|
Dieser Text unterliegt dem Urheberrecht und dient exklusiv Ihrer
persönlichen Information.
Aktion Zivilcourage e.V.
Geschäftsstelle: Lange Straße 43 | 01796 Pirna
Postanschrift: Postfach 100228 | 01782 Pirna
Fon: +49 (0) 35 01 - 46 08 80 | Fon: +49 (0) 35 01 - 4 61 41 64
Fax: +49 (0) 35 01 -46 08 81 | VoIP: +49 (0) 35 01 - 76 70 80
E-Mail: post ät zivilcourage-pirna.de | www.aktion-zivilcourage.de
In dieser Ausgabe:
- ZEITZEUGE ZU GAST IN DER SÄCHSISCHEN SCHWEIZ
- GEDENKFAHRT OSWIECZIM (AUSCHWITZ)
- CANNABEAT IM JANUAR
- BEWERBUNG FÜR DAS 7.NEWCOMER-BANDFESTIVAL 2008
- MITWIRKENDE FÜR DEN 6. MARKT DER KULTUREN GESUCHT
- INTERNATIONALE WOCHEN GEGEN RASSISMUS
- EXTREME JUGEND?
- UNTERSTÜTZEN SIE UNSERE ARBEIT
- PRESSESCHAU
- | :: ZEITZEUGE ZU GAST IN DER SÄCHSISCHEN SCHWEIZ ::
Im Zeitraum vom 18.-21. Februar 2008 besteht für interessierte Schülerinnen
und Schüler oder ganze Klassenverbände im Landkreis Sächsiche Schweiz (bzw.
Weißeritzkreis) die Möglichkeit ein Zeitzeugen-Gespräch mit dem früheren
Häftling der Geldfälscherwerkstatt im Konzentrationslager Sachsenhausen,
Herrn Adolf Burger, zu führen.
Das Angebot richtet sich vorangig an Schüler, ab der 10. Klasse. Die
Veranstaltung ist in der Woche vom 18.-21. Februar jeweils von 08:30-12:00
Uhr möglich. Die Veranstaltung dauert 2 Stunden (120 Minuten). Es entstehen
keine weiteren Kosten.
Vereinbaren Sie jetzt einen Termin für Ihre Schule!
Die DVD "Die Fälscher" kann zur Verwendung im Unterrricht und zur
Vorbereitung auf das Zeitzeugengespräch bei der Aktion Zivilcourage
ausgeliehen werden.
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Aktion Zivilcourage e.V.
Sandra Wirth
Büro: 03501/767080
E-Mail:s.wirth ät aktion-zivilcourage.de
Nähere Informationen zu Adolf Burger:
Der gelernte Buchdrucker und Setzer Adolf Burger wurde im August 1942
zusammen mit seiner Frau Gisela aus "politischen" Gründen verhaftet und in
das KZ Auschwitz verschleppt. Seine Frau wurde im Vernichtungslager
Auschwitz-Birkenau ermordet.
Auf Befehl des Sicherheitsdienstes der SS wurde Burger zwei Jahre später in
die Fälscherwerkstatt (Blocks 18 und 19) des KZ Sachsenhausen bei Berlin
kommandiert, wo in großen Mengen englische Pfundnoten, jugoslawisches
Partisanen-Geld, sowjetische Ausweise, brasilianische Pässe, Soldbücher,
Briefmarken und Formbriefe, wie beispielsweise die des Palästina-Amtes in
Genf, gefälscht wurden.
Die von SS-Sturmbannführer Naujocks konzipierte, von Heydrich zu einer
Führer-Vorlage erweiterte und von Himmler und Hitler abgestimmte Aktion
Bernhard ging als "größte Fälscherwerkstatt" in die Weltgeschichte ein. Die
Fälscherwerkstatt wurde vor den herannahenden Alliierten zu Kriegsende
zuerst nach Mauthausen und dann in ein Außenlager des im österreichischen
Salzkammergut gelegenen KZs Ebensee verlagert.
Dort wurde Burger, Häftling Nr. 64 401, am 5. Mai 1945 durch USamerikanische
Truppen befreit. Er kehrte in die Tschechoslowakei zurück und
erreichte am 20. Mai 1945 Prag. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt
Poprad musste er feststellen, dass seine Mutter vier Wochen vor Ende des
Krieges in das Konzentrationslager Ravensbrück und der Vater nach
Sachsenhausen deportiert worden und umgekommen waren.
Zwei Jahrzehnte lang nach seiner Befreiung hatte er geschwiegen. Erst
aufgerüttelt durch ein Flugblatt Mitte der 60er Jahre begann für Burger der
Kampf gegen die Auschwitz-Lüge. Er recherchierte in zahlreichen Archiven
und verarbeitete Aussagen von weiteren Mithäftlingen in seinem reich
bebilderten Tatsachenbericht "Des Teufels Werkstatt".
Burger, der dieses Jahr 91 Jahre alt wird, müsste eigentlich seit mehr als
60 Jahren tot sein.
2006 wurde der Spielfilm "Die Fälscher" gedreht. Der Film wurde 2007 auf
der Berlinale uraufgeführt ist seit März in den deutschen Kinos zu sehen.
Das Drehbuch für den Film basiert auf den Erinnerungen Adolf Burgers an
seine Zeit in Sachsenhausen.
2. | :: GEDENKFAHRT OSWIECZIM (AUSCHWITZ) ::
Jeder hat das Wort "Auschwitz" schon einmal gehört, und im gleichen
Wortlaut Judenverfolgung und Holocaust. Um jüdisches Leben - heute und
damals - greifbar zu machen, laden wir, die Aktion Zivilcourage e.V.,
Jugendliche ab 16 Jahren auf eine Spurensuche ein....
Im ersten Teil, am 01.03.08, haben die TeilnehmerInnen die Gelegenheit die
Gedenkstätte Pirna Sonnenstein zu besichtigen und ein
Zeitzeugengespräch zu führen. Vom 02.03. - 06.03.2008 veranstalten wir den
zweiten Teil des Seminars, um die Gedenkstätten Auschwitz und Birkenau und
außerdem die Stadt Krakau zu besuchen.
Während dieser Tage sind wir, bei Vollpension, Gäste in der
Jugendbegegnungsstätte Oswieczim.
In Auschwitz bietet sich im Gespräch mit einem ehemaligen Häftling die
Chance, sich mit dem Schicksal der Verfolgten in der NS - Zeit auseinander
zusetzen.Den Höhepunkt bildet der Mittwoch, mit einer Tour durch Krakau.
Dabei steht das Entdecken der jüdischen Kultur und deren Vielfalt und
Reichtum im Vordergrund.
Durch eine Stadtführung der besonderen Art, durch die Strassen, Plätze des
jüdischen Viertels, so wie dem Besuch des jüdischen Friedhofs und einem
Abschluss bei Klezmermusik und koscherem Essen, wollen wir die Teilnehmer
interessieren und sensibilisieren.
Anmeldeschluss ist der 10. Februar 2008. Nach Anmeldung erhaltet Ihr dann
eine Bestätigung und müsstet uns bitte bis spätestens 15. Februar den
Teilnehmerbeiträge von 20,- ¤ überweisen.
Die Gedenkfahrt wird organisiert von der der Aktion Zivilcourage e.V. und
gefördert von der der Friedrich Ebert Stiftung. Dafür bedanken wir uns bei
der Stiftung ganz herzlich.
Anmeldungen bitte an :
Aktion Zivilcourage e. V
Ihre Ansprechpartnerin: Luise Quaas
Postfach: 100228/ 01782 Pirna
Fax (0 35 01)767080
Mail. l.quaas ät aktion-zivilcourage.de
3. | :: CANNABEAT IM JANUAR ::
Unter dem Motto "Das neue Jahr schreit nach Rock- geben wir es ihm so
richtig hart!" geht auch dieses Jahr die Partyreihe cannabeat weiter.
Am 11. Januar erwarten die Chaos Freaks, DJ Han(ne)s und Star-DJ Mr. nap &
god, sowie ein V.I.P.-Club die Party-Besucher.
Beginn der Veranstaltung ist ab 21 Uhr im HANNO Pirna.
Karten gibt es im T-Partner (Breite Str. 5), HANNO Pirna (Hohe Str. 1), im
Büro der Aktion Zivilcourage (Lange Str. 43) und an vielen Schulen für
1,50 Euro, sowie an der Abendkasse für 2,50 Euro.
4. |:: BEWERBUNG FÜR DAS 7. NEWCOMER-BANDFESTIVAL 2008 ::
Erneut möchten wir jungen Bands und Projekten aus dem Landkreis Sächsische
Schweiz die Möglichkeit geben, ihre Musik vor einem großem Publikum zu
präsentieren. Also raus aus der Garage oder dem feuchten Keller und rauf
auf die Bretter die die Welt bedeuten! Dies ist die optimale Gelegenheit
unter professionellen Auftrittsbedingungen vor einem großem Publikum zu
spielen und einen der tollen Preise abzustauben!
Spielst Du selbst oder hast Du Freunde die in einer Band spielen und ganz
groß rauskommen wollen ?! Dann bewirb Dich jetzt!
Die Musikrichtung spielt dabei gar keine Rolle:
Rock, HipHop, Grunge, Punk, Pop, Folk, Schlager oder etwas ganz anderes;
jeder kann sich bewerben. Hauptsache jung, motiviert und auch gern ein
bisschen innovativ. Die einzige Vorraussetzung: wenigstens die Hälfte der
Bandmitglieder kommt aus dem Landkreis Sächsische Schweiz.
! A c h t u n g !
Bewerbungsschluss ist der 15.02.2008 / Bewerbungen mit Kontaktdaten, kurzer
Bandbeschreibung, Foto und Hörprobe als Demo-Tape oder CD an:
Aktion Zivilcourage | Postfach 100228 | 01782 Pirna / oder per Mail an:
info ät cannabeat.de
Weiter Infos gibts unter: www.cannabeat.de und www.aktion-zivilcourage.de
5. |:: MITWIRKENDE FÜR DEN 6. MARKT DER KULTUREN GESUCHT ::
Zum nunmehr sechsten Mal in Folge wird auch im nächsten Jahr wieder der
"Markt der Kulturen" stattfinden. Die Vorbereitungen für das
interkulturelle Fest auf unserem Markplatz am 24. Mai 2008 sind bereits
angelaufen.
Die Organisatoren, die Pirnaer Initiative gegen Extremismus und für
Zivilcourage, die Stadt Pirna, die Bürgerinitiative Afreu, die AWO
Sonnenstein, die Hotelfachschule Pirna Sonnenstein, die Mittelschulen Gauß,
Pestalozzi und Goethe Pirna, die Schule zur Lernförderung "Kurt Krenz", die
Musikschule, der Jugendmigrationsdienst des CJD Heidenau, das Binationale
Internat des Schillergymnasiums, das Herder-Gymnasium, die
Freiwilligenzentrale der Diakonie, der Jugendring Sächsische Schweiz, die
Jugendseite der Sächsischen Zeitung, die Landeskirchliche Gemeinschaft und
die Aktion Zivilcourage, wollen dabei natürlich an die Erfolge der letzten
Jahre anknüpfen und benötigen deshalb Ihre Hilfe!
Zur Bereicherung des Programms werden Interessenten gesucht, die beim
kommenden Fest mitwirken wollen. Vereine, Schulen, Kulturgruppen und
weitere Interessierte sind aufgerufen, sich mit Bühnenbeiträgen,
Informations- und/oder Verkaufsständen um eine Teilnahme zu bewerben. Gerne
nehmen wir auch generelle Anregungen und Vorschläge zur Ausgestaltung
entgegen und potentielle neue Mitorganisatoren sind herzlich willkommen.
Ebenso willkommen sind Spender und Sponsoren, die mit finanziellen oder
auch materiellen Hilfen das Gelingen des Festes unterstützen. Gerade durch
ein reichhaltiges Angebot von Musik, Tanz, Schauspiel, Kunsthandwerk,
Informationen und Kulinarischem können die Besucher aus Nah und Fern mit
den verschiedensten Kulturen in Kontakt treten und einen vielfältigen,
bunten Tag erleben.
Helfen Sie mit, auch den sechsten "Markt der Kulturen" so abwechslungsreich
wie die vergangenen zu gestalten!
Bitte nutzen Sie das entsprechende Anmeldeformular, welches Sie auf unserer
Internetseite www.aktion-zivilcourage.de finden können und schicken die
Teilnahme-Bewerbung bis spätestens 31. Januar 2008 an:
Stadtverwaltung Pirna
Kriminalpräventiver Rat
"Markt der Kulturen"
Lange Straße 43
01796 Pirna
Telefon/Fax: 03501 46 08 82
E-Mail: kpr-pirna ät pirna.de
6. |:: INTERNATIONALE WOCHEN GEGEN RASSISMUS ::
Seit vielen Jahren ermöglichen es die von den Vereinten Nationen
initiierten "Internationalen Wochen gegen Rassismus", das vielfältige
Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Deutschland, Europa
und der Welt sichtbar zu machen. Öffentlichkeitswirksam setzen die
Beteiligten in dieser Zeit ein deutliches Zeichen gegen
Menschenfeindlichkeit und betonen: "Die Würde des Menschen ist unantastbar."
Gemeinsam mit 44 Kooperationspartnern organisiert der Interkulturelle Rat
in Deutschland e.V. seit einigen Jahren die Aktionswochen. In den
vergangenen Jahren fanden deutschlandweit während der Aktionswochen jeweils
mehrere hundert Veranstaltungen statt, über die in vielen Medien berichtet
wurde.
2008 werden die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Deutschland
erweitert auf 14 Tage zwischen dem 10. und 23. März stattfinden. Der
Interkulturelle Rat in Deutschland und Gesicht Zeigen! Aktion Weltoffenes
Deutschland - rufen dazu auf, während der Internationalen Wochen gegen
Rassismus bundesweit Veranstaltungen und Aktionen durchzuführen, die sich
für Offenheit und Toleranz einsetzen und deutlich machen, dass in unserem
Land kein Platz für Rassismus ist.
Die jährlichen Aktionswochen bietet auch Schulen Gelegenheit zum
vielfältigen Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
Entsprechende Anregungen, Ideen und Vorschläge sowie Materialien und Links
werden jährlich in einer Broschüre zur Aktionswoche zusammengestellt.
Informationen unter: www.interkultureller-rat.de
7. |:: EXTREME JUGEND? ::
Zwischen Weltverlangen und Weltverlust
Als Phase der Identitätssuche ist das Jugendalter geprägt von
Unsicherheiten und unbekannten Herausforderungen. Diese scheinbare
Haltlosigkeit kann durch Integration in bestimmte Gruppen und deren
Identitätsmuster und durch scharfe Abgrenzung der Nichtmitglieder eine
beruhigende Ordnung erfahren.
Die Veranstaltungsreihe nähert sich drei Formen von modernen Jugendwelten,
in der Identität auf unterschiedliche Weise erprobt wird. Fußball, Musik
und Rechtsextremismus bilden drei Varianten jugendlicher Sinnwelten, die
zahlreiche Symbole, Handlungsmuster und Rituale bergen. Wie wirken diese
und welche Bedeutung kommt ihnen im Hinblick auf Identifikation und
Integration zu? Welche Rolle spielt Gewalt in diesen Sinnwelten?
Auffallend sind spirituelle und quasi-religiöse Elemente, wie passionierte
Anhängerschaft oder die zahlreichen Symbole solcher Gemeinschaften. Ist der
religiöse Habitus oder die Spiritualität auch in der modernen Welt der
Jugendlichen unabdingbar?
Die Konrad Adenauer Stiftung läd Sie herzlich ein, sich gemeinsam im Januar
bis März 2008 jeweils in Riesa, Sebnitz und Bautzen, den drei Jugendwelten
im Gespräch zu nähern. Im April und Mai werden weiterführende Workshops
die jeweiligen Themen vertiefen.
Nähere Informationen und Ablaufpläne erhalten Sie unter www.kas.de
8. | :: Gemeinsam für Respekt, Toleranz und Demokratie. ::
UNTERSTÜTZEN SIE UNSERE ARBEIT - FÖRDERN SIE UNS
Wir sind eine gemeinnützige Initiative von Jugendlichen und Erwachsenen aus
dem Landkreis Sächsische Schweiz und deswegen auch auf Sponsoren, Förderer
und Spendengelder angewiesen - wir müssen Projektkosten, Fahrten,
Druckkosten und vieles mehr bezahlen. Falls Sie unsere Arbeit unterstützen
wollen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Fördern Sie uns und lassen Sie
regelmäßig eine Spende von Ihrem Bankkonto abbuchen oder überweisen Sie
eine einmalige Spende direkt auf unser Konto. Für eine regelmäßige
Förderung laden Sie bitte das Formular (PDF-Format) (http://www.aktionzivilcourage.
com/downloads/assets/spende.pdf) herunter, drucken es aus,
tragen die entsprechenden Daten ein und senden es per Post oder Fax an
unseren Verein. Für eine einmalige Spende finden Sie unsere Bankverbindung
untenstehend. Natürlich senden wir Ihnen auf Wunsch auch eine
Spendenquittung zu.
Ostsächsische Sparkasse Dresden | Kontonummer: 310 006 839 3 | BLZ: 850 503
00 | Empfänger: Aktion Zivilcourage e.V. | Zweck: "Spende"
9. | :: Presseschau ::
+++ WIEDER BRAUNES FEBRUAR-DUNKEL ÜBER ELBFLORENZ +++
+++ UNBEKANNTE DEMOLIEREN AUTO +++
+++ DIE FRAU, DIE SCHINDLERS LISTE SCHRIEB +++
+++ AUSZEICHNUNG FÜR EINE INNOVATIVE SÄCHSISCHE IDEE +++
+++ GEMEINNÜTZIGE HOLOCAUST-LEUGNER +++
Quelle: www.redok.de, 04.01.2008
04.01.2008 / Dresden
WIEDER BRAUNES FEBRUAR-DUNKEL ÜBER ELBFLORENZ
Anlässlich des 13. Februar mobilisiert die sächsische "Freie Offensive"
seit einigen Tagen auf unzähligen rechtsextremistischen Websites "für den
großen Trauermarsch" in der sächsischen Landeshauptstadt. Darüber hinaus
wurde, wie bereits in den letzten Jahren, für das zeitliche Umfeld eine
entsprechende "Aktionswoche" angekündigt.
Wie besonders - aber nicht ausschließlich - im zweiten Monat eines jeden
der letzten Jahre zeichnen sich, wie auch im vorigen Jahr, für die
Februartage 2008 bereits jetzt wiederum deutlich braune Schatten über der
südlichen Elbstadt ab.
Seit Ende Dezember 2007 kursiert mittlerweile auf einschlägigen
rechtsextremistischen Internetpräsenzen ein Aufruf - in leicht fälschlichem
Deutsch offenbar lediglich per copy & paste weiter verbreitet - des so
genannten "Aktionsbündnis gegen das Vergessen". Unterzeichnet wurde das
Schriftstück, mit augenscheinlichem Ursprung bei Freie Offensive Sachsen,
von Maik Müller und Ronny Thomas. Bereits Mitte November 2007 hatte die
sächsische NPD zum "Trauermarsch im Gedenken der Opfer des alliierten
Bombenterrors" der JLO (Junge Landsmannschaft Ostdeutschland) für besagten
Februarzeitraum 2008 nach Dresden aufgerufen.
Wie zumindest in den letzten beiden Jahren bereits ranken auch aktuell
heftige szeneinterne Diskussionen um die für 2008 erneut angekündigte
rechtsextreme "Aktionswoche" im Februar. Diese soll in diesem Jahr vom 11.
bis zum 17. Februar von "Aktionsgruppen, Einzelpersonen, Verbänden im
gesamten Bundesgebiet" (Freie Offensive Sachsen) getragen werden.
Allerdings schwelt nach wie vor der Konflikt zwischen den eher regionalen
"Freien Kräften" und anderweitig landes- sowie bundesweit aktiven
rechtsextremen Zusammenhängen wegen der hier und da kritisierten
Aufsplitterung der Aktionen im Umfeld des imaginär bedeutsamen Datums.
Das "Aktionsbündnis gegen das Vergessen" richtet nach Eigendarstellung sein
Hauptaugenmerk auf einen "Trauermarsch" direkt am 13. Februar, "welcher
allein schon unserem Selbstverständnis nach für uns den Höhepunkt der
'Aktionswoche 13. Februar' bilden wird". Die sächsische NPD wiederum
prognostiziert für den "Trauermarsch im Gedenken der Opfer des alliierten
Bombenterrors" am 16. Februar "weit mehr als 5.000 Teilnehmer".
Nichtsdestotrotz werden - wenn auch bei szeneintern unterschiedlich
akzeptierten Aktionsformen - in diesen Februartagen 2008 in Dresden wieder
zahlreiche Schwestern und Brüder im rechtsextremen Geiste aller Couleur im
öffentlichen Raum offensiv zu agieren versuchen. Die OnlineUnterst
ützerliste des "Aktionsbündnis gegen das Vergessen" verzeichnete bei
der letzten Inaugenscheinnahme durch redok 66 Einträge - darunter diverse
"Freie Kräfte" und einschlägige "Kameradschaften" sowie Verbände der Jungen
Nationaldemokraten (JN) und der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands
(NPD).
Quelle: www.sz-online.de & eigene, 03.01.2008
03.01.2008 / Struppen
UNBEKANNTE DEMOLIEREN AUTO
Ein seit 26 Jahren in Deutschland lebender Mosambikaner und seine Familie
ist in Struppen offenbar Opfer eines rassistischen Anschlages geworden.
Noch Unbekannte zerschlugen in der Nacht zum 03.01.2007 die Heckscheibe
ihres Opels Astra. Den hatte der 44-Jährige vor seinem Haus in StruppenSiedlung
abgestellt. Die Täter zerstachen außerdem alle vier Reifen des
Autos der Familie und schrieben zynisch "Gesundes Neues" auf ein Blatt, das
sie ans Auto legten.
Die Buchstaben "s" seien in der in rechtsextremen Kreisen typischen Form
(Sigrune) geschrieben worden. Die Sigrune ist das Symbol, das nach dem
Hakenkreuz am deutlichsten mit der NS-Diktatur assoziiert wird. Die aus
zwei S-Runen kombinierte Doppel-Sigrune war das Zeichen der SS der NSDAP.
Die einfache Sigrune war das Emblem des "Deutschen Jungvolkes" in der
Hitlerjugend, das auf Fahnen, Standarten und Uniformen eine breite
Verwendung fand. Der Staatsschutz ermittelt.
Quelle: Sächsische Zeitung, 07.01.2008
07.01.2008 / Tel Aviv
DIE FRAU, DIE SCHINDLERS LISTE SCHRIEB
Sie war die Sekretärin von Oskar Schindler, der in der NS-Zeit 1200 Juden
rettete. Nach mehr als 50 Jahren bricht Mimi Reinhardt ihr Schweigen.
Nach einem halben Jahrhundert in Manhattans Upper West Side traf Mimi
Reinhardt im vorigen Herbst einen Entschluss. Das Abwägen hatte ein Ende,
aber der Entschluss wog schwer: "Einen alten Baum entwurzeln", sagt sie,
"ist nicht leicht." Mimi Reinhardt, 92, seit fünf Jahren Witwe, kündigte
den Mietvertrag ihrer New Yorker Wohnung in der 72. Straße und zog im
Dezember um. Nach Israel, wo ihr Sohn, die Enkel und Urenkel leben.
Zuletzt in New York "war ich doch häufig eher allein gewesen", blickt
Reinhardt zurück. Ihr einziger Sohn Sascha Weitman sagt: "Ich war sehr
froh, als sie sich entschieden hatte, nach Israel zu ziehen." Oft habe ihn
die Vorstellung gequält, seiner Mutter stoße in New York etwas zu und er
sitze dann sieben Zeitzonen von ihr entfernt in Tel Aviv.
Seit vier Wochen wohnt Mimi Reinhardt nun in einer Zwei-Zimmer-Wohnung im
edlen Seniorenwohnheim "Sieben Sterne" in Herzlija Pituach, einem Vorort
von Tel Aviv. Die aus hellem Sandstein errichtete Wohnanlage könnte man
leicht mit einem Luxus-Resort verwechseln. In der Lobby stehen edle Sofas
und ein Flügel, auf einer Tafel werden Wellness-Kuren angeboten,
Bewohnerinnen sind vormittags um zehn so elegant angezogen, als gingen sie
gleich in die Oper.
Anrufe aus aller Welt
Die verspiegelte Aufzugstür öffnet sich, und heraus tritt Mimi Reinhardt.
Um ihren Hals liegt eine Kette mit weißen Perlen, an zwei Fingern stecken
Ringe, deren Steine funkeln, auf ihren Lippen liegt roter Lippenstift. Sie
entschuldigt sich für die Verspätung: "Das Telefon hat den ganzen Vormittag
geklingelt." Sie nimmt auf einem der weichen Sofas Platz und streicht ihre
Hose glatt. Menschen aus aller Welt rufen sie an, aus Japan, Russland, der
Türkei, Brasilien, und alle wollen sie mit Mimi Reinhardt sprechen. Kurz
vor ihrem 93.Geburtstag Mitte Januar ist sie zu einer Berühmtheit geworden.
Als sie vor einem Monat auf dem Flughafen in Tel Aviv gelandet war, wurde
sie im Empfangsgebäude von israelischen Pressefotografen bedrängt. Die
plötzliche Prominenz ist ihr zu viel.
Mimi Reinhardt hat zwei Jahre lang als Sekretärin für Oskar Schindler
gearbeitet, den 1974 verstorbenen Retter von 1200 Juden. In all den 50
Jahren in New York hat sie niemandem von ihrem Job bei Schindler erzählt,
selbst ihrem Sohn Sascha und ihrer vor sechs Jahren verstorbenen Tochter
nur in Andeutungen. "Ich wollte einfach nicht darüber reden. Nach dem Krieg
hatte ich das Gefühl, dass ein Teil meines Lebens zu Ende gegangen war. Ich
wollte ein neues Leben beginnen, ohne das alte."
Als sich Mimi Reinhardt in New York für die Ausreise nach Israel
entschieden hatte, kam sie nicht darum herum, von ihrer Zeit mit Schindler
zu berichten. Sie kontaktierte die Jewish Agency, eine Organisation, die
Israels jüdischen Neueinwanderern hilft. Eine Mitarbeiterin stellte Fragen
nach der Vergangenheit - und horchte auf, als Reinhardt ihr berichtete, sie
habe 1944 bis 1945 für den sudetendeutschen Fabrikanten Oskar Schindler im
KZ Plaszow und später in dessen Rüstungsfabrik in Brünnlitz gearbeitet. Es
war das erste Mal in mehr als 50 Jahren, dass Reinhardt einer fremden
Person davon erzählte.
Zwei nützliche Finger
Wenige Tage später, sie saß bereits auf gepackten Koffern, klingelte
Reinhardts Telefon und ein Reporter der New York Times bat um ein
Interview. Der Artikel katapultierte Reinhardt ins Rampenlicht. Jene Liste,
die das Leben von 1200 Krakauer Juden gerettet hat und Steven Spielberg zu
seinem oscargekrönten Film "Schindlers Liste" inspirierte, wurde von Mimi
Reinhardt getippt. Mit zwei Fingern.
"Das einzig Nützliche, was ich je in meinem Leben gelernt habe, ist
Stenografie", sagt sie und schaut auf ihre Hände. Für die Erstellung der
Liste aber war ihre Kurzschrift unbrauchbar. Sie nimmt Block und Stift des
Reporters und bittet um ein Diktat. In Windeseile hat sie die Sätze in
Kurzschrift notiert, ein Lächeln huscht über ihr Gesicht.
Kurz vor Hitlers Machtergreifung hatte Reinhardt in ihrer Geburtsstadt Wien
Literaturwissenschaft studieren wollen und einen Steno-Kurs absolviert, "um
bei Vorlesungen mitschreiben zu können". Sie versinkt kurz in Erinnerungen,
knetet ihre Hände und seufzt: "Ich hatte einmal sehr schöne Hände.
Inzwischen sind sie leider hässlich."
Mimi Reinhardt begegnete Oskar Schindler erstmals im Oktober 1944 im KZ
Plaszow. Dorthin waren die Juden aus dem Krakauer Ghetto deportiert worden.
Damals suchte Schindler eine Sekretärin für seine Emaillewarenfabrik nahe
Plaszow, in der jüdische Zwangsarbeiter erst Töpfe und Pfannen, später
Rüstungsgüter herstellten. Der Kurs in Stenografie und ihr perfektes
Deutsch retteten ihr das Leben, denn Schindler stellte sie ein.
Das Krakauer Ghetto war im März 1943 aufgelöst, seine Juden ins KZ Plaszow
deportiert worden. Als die Rote Armee gegen Kriegsende vorrückte, konnte
Schindler durch die Zahlung von Schmiergeldern an den brutalen
Lagerkommandanten Amon Göth verhindern, dass die jüdischen Zwangsarbeiter
nach Auschwitz deportiert wurden; sie gelangten in seine, heute in
Tschechien liegende, Heimatstadt Brünnlitz. Dort stellten sie bis
Kriegsende Munition her - und blieben so am Leben.
Die von Mimi Reinhardt getippte Liste mit den 1200 Namen ließ sich KZKommandant
Göth damals eine Million Reichsmark kosten. "Erst tippte ich die
Namen der Fabrikarbeiter auf die Liste, dann die Namen von ihren
Familienangehörigen und ihren Freunden. Zum Schluss meinen Namen und die
einiger meiner Freunde, dann war die Quote erfüllt", erinnert sie sich. Man
habe sie gebeten, die Liste zu tippen, "also habe ich sie getippt".
Sie habe Schindler vertraut, obwohl er oft nächtelang mit SS-Offizieren
getrunken habe. Morgens sei er immer pünktlich im Büro und "immer gut" zu
den Juden gewesen. "Wir waren uns nicht sicher, ob Schindler uns retten
kann. Aber ich habe an ihn geglaubt, und deshalb wollte ich mit ihm nach
Brünnlitz gehen."
Letzte Rettung in Auschwitz
Doch durch ein Versehen landete ein Zug mit Schindlers Arbeiterinnen in
Auschwitz, Reinhardt war unter ihnen. Jene Tage beschreibt Reinhardt heute
als "Dantes Inferno". Zwei Wochen brauchte Oscar Schindler, um seine
Arbeiterinnen zu retten. Es war vermutlich das einzige Mal, dass ein Zug
mit lebenden Jüdinnen das KZ Auschwitz verlassen hat. Mimi Reinhardt kann
kaum fassen, dass sie dem Tod entronnen ist. Aber sie ist auch traurig. Ihr
Mann wurde bei dem Versuch erschossen, aus dem Ghetto von Krakau zu
fliehen. Ihren Sohn hatte sie mit gefälschten Dokumenten und mit dessen
Großmutter nach Ungarn geschmuggelt. Erst nach dem Krieg fand sie Sascha
Weitman wieder, der heute als Soziologieprofessor an der Uni von Tel Aviv
lehrt.
Über den Mann, den Israels Gedenkstätte Jad Vaschem als "Gerechten unter
den Völkern" ehrte, sagt Reinhardt: "Er war kein Engel. Wir wussten, er
gehörte der SS an. Aber offenbar konnte er nicht mit ansehen, was man uns
Juden angetan hat. Es hat ihn angewidert."
Ein Herz aus Gold
Noch heute frage sie sich, weshalb es nicht mehr Menschen wie Schindler
gab, die ihr Leben riskierten, um Juden zu retten. Schindler, sagt sie,
"muss ein Herz aus Gold gehabt haben". Die Schauspieler, die in Spielbergs
Film von 1993 Schindler und Göth verkörperten, seien "hervorragend besetzt"
gewesen, sagt Reinhardt. Nur mit den jüdischen Gefangenen habe sie sich
nicht identifizieren können: "Die waren alle zu gut angezogen."
Das Gespräch hat länger gedauert als verabredet. Es ermüde sie, in die
Vergangenheit abzutauchen, sagt Mimi Reinhardt. Sie möchte jetzt keine
Interviews mehr geben. "Ich habe doch schon alles gesagt."
Wiedersehen in Wien
Ob sie Schindler je wiedergesehen habe? Nach dem Krieg war sie mit dem Sohn
ins marokkanische Tanger gezogen, wo "das Leben plötzlich so leicht war"
und sie ihren zweiten Ehemann, einen Hoteldirektor, kennenlernte. 1957
erhielt die Familie ein Visum für die USA und zog nach New York, wo Mimi
Reinhardt ein halbes Jahrhundert bleiben sollte. Jahre später flog sie nach
Wien, ihre Tante besuchen. Sie spazierten durch die Innenstadt, es war ein
warmer Tag, sie passierten ein Straßencafé, als plötzlich ein Mann ihren
früheren Namen rief: Carmen Weitman. "Es war Schindler! Er hatte mich
wiedererkannt. Er saß im Café mit anderen Juden, die für ihn gearbeitet
hatten. Meine Tante fragte mich irritiert, woher ich den Mann kenne."
Für den Abend verabredete sich Mimi Reinhardt damals mit Schindler und den
anderen. Sie holten Reinhardt mit dem Taxi von ihrem Hotel ab. Als die
frühere Sekretärin in das Auto stieg, umarmte Schindler sie und eine andere
ehemalige Gefangene und sagte dem Fahrer: "Das sind meine Juden. Die habe
alle ich gerettet!" (Von Thorsten Schmitz, SZ-Korrespondent in Tel Aviv)
Quellen: eigene, 07.01.2007
07.01.2007 / Sachsen
AUSZEICHNUNG FÜR EINE INNOVATIVE SÄCHSISCHE IDEE
Die Sächsische Jugendstiftung wird mit dem Projekt "Freiwilliges Soziales
Jahr Politik (FSJ Politik)" "Ausgewählter Ort im Land der Ideen"
ausgezeichnet. Damit ist sie Teil der Veranstaltungsreihe "365 Orte im Land
der Ideen", die gemeinsam von der Standortinitiative "Deutschland - Land
der Ideen" und der Deutschen Bank durchgeführt wird.
Die Auszeichnung "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" zeigt, dass in der
Sächsischen Jugendstiftung Zukunft gemacht wird und innovative,
weitertragende Ideen entwickelt und umgesetzt werden. Aus Anlass der
Auszeichnung findet am 14.1.2008 im Sächsischen Landtag eine
Prämierungsveranstaltung statt, in der Erfahrungen und Ergebnisse des
Projektes präsentiert werden. Dabei werden am Projekt beteiligte
Jugendliche und Mentoren sowie Vertreter der Standortinitiative, der
Deutschen Bank und des Sächsischen Landtages anwesend sein.
"Die Auszeichnung freut uns sehr und bestätigt uns in dem Anliegen, jungen
Menschen Politik als eine Sache, die sie selbst angeht, nahe zu bringen",
sagt Astrid Günther, Projektleiterin bei der Sächsischen Jugendstiftung.
"Ausgezeichnet wird eine innovative und erfolgreiche sächsische Idee, deren
Umsetzung inzwischen auch in anderen Bundesländern angestrebt wird."
Das Freiwillige Soziale Jahr Politik (FSJ Politik) der Sächsischen
Jugendstiftung ist ein seit 3 Jahren praktizierter innovativer Ansatz der
nachhaltigen politischen Bildung junger Menschen, bei dem im Rahmen eines
gesetzlich geregelten Freiwilligendienstes die aktive Mitwirkung
Jugendlicher in politischen Institutionen und Auseinandersetzung mit
politischen Themen verknüpft wird.
Nähere Informationen dazu: www.saechsische-jugendstiftung.de
Quelle: www.tagesschau.de, 02.01.2008
19.12.2007 / Deutschland
GEMEINNÜTZIGE HOLOCAUST-LEUGNER
Seit Jahren beobachtet der Verfassungsschutz den Verein "Collegium
Humanum", einen Knotenpunkt im Netzwerk der Holocaust-Leugner. Doch
entgegen aller staatlichen Strategien gegen Rechtsextremismus: Der Verein
unterliegt nach Recherchen von tagesschau.de der Gemeinnützigkeit.
Intellektuelle Rechte, NPD-nahe Gruppen, bekannte Holocaust-Leugner - sie
alle gehören zu den Gästen und Teilnehmern von Seminaren und
Veranstaltungen des Vereins "Collegium Humanum" in Vlotho (NRW). Das
Collegium setzt sich für den "Verein zur Rehabilitierung der wegen
Bestreitens des Holocaust Verfolgten" ein. In einer Stellungnahme der
Bundesregierung zu bundesdeutschen Holocaust-Leugnern heißt es: "Für die
revisionistische Szene bietet das Collegium Humanum organisatorische und
ideologische Unterstützung. Einzelne deutsche Teilnehmer an der 'HolocaustKonferenz'
(in Teheran) sind als Verfasser von Beiträgen in der Publikation
des CH aufgefallen." Der Verein sei in Nordrhein-Westfalen und in Thüringen
aktiv.
Bereits seit Jahren kursiert das Gerücht, diese Kaderschmiede des
Rechtsextremismus sei als gemeinnützig anerkannt. Die Bundesregierung
weicht bei dieser Frage aus: "Die Vermeidung der steuerrechtlichen
Anerkennung der Gemeinnützigkeit von verfassungswidrigen Körperschaften ist
Teil der ganzheitlichen Strategie der Bundesregierung zur Bekämpfung
extremistischer und terroristischer Organisationen." Erst im Dezember
hatten sich die Innenminister der Länder darauf geeinigt,
verfassungsfeindlichen Vereinen aus dem NPD-Umfeld die steuerlichen
Vorteile durch Gemeinnützigkeit zu verwehren. Bundesinnenminister Wolfgang
Schäuble stellte in der vergangenen Woche klar, dass er dies für nicht sehr
aussichtsreich halte - obwohl dies laut Bundesregierung auch die eigene
Strategie ist. Doch Schäuble unterstrich, er könne sich nicht vorstellen,
dass ein verfassungsfeindlicher Verein als gemeinnützig anerkannt sei.
Spenden für Holocaust-Leugner steuerlich absetzbar
Doch genau dies ist nach Recherchen von tagesschau.de der Fall. In einem
der Redaktion vorliegenden Brief bestätigte der Verein "Collegium Humanum"
auf die Frage, ob Spenden steuerlich abgesetzt werden könnten, dafür
könnten Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.
Das sorgt für Empörung im Bundestag. Der SPD-Innenexperte Niels Annen sagte
gegenüber tagesschau.de, die zuständigen Minister müssten sofort tätig
werden. "Es kann ja nicht angehen, dass Rechtsextremisten und Neonazis
nicht nur durch die Parteienfinanzierung, sondern auch noch durch
gemeinnützige Vereine gefördert werden." Zu den Äußerungen von
Innenminister Schäuble sagte Annen, dessen Vorstellungsvermögen, was die
Findigkeit von Neonazis angehe, sei "nicht besonders ausgeprägt". Die
politische Sensibilität beim Kampf gegen Rechtsextremismus lasse aus seiner
Sicht sehr zu wünschen übrig.
Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, betonte, das
"Collegium Humanum" sei "seit Jahren das Zentrum der Holocaustleugner in
Deutschland". Es sei ein Skandal, wenn diese Aktivitäten noch durch
Gemeinnützigkeit staatlich subventioniert würden. "Die Bundesregierung und
die Landesregierung von NRW werden öffentlich erklären müssen, warum sie
bislang nicht in der Lage waren, die staatliche Förderung dieser ganz
offensichtlich verfassungswidrigen Institution zu beenden", so Jelpke.
NRW nicht zuständig?
Monika Düker, innen- und rechtspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion
NRW von Bündnis 90/ Die Grünen, meinte, diese Sache sei besonders
ärgerlich, da der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf in der
Frühjahrskonferenz der Innenminister die Transparenz über Finanzquellen
rechtsextremer Organisationen "vollmundig" angemahnt hatte. "Ich fordere
Innenminister Wolf auf, endlich dafür zu sorgen, dass die Finanzierung von
Holocaustleugnern aus Steuermitteln ein Ende hat." Doch der fühlt sich
nicht zuständig. NRW verweist auf die Aktivitäten des "Collegium Humanum"
in Thüringen - und somit wäre der Bund am Zug. Während die Spenden -
steuerlich absetzbar - an die Holocaust-Leugner weiter fließen.
(Von Patrick Gensing)
Unsere Projekte 2008 werden u.a. gefördert & unterstützt durch: das
Landesprogramm "Weltoffenes Sachsen",den Lokalen Aktionsplan Sächsische
Schweiz, das "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend",
den Landkreis Sächsische Schweiz, die Stadt Pirna, die Amadeu-AntonioStiftung,
die Friedrich Ebert Siftung, die Städtische
Wohnungsbaugesellschaft Pirna, die AWO Sonnenstein GmbH, die AWO Sachsen
soziale Dienste GmbH, die Firmen www.4koepfe.de & www.computer-stephan.de
sowie zahlreichen privaten Spenderinnen & Spendern. Allen unser herzliches
Dankeschön!
Die Aktion Zivilcourage ist unter VR 899 im Vereinsregister des
Amtsgerichtes Pirna als Verein eingetragen.
Bankverbindung: Ostsächsische Sparkasse Dresden, Kontonummer: 310 006 839 3
| BLZ: 850 503 00
Empfänger: Aktion Zivilcourage e.V.
|Diese Email wurde beim Verlassen unseres Mailservers auf Viren geprüft.|
Sollte Ihnen unser Newsletter gefallen haben, bitten wir Sie herzlich,
diesen Arbeitskollegen oder Freunden zu empfehlen. Unsere Newsletter wurde
am Mittwoch, 9. Januar 2008 um 17:36:45 an 1946 Empfänger versandt.
|