen und wir auf Spenden von engagierten Unterstützern angewiesen. An dieser Stelle sei aber auch noch mal allen Förderern aus dem In- und Ausland für die tolle Unterstützung 2007 gedankt.

JETZT RE(I)CHTS IN SACHSNITZ!

Eine "typisch ostdeutsche Kleinstadt": Tarik, ein Palästinenser, Nancy, deren Vater Kubaner ist, und Mandy, eine Punkerin, werden von Rechtsradikalen verfolgt und angegriffen. Eine engagierte
Sozialarbeiterin und couragierte Jugendliche beschützen die Angegriffenen. Als sich die Situation immer weiter zuspitzt, bekommen die Jugendlichen den Hinweis, sich bei der Opferberatungsstelle AMAL Hilfe zu holen. Viele Jugendliche werden häufig im Alltag mit Nazis konfrontiert. Sei es, dass sie erleben, wie Freunde in die Szene hineingezogen werden, wie der Jugendklub von Rechtsradikalen zur Rekrutierung missbraucht wird, oder auch, dass sie selbst Opfer von Gewalt werden. Damit Jugendliche wissen, wie sie darauf reagieren können, hat die Opferberatungsstelle AMAL in Sachsen einen Comic mit dem Titel "Jetzt re(i)chts in Sachsnitz!" entworfen. Den Lesern wird durch den Comic aufgezeigt, wie man sich wehren und Hilfe organisieren kann. Die Stiftung fördert das Projekt, da es besonders gut geeignet ist, um Jugendliche für das Problem Rechtsradikalismus zu sensibilisieren und Auswege aufzuzeigen.

BÜNDNIS AKTIVER DEMOKRATEN BAD FREIENWALDE

Die NDP versucht eine Ortsgruppe zu etablieren und verlegt ihren Regionalstammtisch nach Bad Freienwalde; es kommt zu zahlreichen Übergriffen und zu Konflikten zwischen Rechten und Mitgliedern der Bad Freienwalder Alternative e.V. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken und Jugendliche aufzuklären, organisiert das Bündnis Aktiver Demokraten ein Zeitungsprojekt, das aufklären und rechte Übergriffe dokumentieren soll. Die Bad Freienwalder Alternative ist von Jugendlichen für Jugendliche ins Leben gerufen. Die Zeitung wird an Schulen in Bad Freienwalde verteilt, um auf Probleme aufmerksam zu machen und Jugendliche zu animieren, sich bei Projekten gegen Rechtsextremismus zu beteiligen. Die Amadeu Antonio Stiftung fördert das Engagement der Jugendlichen in Bad Freienwalde: Aufklärung und der Einsatz für eine demokratische Kultur sind gerade im Vorfeld der Brandenburger Kommunalwahlen wichtige Elemente für die Bekämpfung des Rechtsradikalismus in Bad Freienwalde.

4. AMADEU ANTONIO STIFTUNG AKTIV

"LOLA FÜR LULU" - FRAUEN FÜR DEMOKRATIE

Dass die NPD starken Zulauf gerade von jungen Menschen bekommt, ist nichts Neues. Relativ neu dagegen ist die starke Zunahme weiblicher Mitglieder in den letzten Jahren - gerade auch in Mecklenburg-Vorpommern. Mädchen und Frauen tragen entscheidend zum Imagewandel der Partei bei: ein hoher sichtbarer Frauenanteil und soziales Engagement helfen der NPD und verwandten Gruppierungen, sich als bürgerliche und sozial engagierte Organisationen präsentieren zu können. Im Landkreis Ludwigslust, wo die NPD über ein breites Netzwerk an Unterstützern und Sympathisanten verfügt, wird jetzt im Rahmen eines breit angelegten Projektes dagegen gearbeitet. Mädchen und junge Frauen werden im Rahmen des Projektes "Lola für Lulu - Frauen für Demokratie im Landkreis Ludwigslust" gestärkt, ihre eigenen Handlungsspielräume wahrzunehmen und als starke Akteurinnen einer lebendigen und demokratischen Gesellschaft in ihrer Region Einfluss zu nehmen. Unterstützt wird das Projekt u.a. von der RAA MecklenburgVorpommern und Partnern aus Politik und Wirtschaft. Gefördert wird es von der Dreilinden Stiftung gGmbH.
Die Büroeröffnung in Ludwigslust findet am 29. Februar statt.

Mehr zum Projekt finden Sie unter:
www.lola-fuer-lulu.de

"BEWACHTER ALLTAG"

Jüdische Einrichtungen werden zu ihrem Schutz bewacht. Wie notwendig dies ist, zeigen die Statistiken der antisemitischen Straftaten und die Verbreitung antisemitischer Einstellungen. Für Besucher dieser Einrichtungen mag die Bewachung bedrohlich erscheinen; für die Bewachten selbst gehört sie zum Alltag. Sie ermöglicht Normalität und stellt diese zugleich in Frage. Unter dem Titel "Bewachter Alltag: Antisemitische Mentalitäten - Ausschnitte einer verschobenen Normalität" ist dazu eine Ausstellung in den Räumen der Amadeu Antonio Stiftung zu sehen. Die Bilder der Fotografin Nele Heitmeyer, die Interviews der Journalistin Nora Hertel und die Darstellung der Untersuchung zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit der Universität Bielefeld weisen auf dieses Dilemma hin. Sie richten den Blick auf die Frage nach der Qualität einer Normalität, an der sich die Gesellschaft beurteilen lassen muss. Wir danken Ida Schildhauer, der Freudenberg Stiftung, dem
Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Dr. Christian Hanke, und dem Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld für die Unterstützung. Bitte melden Sie sich zum Besuch der Ausstellung an: 030. 240 886 10.

Mehr zur Ausstellung:
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/bewachter-alltag/

5. BÜRGERSTIFTUNGEN FÜR DEMOKRATISCHE KULTUR

ZU BESUCH IN INDIEN

Wie entwickelt sich die Zivilgesellschaft in Indien? Wie viele Stiftungen gibt es eigentlich in Indien und was machen die indischen
Bürgerstiftungen? Ende Dezember 2007 hat eine Gruppe von Vertretern zivilgesellschaftlicher Organisationen und Stiftungen aus Deutschland verschiedene Projekte in Indien besucht. Von der Amadeu Antonio Stiftung war Timo Reinfrank dabei. Unter den Gesprächspartnern war u.a. das Indian Centre for Philanthropy. Gerade in den letzten Jahrzehnten hat sich in Indien eine sehr dynamische Zivilgesellschaft entwickelt. Ein großer Bereich ist die ausgesprochen partizipative Sozialarbeit, die in Indien u.a. durch die Philosophie und das Leben Gandhis inspiriert worden ist. Seit den neunziger Jahren boomt auch in Indien die Zahl der Stiftungsgründungen, auch mehrere Bürgerstiftungen sind in Gründung. Aktuell gibt es in Indien zwei Bürgerstiftungen: Die Bombay Community Public Trust wurde 1991 mit Hilfe vom Indian Centre for Philanthropy gegründet. Die Ahmedabad Community Foundation wurde 2001 mit Unterstützung der Ford Foundation ins Leben gerufen. Schwerpunkte beider Stiftungen sind u.a. die Situation von Frauen, Analphabetismus und der Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Mehr Informationen zur Bürgerstiftung in Mumbai:
http://www.bcpt.org.in/

MÜNSTER, WEIMAR UND PFALZ AUSGEZEICHNET

In Kürze steht die zehnte Verleihung des Förderpreises der Aktiven Bürgerschaft an: Am 28. Februar 2008 wird die Stiftung "Bürger für Münster" mit dem Hauptpreis für die Förderung bürgerschaftlichen Engagements von Jugendlichen ausgezeichnet. Weitere Preisträger sind die Bürgerstiftungen Weimar und Pfalz. Die Stiftung "Bürger für Münster" überzeugt durch das Projekt "Verantwortung lernen!", wo Schülerinnen und Schüler praktisches gemeinnütziges Engagement mit schulischem Lernen verbinden. Nur wenige Jahre nach Gründung hat die noch junge Bürgerstiftung Pfalz bereits einen klaren Schwerpunkt in der Jugendarbeit aufgebaut. Die Bürgerstiftung führt Jugendliche an bürgerschaftliches Engagement heran, indem sie diese in die Projektentwicklung und - umsetzung einbindet. Die Bürgerstiftung Weimar fördert und aktiviert gezielt das bürgerschaftliche Engagement junger Menschen durch ihren Kinder- und Jugendfonds, wo sie diese partnerschaftlich darin unterstützt, ihre Ideen für Weimar selber in die Tat umzusetzen.

6. AUS DER ZIVILGESELLSCHAFT

STOLPERN IM SAARLAND

"Gemessen an der ursprünglichen Größe der jüdischen Gemeinde in unserem Heimatort wurde bisher wenig an die deportierten und ermordeten Juden gedacht", stellt Sebastian aus dem saarländischen Illingen fest. Doch die Chancen stehen gut, dass sich die Erinnerungspolitik im Ort verbessern wird - und daran haben Matthias und Sebastian Schneider einen großen Anteil. Die ehemaligen Illinger Schüler stießen vor über einem Jahr zum ersten Mal auf das Projekt "Stolpersteine", mit dem der Kölner Künstler Gunter Demnig an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen sowie politisch Verfolgten im Nationalsozialismus erinnert. Aus dieser Begegnung entstand bei den Brüdern der Wunsch, die erste Stolpersteinverlegung im Saarland zu initiieren. Mit Hilfe von Fachliteratur und eigenen Recherchen im Gemeindearchiv und im Landesarchiv Saar trugen Matthias und Sebastian die wichtigsten Lebensdaten von fünf Illinger Juden zusammen - unter anderem von Adolf Israel Kahn, dem letzten Vorsitzenden der Illinger Synagogengemeinde. Viel Geduld und Zeit waren nötig, um neben Zivildienst bzw. Studium die aufwendigen Recherchen zu betreiben. Im Rahmen der Jugendkampagne "Alle anders - alle gleich" fanden die Jugendlichen erstmals ein offenes Ohr für ihr Vorhaben. Die Amadeu Antonio Stiftung stand den Jugendlichen bei der Umsetzung beratend zur Seite. Ende letzten Jahres wurden fünf Stolpersteine unweit der ehemaligen Synagoge in Illingen verlegt.

Mehr zur Begleitung von Stolpersteinen:
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/die-stiftung-aktiv/gegen-as/was-kann-ich-tun/aktiv-werden/stolpersteine/

FANTA 4 WERDEN "LAUT GEGEN NAZIS"

Gemeinsam etwas bewegen, um Neonazis entschieden und laut
entgegenzutreten - das möchten die Fantastischen Vier in Zukunft gemeinsam mit der Kampagne "Laut gegen Nazis" und der Amadeu Antonio Stiftung. Thomas D, Smudo, Michi und Andy hatten während ihrer Konzerttournee alle VIP-Gäste um eine Mindestspende von 5 Euro für "Laut gegen Nazis" gebeten. Das Resultat: sage und schreibe 20.000 Euro Spenden! Jörn Menge von "Laut gegen Nazis" ist begeistert: "Die Fantastischen Vier engagieren sich mit vollem Herzen für uns und vor allen für die jungen Initiativen". Mit dem Geld soll eine für Frühjahr 2008 geplante neue Konzerttournee finanziert werden. Engagierte Bands und Künstler werden gezielt in Orten auftreten, wo entschiedenes Engagement für Demokratie und gegen Rassismus bisher eher selten anzutreffen war. Die Hamburger Kampagne organisiert regelmäßig Konzerte, produziert Hörbücher und wirbt bei Fußballspielen für 'lautstarkes' Auftreten gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Die feierliche Scheckübergabe fand zum Abschluss der Fanta 4 Tournee im Dezember statt.

Mehr zur Kampagne "Laut gegen Nazis":
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/die-stiftung-aktiv/ermutigen/laut-gegen-nazis/

IMPRESSUM

Copyright (c) 2008
Redaktionsschluss: 31. Januar 2008

Wenn Sie den E-Mail-Newsletter (nicht mehr) beziehen möchten, tragen Sie sich doch bitte auf der Website www.amadeu-antonio-stiftung.de ein (aus).

Amadeu Antonio Stiftung
Schirmherr: Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse

info ät amadeu-antonio-stiftung.de
www.amadeu-antonio-stiftung.de
Linienstrasse 139
10115 Berlin
Tel. 030. 240 886 10
Fax 030. 240 886 22

Konto der Amadeu Antonio Stiftung:
Deutsche Bank Bensheim, BLZ 50970004, Konto 030331300

Sollten Sie zur Verwendung von Spenden Fragen haben, können Sie sich jederzeit an uns wenden.

Redaktion: Torben Richter; Mitarbeit: Sebastian Brux, Anetta Kahane, Holger Kulick, Berit Lusebrink, Andres Nader, Heike Radvan, Simone Rafael, Timo Reinfrank (verantwortlich) und Jan Schwab.

--

NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34) http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur


03.02.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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