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Chronik rechtsextremer Gewalt 2007 (August)

Chronik rechtsextremer Gewalt 2007

Quelle
http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/chronik-der-gewalt/gewaltchronik-2007/ Auf der Website gibt es zahlreiche Links zu Presseartikeln, die ich hier nicht eingefügt habe.)

Die nachfolgende Aufstellung wird ständig aktualisiert. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern vermittelt nur einen aktuellen Ausschnitt über öffentlich gemeldete rechtsextreme Gewalttaten. Die Chronik stützt sich auf der Redaktion vorliegenden Pressemeldungen und Berichte von Opferberatungsstellen, Polizeidienststellen, Leserinnen und Lesern u.a.m.

August 2007

Berlin-Weißensee: Hartnäckige rassistische Angreifer
An der Straßenbahnhaltestelle Albertinenstraße werden gegen 23.50 Uhr eine Frau und ein Mann von drei Neonazis rassistisch beschimpft, estoßen und geschlagen. Keine/r der anwesenden PassantInnen helfen den Opfern. Auch nachdem die Opfer sich in eine ankommende Bahn flüchten, schlagen die Täter weiter auf sie ein. Sie flüchten vor dem Eintreffen der Polizei. (Reach Out Berlin, 31.08.2007)

Neuer Übergriff in Halberstadt
In Halberstadt attackierten zwei Rechtsextremisten im Alter von 21 und 22 Jahren nach Polizeiangaben ihre Opfer mit Faustschlägen und einer Bierflasche. Der Angriff ereignete sich am Freitagabend (31.8). Die Opfer im Alter von 16 und 18 Jahren waren in einer Gruppe von insgesamt acht Personen auf dem Weg zum Halberstädter Altstadtfest. Laut Polizei beschimpften die Verdächtigen die Jugendlichen aus der linken Szene als «Assis», «rotes Pack» und «Zecken». Auch der Hitlergruß sei gezeigt worden. Einer der beiden Angegriffenen erlitt bei einem Sturz in Glasscherben Schnittwunden an der Hand, die im Krankenhaus behandelt wurden. Die Polizei nahm die beiden Verdächtigen kurz nach dem Angriff fest. (Netzeitung, 3.9. >klick)

Imbissbude mit SS-Runen beschmiert
In der Nacht zum 27. August beschmierten Unbekannte in Oschersleben (Sachsen-Anhalt) eine türkische Imbissbude mit SS-Runen und anderen nationalsozialistischen Symbolen. Außerdem beschädigten sie ein Werbetransparent, das der Besitzer der Bude kurz zuvor angebracht hatte. »Ich habe Angst, dass hier noch mehr beschädigt wird«, sagte der 36jährige der Volksstimme. Die Tat sei »eindeutig politisch motiviert« gewesen, bekräftigte die Polizei. (Jungle World, 13.09.2007)

Mehrere Menschen werden bei Attacken verletzt
In Braunschweig nahm die Polizei am 26.08. zwei Männer fest, die einen Ghanaer verprügelt hatten. Beide waren während der Tat betrunken; einer von ihnen ist der Polizei wegen rechter Parolen bekannt. In Chemnitz wurde eine Frau aus Afghanistan von einem Unbekannten beleidigt und eine Treppe herunter gestoßen. Am frühen Sonntagmorgen wurden ein Mann und eine Frau in Berlin-Friedrichshain von einem 22-jährigen und einem 25-jährigen durch Faustschläge im Gesicht verletzt. Laut Polizei hätten die Täter auch Anspielungen auf die Hitlerzeit gemacht, indem sie riefen, dass die Frauen 1945 vergast worden wären. (Tageszeitung, 28.8.2007, >klick, >klick, Berliner Zeitung, 28.8.2007, >klick)

Berlin-Friedrichshain: Angriffe an der Frankfurter Allee
Am Samstagabend wird eine Person mit "Good Night White Pride"-Shirt von einem Hooligan auf dem S-Bahnhof Frankfurter Allee bedroht. Fünf Minuten später erscheint dieser zusammen mit zehn weiteren Männern auf dem Bahnhof und greift die Person unvermittelt an. Eine weitere Gruppe alternativer Jugendlicher solidarisiert sich mit dem Betroffenen und kann den Angriff abwehren. In derselben Nach werden vor einem Imbiss in der Frankfurter Allee um fünf Uhr morgens eine 19-Jährige und ein 20-Jähriger von zwei Neonazis angegriffen. Der 22-jährige Pankower und der 25-Jährige aus Mitte schlagen ihre Opfer mit Fäusten, beschimpfen sie als "Ökoschlampen" und schreien: "1945 wärt ihr vergast worden." Die Polizei kann die fliehenden Täter festnehmen. Die Opfer erleiden Verletzungen im Gesicht. (Reach Out Berlin, 26.08.2007)

Magdeburg (Sachsen-Anhalt): Angriff mit Hund und Holzfackel In der Nacht zum Samstag, den 25.08.2007, wurde ein 36-.jähriger irakischer Flüchtling gegen 1.30 Uhr an einer Straßenbahnhaltestelle angegriffen und mit ausländerfeindlichen Sprüchen angepöbelt. Der Mann konnte den ersten Angriff abwehren, woraufhin der rechte Täter wegging, jedoch nach kurzer Zeit mit einem großen Hund und einer Holzfackel wieder kam. Er hetzte den Hund auf den Iraker und prügelte währenddessen auf ihn ein. Der Betroffene zog sich Verletzungen an Hinterkopf, Nacken, Oberschenkel, Rücken und den Oberarmen zu und musste im Krankenhaus behandelt werden. Erst als 2 Frauen am Tatort erschienen, ließ der Täter von seinem Opfer ab und flüchtete. Der Betroffene stellte Strafanzeige, der Täter ist gefasst. (Mobile Opferberatung, 25.08.2007)

Quedlinburg: Punkerin niedergestreckt
Als eine 17-jährige Punkerin am 25. August nach einem Konzert in Quedlinburg mit drei Freunden Richtung Bahnhof unterwegs ist, wird sie unvermittelt von einem 24-jährigen Rechten mit der Faust ins Gesicht geschlagen, so dass sie zu Boden stürzt. Einer ihrer männlichen Begleiter greift ein und kann den Rechten dadurch von weiteren Schlägen abhalten. Die Punkerin erleidet eine Prellung im Gesicht. Polizeibeamte, welche sich in unmittelbarer Tatortnähe befinden, können noch vor Ort den Täter stellen. Die Betroffene erstattet Anzeige. (Mobile Opferberatung, 25.08.2007)

Berlin-Prenzlauer Berg: Übergriff auf HipHopper
In den frühen Morgenstunden des 25.08.2007 werden vor dem Imbiss an der Prenzlauer Allee Ecke Ostseestraße in Berlin drei Hip-Hopper von acht Neonazis leicht verletzt, als diese mit Fäusten auf sie einschlagen. Alle beteiligten Nazis tragen T-Shirts mit dem Aufdruck "Nordische Bruderschaft". (Reach Out Berlin, 25.08.2007)

Afrikaner bei Überfall in Rheinland-Pfalz schwer verletzt
Fast zeitgleich mit den Ausschreitungen im sächsischen Mügeln sind auch in Rheinland-Pfalz Ausländer angegriffen worden. Wie das Innenministerium in Mainz am Freitag mitteilte, wurden am vergangenen Wochenende auf einem Weinfest in der Gemeinde Guntersblum zwei Afrikaner von einer Gruppe Rechtsradikaler angegriffen. Der Vorfall sei aus ermittlungstaktischen Gründen bislang verschwiegen worden. Ein 26-jähriger Mann aus dem Sudan wurde schwer verletzt. Ein 39 Jahre alter Ägypter kam mit Schnittwunden an der Hand davon. Zwei Verdächtige sind in Polizeigewahrsam. Nach ersten Ermittlungen stürzten sich die mutmaßlichen Täter in einer sechsköpfigen Gruppe in der Nacht zum Sonntag mit den Worten «Wir machen die Neger platt!» auf die beiden Afrikaner. Als Passanten die Polizei riefen, seien die Angreifer davongelaufen. (LVZ, 24.8.2007 >klick)

Tunesisches Restaurant wurde Zielscheibe von Rechtsextremen In Pritzwalk wurden der Koch und der Wirt eines tunesischen Restaurants am Marktplatz Opfer einer neonazistischen Bedrohungssituation. Am 24.08.2007 tauchten zunächst zwei Männer vor dem Lokal "Buenos Aires II" auf und riefen "Verschwindet hier!". Wenig später erschien eine Gruppe Rechtsextremer, die Betonplatten und Steine gegen die beiden Männer und das Restaurantgebäude warfen. Dabei erlitten die Lokalbetreiber leichte Verletzungen. Die Fensterscheiben und das Mobiliar wurden zerstört, außerdem entwendeten die Täter eine größere Geldsumme. (Opferperspektive Brandenburg, 24.08.2007, >klick)

Premnitz: Passanten angegriffen
Zwei Rechte provozierten während des »Dachsbergfestes« in Premnitz (Brandenburg) Punks, die sich vor einem alternativen Jugendclub aufhielten. Als zwei Passanten schlichtend eingreifen wollten, wurden diese von den Rechten angegriffen und am Kopf verletzt. (Opferperspektive Brandenburg, 24.08.2007)

Halberstadt: Verfolgt und Tür eingetreten
Ein 28-Jähriger und seine Begleiterin werden am 24.08. auf ihrem Nachhauseweg in Halberstadt von zwei Rechten zunächst mit "Du linke Zecke, bleib stehen!" beleidigt und dann bis nach Hause verfolgt. Dort versuchen die beiden 18-Jährigen, die Tür einzutreten, und beschädigen sie. Die Rechten werden über Nacht in Gewahr genommen und am nächsten Tag wieder entlassen. (Mobile Opferberatung, 24.08.2007)

Streitschlichter am Kopf verletzt
Zwei Neonazis provozierten während des Dachsbergfestes in Premnitz mehrere Punks, die sich vor einem alternativen Jugendclub aufhielten. Als zwei Passanten schlichtend eingreifen wollten, wurden sie von den Neonazis attackiert und am Kopf verletzt. (Opferperspektive Brandenburg, 24.08.2007, >klick)

Überfall auf Jugendclub
Drei Verletzte gab es am 22. August, als Neonazis die Besucher eines linksalternativen Jugendclubs in Güsen (Sachsen-Anhalt) attackierten. Die Polizei geht von einer politisch motivierten Tat aus. (taz, 24.8.2007, >klick)

Aken (Sachsen-Anhalt): Teilnehmer der "Bunten Woche" angegriffen

Am 22.08. trifft eine Gruppe von 15 bis 20 alternativen Jugendlichen, die das Zeltcamp in Aken im Rahmen der alternativen "Bunten Woche" besuchen wollen, gegen 20:30 auf einen 16-Jährigen, der panisch vor mehreren Rechten flieht. Einer der Verfolger wirft mit einem Baseballschläger nach ihm und trifft ihn im Rücken. Kurz darauf werden die Jugendlichen von bis zu 11 augenscheinlich Rechten angegriffen. Die Täter schlagen zwei Jugendliche mit Baseballschläger auf Körper und Kopf, entwenden danach mehreren Punks Bierflaschen und bewerfen sie damit. Zwei weitere Betroffene werden mit Schlägen attackiert. Während der Tat brüllen die Angreifer ein Lied mit der Textstelle: "Deutschland frei von Parasitenpack - Deutschland muss weiß bleiben!" und beschimpfen die Jugendlichen mit "Asoziale raus!". Die Betroffenen erleiden Platzwunden, Prellungen und Verletzungen im Ohrbereich. Der gerufene Krankenwagen und die Polizei treffen erst nach einer Viertelstunde am Tatort ein. (Mobile Opferberatung, 22.08.2007)

18-Jähriger verprügelt
Ein 18-jähriger Besucher eines linken Jugendclubs wurde auf dem Fürstenwalder Domplatz aus einer Gruppe Rechter heraus mit den Worten »Punkerdreckstück« beschimpft. Dann wurde er von einem 27-jährigen Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen und, am Boden liegend, getreten. Der Angreifer wurde festgenommen. (MAZ, 22.08.2007)

Imbissbesitzer beweist Zivilcourage gegen Neonazis
In Frankfurt/Oder forderte ein türkischer Imbissbesitzer am 21.08.2007 eine Gruppe von Männern auf, das Anpöbeln von Passanten zu unterlassen. Daraufhin wurde er von einem 22-jährigen Mann rassistisch beleidigt und ins Gesicht geschlagen. Der Angreifer drohte, den Laden des couragierten Mannes abzubrennen, und machte sich zunächst davon. Kurze Zeit später erschien er in Begleitung von fünf Männern und einer Frau vor dem Dönerladen. Der Besitzer und ein Bekannter griffen zu Stangen aus vorhandenen Sonnenschirmen, um einen Angriff abzuwehren. Daraufhin machte sich die Gruppe aus dem Staub. (Opferperspektive Brandenburg, 21.08.2007, >klick)

50 Deutsche jagen acht Inder durch das sächsische Mügeln
Bei einem Altstadtfest im sächsischen Mügeln haben am 18.08.2007 Dutzende deutsche Jugendliche acht Inder attackiert und in einer regelrechten Hetzjagd durch die Straßen getrieben. Alle Inder, vier Angreifer und einige Polizisten wurden verletzt. Nach einem Streit im Festzelt waren die Inder nach Polizeiangaben aus dem Festzelt in eine nahe gelegene Pizzeria geflüchtet. Dorthin verfolgte sie eine Gruppe von etwa 50 zumeist jungen Deutschen. Die Angreifer traten die Tür der Gaststätte ein. Rund 70 Polizeibeamte drängten die Angreifer dann ab. (Spiegel.de, 19.8.2007, >klick)

Bernau: Deutschtürke schwer verletzt
Ein 21-jähriger Deutschtürke wurde vor einer Diskothek von Jugendlichen angegriffen und schwer verletzt. Dem Angriff ging ein Streit voraus, bei dem der der Betroffene rassistisch beschimpft wurde. Das Opfer erlitt einen Nasenbein- und einen Jochbeinbruch. (Opferperspektive Brandenburg, 18.08.2007)

Beeskow: Vietnamesische Familie geprügelt
Eine vietnamesische Familie wurde vor ihrer Haustür in Beeskow von zwei Männern angegriffen. Ein 25-Jähriger schlug den Vater mit der Faust ins Gesicht und trat auf den Sohn ein. Weitere Schläge, auch mit einer Flasche, konnte der Vater abwehren. Die einschlägig vorbestraften Täter konnten von der Polizei festgenommen werden. (Opferperspektive Brandenburg, 18.08.2007)

Potsdam: Terror gegen Jugendlichen
Ein Jugendlicher aus Potsdam wird zunächst per Sms bedroht. In derselben Nacht wird das Haus, in dem er mit seinen Eltern wohnt, von einem Rechten mit Flaschen beworfen. Kurz darauf kommen 8-9 vermummte Personen auf das Haus zu, skandieren eindeutig rechtsextreme Parolen und stellen sich mit Knüppeln bewaffnet vor dem Haus auf. Als die Eltern des Betroffenen aus dem Haus kommen, werden diese von den Tätern rumgeschubst. Danach umrunden die Rechten das Haus und verschwinden. (Opferperspektive Brandenburg, 18.08.2007)

Alternative Jugendliche von Dorffest vertrieben
In Bolbritz bei Salzenforst feierten mehrere Jugendliche am 18. August ein inoffizielles Dorffest. Ein paar alternative Jugendliche waren dabei offenbar nicht erwünscht und wurden von den anderen Anwesenden aufgefordert, sich mit ihren "Kanackenkumpels zu verpissen". Bei der anschließenden Diskussion äußerten sie antisemitische Parolen. Die Linksalternativen wurden letztendlich unter massiven Drohungen und mit Fußtritten von der Feier vertrieben. (Amal Sachsen, 18.8.2007, >klick)

Schwarzenberg: 12-jährige Mädchen geschlagen
Gegen 19.30 Uhr werden am 16. August in Schwarzenberg (Sachsen) zwei Mädchen (beide 12 Jahre aus dem Kosovo und aus dem Irak) in der Nähe ihrer Wohnorte von einem 19-Jährigen zuerst mehrmals beschimpft und anschließend auch geschlagen. Dabei ruft er rassistische Parolen, wie etwa "Kanaken" u.ä.. Der Bruder der Irakerin versucht einzugreifen, wird aber ebenfalls geschlagen. Der 19-Jährige schlägt auch auf die herbei gekommene Mutter ein, die dabei verletzt wird. Dannz zog der Angreifer sich zurück, kam aber wenig später mit weiteren jungen Männern zurück, die u.a. mit Baseballschläger bewaffnet waren. Zu weiteren Angriffen kommt es jedoch nicht, da die Gruppe sich schnell zurückzog. (Amal, 16.08.2007)

Jüdischer Friedhof in Ihringen geschändet
In der Nacht zum 12. August 2007 machten sich Unbekannte an den Grabsteinen des jüdischen Friedhofs in Ihringen (Baden) zu schaffen. Ein Passant entdeckte am darauffolgenden Morgen 70 bis 80 umgeworfene Grabsteine. Der Ihringer Bürgermeister Martin Obert zeigte sich bestürzt und versicherte, die beschädigten Gräber würden wieder in Stand gesetzt. Anfang der Neunziger hatte der kleine Ort für Schlagzeilen gesorgt, als 177 von 200 Grabsteinen umgeworfen und mit SS-Runen und Hakenkreuzen beschmiert worden waren. Die Täter von damals sind bis heute unbekannt. (Badische Zeitung, 12.08.2007, >klick )

Dunkelhäutige Deutsche von Neonazis angegriffen
Im pfälzischen Römerberg wurde am Morgen des 12.08.2007 eine schwarze Deutsche von drei Rechtsextremen angehalten. Das 18-jährige Mädchen war auf seinem Fahrrad im Ortsteil Heiligenstein unterwegs, als die Männer im Auto neben ihm anhielten und es beleidigten und angriffen. Die junge Frau wurde dabei nicht verletzt. Sie gab später zu Protokoll, die drei Männer hätten Glatzen, Bomberjacken und Springerstiefel getragen, in der Heckablage des Autos habe eine Deutschlandfahne gelegen. Der Fall wurde erst vier Wochen später bekannt, weil Polizei und Staatsanwaltschaft ihn geheim halten wollten. (taz, 14.09.2007, >klick)

Attacke auf türkische Staatsbürger in Disco
Ein Angriff mit vermutlich rassistischem Hintergrund ereignete sich am 12. August in Cottbus. In der Nacht zum Sonntag wurden gegen 2.30 Uhr drei türkische Staatsbürger in der Discothek "Sound" von einer Gruppe Unbekannter zunächst verbal, später körperlich angegriffen. Sie bekamen Schläge und Tritte gegen den Oberkörper. Zwei der Opfer erlitten leichte Verletzungen. (Opferperspektive Brandenburg, 12.8.2007, >klick)

Fünf Neonazis schlagen alternativen Jugendlichen zusammen
In Finsterwalde/Brandenburg sprangen am 11.08.2007 fünf maskierte Rechtsextreme aus einem Auto und verprügelten einen linksalternativen Jugendlichen. Der junge Mann war bereits Anfang März Opfer eines neonazistischen Überfalls geworden. Der Betroffene erlitt eine Platzwunde am Kopf. Seine Begleiterin konnte sich mit Pfefferspray wehren. (Opferperspektive Brandenburg, 11.08.2007, >klick)

Neonazi auf Freigang steht unter Mordverdacht
Ein 35-jähriger, als Neonazi und rechter Gewalttäter bekannter Mann wurde während seines Freigangs in die JVA Cottbus gebracht, weil er im Verdacht steht, im brandenburgischen Schilda einen 42-jährigen ermordet zu haben. Dieser hatte auf das Grundstück des Freigängers aufgepasst. Bisher verweigert der Mann jedoch die Aussage. (Tagesspiegel, 10.08.2007, >klick)

Kenianische Frau von ihrem Nachbarn rassistisch beschimpft
In Begleitung ihrer Kinder wurde eine aus Kenia stammende Frau in Fürstenwalde von ihrem Nachbarn mit rassisistischen Parolen beleidigt. Eine kenianische Freundin der Frau war ebenfalls mit ihren Kindern vor Ort. Der Mann, der der Frau gegenüber schon öfter ausfällig geworden war, griff sie am 9. August zudem tätlich an. Der Ehemann kam seiner Frau zu Hilfe, wurde jedoch von dem Angreifer weggeschubst. Als die Familie sich in den Hausflur flüchtete, demolierte der Mann die Glasscheibe der Haustür, den Sicherungskasten und einen Kinderwagen. (Opferperspektive Brandenburg, 9.8.2007, >klick)

Gardelegen (Sachsen-Anhalt): "Jude, Jude" und Schläge vor der Disko

Gegen 6 Uhr morgens am 05.08. treffen vor einer Diskothek mehrere junge Männer auf eine Gruppe von drei Rechten. Einer der Rechten schlägt ohne Vorwarnung einem 24-jährigen mehrfach ins Gesicht und ruft dabei mehrfach "Jude, Jude", ein anderer Nicht-Rechter wird von dem Angreifer zu Boden geschlagen und zieht sich dabei einen Schlüsselbeinbruch zu. Die Betroffenen stellen Strafanzeige. Dem Haftantrag gegen den polizeibekannten Angreifer wurde gegen Auflagen nicht stattgegeben. (Mobile Opferberatung, 05.08.2007)

Rehfelde (Brandenburg): Rechtsextremer greift Rentnerpaar an Ein 67-jähriger Rentner wurde von einem bekannten Rechtsextremen am 05. August in Rehfelde durch ein Schlag auf das Auge verletzt. Bei dem Schlag bohrte sich ein Splitter des Brillenglases in das Auge des Rentners. Gleichzeitig wurde er als "Judenschwein, Stasischwein und rotes Schwein" beschimpft. Der Täter beleidigte darüber hinaus auch die Frau des Opfers und leerte eine Bierflasche über ihr aus. Im Zuge des Angriffs bedrohte er beide, dass wenn sie zur Polizei gehen und ihn anzeigen würden, er ihr Haus in Brand stecken würde. (Opferperspektive Brandenburg, 05.08.2007)

Mosambikaner wird auf Kirmes verletzt
Ein 38-Jähriger Sonneberger mosambikanischer Herkunft wurde offensichtlich Opfer eines rassistischen Überfalls. Der Mann wurde beim Verlassen des Piesauer Kirmeszeltes von mehreren Jugendlichen verprügelt. Piesaus Bürgermeisterin Angelika Weigel erklärte, dass es in der Gemeinde bislang keine fremdenfeindlich motivierten Übergriffe auf Mitbürger mosambikanischer Herkunft gab und fügte hinzu, dass sie voll integriert seien. Gleichwohl habe es öfter Anfeindungen von Jugendlichen aus einem benachbarten Dorf gegeben. Der Sprecher des Kirmesvereins, Volker Postler, erwähnte dagegen, dass der Sohn des späteren Unfallopfers "Stunk gemacht" habe und einen Platzverweis erhalten habe. Der junge Mann habe dann offensichtlich seinen Vater alarmiert, der wiederum mit "nicht ortsansässigen Jugendlichen aneinandergeraten" sei. (Freies Wort, 07.08.2007, >klick)

Sat.1-Kameramann und Imbissbesitzer bedroht
In Berlin-Lichtenberg bedrohten und beleidigten am 4.08.2007 mehrere Neonazis einen Kameramann von Sat.1 und einen Imbissbesitzer in der Weitlingstraße. Die vier Rechtsextremen fuhren vermummt durch die Straße, fotografierten, schlugen gegen den Imbissladen und zogen sich dann in die Kneipe "Kiste" zurück. (Reach Out Berlin, 24.08.2007, >klick)

Vermummte Neonazis griffen Sharp-Skins an
Am 4. August kam es in Finsterwalde zu einem organisierten Angriff von Rechtsextremen auf linke Jugendliche und Sharp Skins. Die vermummten Neonazis, die sich zuvor in einer Seitenstraße gesammelt hatten, warfen mit Flaschen auf die Jugendlichen auf dem Marktplatz. Fünf Jugendliche wurden dabei geschlagen und getreten, einer musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden. (Opferperspektive Brandenburg, 4.8.2007, >klick)

Görlitz: "Stolpersteine" geschändet
Am 03.08. beschädigen Unbekannte fünf der Stolpersteine, die an ehemalige jüdische Einwohner erinnern sollen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Auf drei Steine kleben sie Papierstücke, auf denen Gedenksteine für deutsche Kriegsopfer gefordert werden. Zwei Steine werden mit einem unbeschrifteten Papierstück beklebt und mit einer klebrigen Substanz übergossen. (Amal, 03.08.2007)

Waldheim (Sachsen): Rechtsextremer Angriff bei Stadtfest
Während des Waldheimer Stadtfestes wird am 03. August ein 15-Jähriger von ca. 13-15 Rechten zusammengetreten. Der Jugendliche sagte den Angreifern noch, dass sie ihn doch bitte in Ruhe lassen sollen. Doch sofort bekam er bereits den ersten Tritt, dem weitere folgten. Er erlitt Verletzungen und wurde im Krankenhaus ärztlich versorgt, wo er eine Nacht verbringen und eine Verletzung genäht werden musste, wie Bekannte berichteten. (Amal, 03.08.2007)

Überfall auf alternative Jugendliche in Berlin-Friedrichshain Am 3.08.2007 wurden gegen 23.45 Uhr vier Personen mit alternativem Outfit zwischen dem U-Bahnhof Samariterstrasse und der Frankfurter Allee von einer Gruppe von drei bis vier Neonazis verfolgt. Die Verfolger traten extrem aggressiv auf und beschimpften, schubsten und schlugen sie. Die Jugendlichen konnten entkommen. (Reach Out Berlin, 24.08.2007, >klick)

Überfälle auf Vietnamesen und Chinesen in Sachsen-Anhalt
Bei zwei Überfällen in Sachsen-Anhalt sind mehrere Ausländer Opfer fremdenfeindlicher Gewalt geworden. In Burg überfielen drei Männer eine vietnamesische Familie in deren Wohnung, riefen dabei ausländerfeindliche Parolen und verletzten einen 14-Jährigen. Außerdem verprügelten zwei Unbekannte auf einer Zugfahrt zwischen Magdeburg und Burg einen 27-jährigen Chinesen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Stendal mitteilten.Nach dem Angriff auf die Vietnamesen nahm die Polizei die drei Tatverdächtigen im Alter von 18, 19 und 38 Jahren fest. Nach Erkenntnissen der Ermittler feierten die drei Angreifer in einer Nachbarwohnung, ehe sie die Tür der vietnamesischen Familie eintraten und diese angriffen. Der 14-jährige Sohn des Ehepaares habe durch einen Schlag ins Gesicht Prellungen erlitten. Noch vor dem Eintreffen der Polizei hätten die Verdächtigen den Tatort verlassen. Die vierköpfige Familie und eine acht Jahre alte Freundin der neunjährigen Tochter wurden auf eigenen Wunsch anderweitig untergebracht. (ntv, 2.8.>klick)

Wittenberg (Sachsen-Anhalt): Nasenbeinanbruch vor dem "Fun"

Vor dem Eingang der Diskothek "Fun" werden am 01.08. fünf alternative Jugendliche aus einer Gruppe von 10 bis 12 Rechten angegriffen. Sie beschimpfen sie u. a. mit "Zeckenschweine". Ein 18 Jähriger wird von einem der Angreifer geschubst, von einem zweiten mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Er erlitt einen Nasenbeinanbruch und Prellungen. Die unbekannten Täter sind laut Zeugenangaben zwischen 18 und 22 Jahre alt. (Mobile Opferberatung, 01.08.2007)

In Stolberg Angriff auf Konzertbesucher
In Stolberg bei Aachen wurden in der Nacht zum Samstag (1.9.) mehrere vor einem Jugendheim wartende Besucher des Konzerts gegen Rechts angegriffen. Zwei 15 und 18 Jahre alte Mädchen wurden dabei von Stockschlägen im Gesicht verletzt. Etwa zwei Stunden nach dem Vorfall stellten die Beamten in einem anderen Stadtteil die Personalien von 14 Männern im Alter zwischen 15 und 28 Jahren fest, die laut grölend und «Heil Hitler» rufend durch die Straßen zogen. Ebenfalls in der Nacht zum Samstag wurden im nur wenige Kilometer entfernten Aachen an mindestens zwölf Gebäuden - darunter einer Kirche und einer Schule - Hakenkreuze und andere rechtsextremistische Schmierereien entdeckt. Außerdem nahm die Aachener Polizei acht Personen fest, die in einer Wohnung laut volksverhetzende Lieder sangen und Bilder von Adolf Hitler aufstellten. (Netzeitung 3.9. >klick )

Zusammengestellt von Silke Dürrhauer, Doreen Karger, Holger Kulick, Simone Rafael, Dominik Schenkel, Madeleine Warsitz.

Helfen Sie den Opfern rechtsextremer Gewalt!
Spenden Sie für den Opferfonds Cura
www.opferfonds-cura.de

01.01.08    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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