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"Heil Hitler, Herr Friedman!" - Vanity Fair-Autor Michel Friedman
interviewt Horst Mahler / Anzeige nach Gespräch
Berlin (ots) - "Heil Hitler, Herr Friedman" - so begrüßte der
Mitbegründer der RAF und heutige Rechtsextremist Horst Mahler den
Vanity Fair-Autor Michel Friedman bei einem Interview für das
Gesellschaftsmagazin. Friedman wollte Mahler zum "Deutschen Herbst"
vor 30 Jahren und seine Verwicklung in die RAF befragen. Im Laufe des
zweistündigen Gesprächs leugnete Mahler den Holocaust ("Die
systematische Vernichtung der Juden in Auschwitz, das ist eine
Lüge.") und bezeichnete Adolf Hitler als "Erlöser des deutschen
Volkes. Nicht nur des deutschen Volkes."
Mahler verneinte in dem Interview die Frage, ob er das Grundgesetz
anerkenne. Er erkenne die "deutschen Reichsgesetze" an. Zu seiner
Vergangenheit als Linksterrorist sagte Mahler, sein Kampf habe schon
damals vor allem dem "US-Imperialismus" gegolten. Insofern habe er
"immer für dasselbe" gekämpft. Ulrike Meinhof, so Mahler, stünde
heute "mit Sicherheit" auf seiner Seite.
Friedman stellte nach dem Gespräch Strafanzeige gegen Mahler. Das
Leugnen des Holocausts und das Verwenden des Hitlergrußes in der
Öffentlichkeit stehen in Deutschland unter Strafe.
"Wir dürfen geistige Brandstifter nicht hinnehmen. Die braune
Gefahr ist nicht nur eine gestrige und historische Realität, sondern
auch eine gegenwärtige", sagt Friedman zur Begründung seiner Anzeige.
"Die verbale pseudowissenschaftliche Hetze von Horst Mahler
beeinflusst einen Teil unserer Jugend und verführt sie zu Gewalt
gegen Minderheiten. Für mich bedeutet die Aufforderung ,Wehret den
Anfängen', mit allen demokratischen Mitteln, also auch juristischen,
diesen Menschenhassern das Handwerk zu legen."
Zum Abdruck des Interviews sagte Vanity Fair-Chefredakteur Ulf
Poschardt: "Horst Mahler ist ein Chefideologe der Rechtsextremen.
Seine Ansichten - so absurd und furchtbar sie sind - werden heimlich
von zu vielen Deutschen geteilt. Das sieht man an den Erfolgen der
NPD und in Umfragen. Michel Friedmans mutiges Gespräch gibt
notwendige Einblicke in die Abgründe, mit denen sich diese
Gesellschaft auseinandersetzen muss."
Das vollständige Interview finden Sie in der aktuellen Ausgabe von
VANITY FAIR.
Originaltext: Vanity Fair - Condé Nast Verlag
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