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Newsletter vom 01.03.2012 - Kultur als Tarnung
BERN/HAMBURG (Eigener Bericht) - Zum wiederholten Male werden vor der
Vergabe eines hochdotierten Kulturpreises durch eine deutsche Stiftung
schwere Vorwürfe wegen deren Tätigkeit in der NS-Zeit laut. Der
Hamburger Kaufmann Alfred Toepfer habe über sein Stiftungsimperium
damals in der Schweiz "Infiltrationspolitik" betrieben, urteilt der
Historiker Michael Fahlbusch in einer kürzlich publizierten Studie.
Dabei habe Toepfer nicht nur enge Parteigänger des NS-Reichs in der
Schweiz unterstützt; diese wiederum hätten NS-freundlichen
Autonomisten im Alsace unter die Arme gegriffen, darunter dem späteren
NSDAP-Kreisleiter im okkupierten Strasbourg. Diesen Sonntag will die
Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. ihren Kairos-Preis an eine französische
Künstlerin vergeben. In der Bretagne, wo die Künstlerin geboren wurde,
hatte Toepfer ebenfalls Kontakte zu Autonomisten unterhalten, unter
anderem, um die Résistance zu infiltrieren. In den letzten Jahren sind
Versuche der Stiftung, einen Preis nach Frankreich zu vergeben,
gescheitert - wegen der NS-Vergangenheit des Stiftungsimperiums und
seines Gründers.
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58281
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