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Chronik rechtsextremer Gewalt 2007
- Quelle
- http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/chronik-der-gewalt/gewaltchronik-2007/
Auf der Website gibt es zahlreiche Links zu Presseartikeln, die ich hier nicht eingefügt habe.)
Die nachfolgende Aufstellung wird ständig aktualisiert. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern vermittelt nur einen aktuellen Ausschnitt über öffentlich gemeldete rechtsextreme Gewalttaten. Die Chronik stützt sich auf der Redaktion vorliegenden Pressemeldungen und Berichte von Opferberatungsstellen, Polizeidienststellen, Leserinnen und Lesern u.a.m.
April 2007
Berlin: Antisemitisches Graffiti in der Levetzowstraße
Am 22.04. entdeckt ein Mitarbeiter des Zentralen Objektschutzes ein rotes Hakenkreuz, dass unbekannte Täter auf das jüdische Mahnmal in der Levetzowstraße (Berlin-Tiergarten) gesprüht haben. (taz, 23.04. >klick)
Mittweida: Übergriff auf Kameruner
Die Polizei hat in Mittweida nach einem rechtsradikalen Übergriff auf einen Kameruner sechs Tatverdächtige festgenommen. Es handelt sich um zwei Frauen und vier Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, am Abend des 19.4.2007 einen 39 Jahre alten Kameruner und seine deutsche Ehefrau auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums beleidigt und bedroht zu haben. Einer der Tatverdächtigen soll das Ehepaar darin gehindert haben, mit dem Auto wegzufahren. Dabei soll er den Hitlergruß gezeigt haben. (Amal Sachsen >klick)
Zittau: Hakenkreuze gesprüht
In Zittau sprühen Unbekannte an insgesamt 15 Stellen rechte Parolen an Gebäude, Bushaltestellen sowie eine Gedenktafel für die Synagoge. (Sächsische Zeitung, 16.04.2007 >klick)
Rochlitz: Alternative Jugendliche bedroht
In der Nacht zum 15.04.wurde laut Zeugenaussagen gegen 2.30 Uhr an einer Wohnungstür alternativer Jugendlicher geklingelt. Vor der Haustür standen 15 Rechtsextreme, bewaffnet mit einer Axt und einem Baseballschläger, die nach einem Jugendlichen fragten. Als sie keine Antwort bekamen, rissen sie Zaunlatten ab, hebelten ein Zauntor aus und warfen diese nach den Jugendlichen. (Amal Sachsen >klick)
Konstanz: Neonazis in Konstanz attackierten Ausstellung
In Konstanz versuchen 20 Rechtsextreme, die Tür zu einer Ausstellung gegen Neofaschismus einzutreten. (Südkurier.de, 14.04.2007 >klick)
Berlin-Lichtenberg: Hakenkreuze auf Autos
Unbekannte Täter haben in der Nacht zum 11.04.2007 auf mehrere geparkte Fahrzeuge in Berlin-Lichtenberg Hakenkreuze und Schriftzüge geschmiert. (Pressemeldung der Berliner Polizei, 12.04.2007)
Wismar: Anti-Nazi-Demo mit Metallteilen beschossen
Teilnehmer einer Anti-Nazi-Demo in Wismar sind von Rechtextremen mit Metallteilen beschossen und verletzt worden.Die Anti-Nazi-Demo war mit etwa 200 Teilnehmern durch die Hansestadt gezogen und hatte dabei auch rechte Szeneläden passiert, deren Schließung von den Demonstranten gefordert wurde. Schon im Vorfeld der Demonstration hatte die Polizei zwei Rechtsextreme festgenommen, bei denen Steine entdeckt worden waren. Im Verlauf der Demonstration beschoss von einem Hausdach aus "mindestens eine dem rechten Spektrum zugehörige Person" (Polizeibericht) die Demo mit Metallteilen, die mit einer Steinschleuder verschossen wurden. Ein Teilnehmer der Demo wurde am Kopf verletzt, ein ebenfalls getroffener Polizist blieb dagegen unverletzt. Ein Neonazi wurde von der Polizei vorläufig festgenommen. In dem Haus, von dem der Angriff ausging, nahmen die Polizisten die Personalien von 35 Rechtsextremen auf; in dem Gebäude wurden zehn Axtstiele gefunden, die mit Stacheldraht umwickelt waren. Über den Angriff auf die Demo berichtete die Pressestelle der Polizeidirektion Schwerin unter der Überschrift "Demonstration in Wismar verlief weitestgehend störungsfrei". (redok, 14.04.2007 >klick)
Schwerin: Iraker angegriffen
In Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) beleidigten zwei Männer am 10.April zwei Iraker im Alter von 16 und 44 Jahren mit rassistischen Äußerungen, griffen sie an und verletzten sie leicht im Gesicht. Die von einer Augenzeugin alarmierte Polizei nahm die Täter fest. Sie sind bereits wegen Körperverletzungs- und Diebstahldelikten sowie Verwendens der Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen polizeibekannt. (Jungle World, 18.04.2007 >klick)
Hildenburghausen: 18-jähriger zusammengeschlagen
Rechtsextreme schlugen gegen 21 Uhr einen 18 Jährigen zusammen. (Augenzeugenbereicht, 09.04.2007 >klick)
Plauen: Verfolgungsjagd durch die Stadt
In der Nacht zum Ostersonntag werden zwei Jugendliche in Nähe der "Alten Kaffeerösterei" von ca. 15 mutmaßlich Rechtsextremen geschlagen (gefährliche Körperverletzung). Dies wird von einem Zeugen beobachtet, welcher die Polizei zu Hilfe ruft und selbst einschreitet. Daraufhin werden er und weitere Personen, die sich in seinen PKW retten (darunter die beiden Opfer), von den Rechten mit mehreren PKW durch die Stadt gejagt, wobei die PKW beschädigt werden (Unfallflucht und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr). Die Täter seien der Polizei bekannt, berichtet die Freie Presse. Der Vorfall wird erst 14 Tage später öffentlich bekannt, nachdem die Freie Presse, an die sich der Zeuge wandte, die Polizei anfragt, die dies dann bestätigt. (Freie Presse 07.04.2007 >klick)
Zittau: Jagd auf Punks
In den frühen Morgenstunden des 06.04. werden auf dem Zittauer Marktplatz drei Angehörige der alternativen Punkszene von einer etwa zehnköpfigen Personengruppe verfolgt und angegriffen. Die drei Punker waren gerade auf dem Heimweg, als sie von der Gruppe, die vor der Kneipe "ZERO" herumstand, angepöbelt, verfolgt und schließlich mit Faustschlägen angegriffen wurden. Die rechten Angreifer riefen dabei "Sieg Heil". Die Punker erlitten Prellungen, einer büßte seine Brille ein. (Amal Sachsen >klick)
Bad Langensalza: Überfall auf Jugendclub
Circa 30-40 Rechtextreme haben die Scheiben des Alternativer Jugendclub AJUH eingeschlagen. Drei Jugendliche aus dem Jugendclub wurden verletzt, einer von ihnen musste wegen einer schweren Kopfverletzung ins Krankenhaus. (Augenzeugenbereicht, 07.04.2007 >klick)
Potsdam: Angriff auf Potsdamer
Ein augenscheinlich der rechten Szene angehörender Mann schlug, bei einer Party im Waschhaus Potsdam, einen 21-jährigen Potsdamer ins Gesicht. Als dieser zu Boden ging, folgten weitere gezielte Schläge ins Gesicht. Der Betroffene musste sich u.a. wegen einem offenen Nasenbeinbruch in stationäre Behandlung begeben. Er hatte den Täter auf sein T-Shirt angesprochen, welches mit rechtsextremen Parolen und Symbolen bedruckt war. (ak antifa Potsdam, 09.04.2007; PNN, 07.04.2007, Ereignisdatum 05.04.2007 >klick)
Waldenburg: Straßenzug verunstaltet
Gegen 22.30 Uhr war am Mittwochabend (04.04.07) eine Gruppe junger Leute vom Spielplatz Am Parkweg aus durch die Stadt gezogen. Wie sich herausstellte, hatten die Unbekannten dabei auf dem Spielplatz an Spielgeräten und Schildern, auf einer Bank vor einem Haus, an der Muldenbrücke, an mehreren Containern und an einer Hausfassade auf der Straße Mittelstadt mit schwarzer Sprühfarbe Hakenkreuze und nazistische Parolen gesprüht. Der Sachschaden beläuft sich auf ca. 1000 Euro. ( Polizei Sachsen, 05.04.2007 >klick)
Prenzlau: Kameruner angegriffen
Ein aus Kamerun stammender 22-jähriger Flüchtling wurde vor einem Supermarkt von zwei Männern als "Neger" beschimpft und mit der Faust ins Gesicht geschlagen. (ddp, 07.04.2007, Ereignisdatum 01.04.2007 >klick)
Zusammengestellt von Silke Dürrhauer, Doreen Karger, Holger Kulick, Simone Rafael, Dominik Schenkel, Madeleine Warsitz.
Helfen Sie den Opfern rechtsextremer Gewalt!
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