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"Panorama": Wer Deutsche beschimpft , fliegt raus - abenteuerliche
Thesen in der Hessen-CDU
Hamburg (ots) - Nach Recherchen des ARD-Politikmagazins "Panorama"
fordert der hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Christean Wagner im
Wahlkampf, Ausländer, die Deutsche beschimpfen, auszuweisen. Wörtlich
sagte er kürzlich auf einer Veranstaltung in Frankfurt-Hausen: "Wer
zu uns ,Scheiß Deutsche' sagt, der hat hier nichts mehr verloren."
Und detailliert führte der ehemalige Justizminister aus, man müsse
"die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass ausländische
Jugendliche, die sich bei uns so schlecht fühlen, dass sie die
hiesige Bevölkerung beschimpfen müssen, sofort ausgewiesen werden."
("Panorama": Donnerstag, 24. Januar, 21.40 Uhr, Das Erste.)
Von "Panorama" Anfang der Woche mit den Äußerungen konfrontiert,
sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch: "Das muss ich mir
erst einmal anhören von jemand anders. Was Sie mir da erzählen,
glaube ich Ihnen einfach nicht. Guck ich mir in Ruhe an."
Von "Panorama" zwei Tage später erneut um Stellungnahme gebeten,
lehnte er jede Äußerung ab.
Die hessische Bundestagsabgeordnete Kristina Köhler, gleichzeitig
innenpolitische Extremismus-Expertin der CDU/CSU im Deutschen
Bundestag, behauptet zudem, es gäbe einen wachsenden
"deutschenfeindlichen Rassismus": "Wir stellen fest, dass es in
Deutschland zunehmend auch eine deutschenfeindliche Gewalt von
Ausländern gegenüber Deutschen gibt, weil das Deutsche sind."
Als Beleg dafür führt sie in einer Presseerklärung "Richter und
Staatsanwälte" an, die schon seit Jahren "vor einer wachsenden
deutschen- und christenfeindlichen Gewalt" warnten. Nach
"Panorama"-Recherchen ist diese Argumentation haltlos. So bestreitet
beispielsweise der Vorsitzende des Hamburgischen Richtervereins,
Gerhard Schaberg, eine Zunahme deutschfeindlicher Motive: "Die
Motivation, dass Taten aus Deutschenhass begangen werden, ist für uns
jedenfalls nicht so feststellbar." Ähnlich argumentieren auch der
Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft I, Anton Winkler, und der
ausgewiesene Experte Prof. Christian Pfeiffer aus Niedersachsen.
Köhler hatte sich in ihrer Presseerklärung auch auf den Experten
Pfeiffer bezogen. Von "Panorama" damit konfrontiert, blieb Frau
Köhler jedoch insgesamt bei ihren Behauptungen.
24. Januar 2008 / IB
Originaltext: NDR Norddeutscher Rundfunk
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