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"Mit aller Macht gegen Rechtsradikale"

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Aachener Zeitung, 7.9.07

"Mit aller Macht gegen Rechtsradikale"

Von unserem Redakteur Joachim Rubner

Aachen. In Walheim herrschen Entsetzen und Abscheu über rechtsradikale Schmierereien an mehr als zehn Häusern, Garagen und vor allem an der Walheimer Pfarrkirche St. Anna. Rechtsradikale haben zwei große Embleme an die Außenwand der Kirche geschmiert: Ein Hakenkreuz beträchtlichen Ausmaßes und eine Verherrlichung des Kampffliegers Hans-Ulrich Rudel, des höchst-ausgezeichneten Soldaten der NS-Zeit und glühenden Nationalsozialisten.

Mit einer großen Mahnwache wollen Walheimer und Bürger aus der ganzen Stadt am Sonntag ab 19.30 Uhr an der Kirche St. Anna zeigen, dass Rechtsextremismus in Aachen keinen Platz hat. Regionaldekan Hans-Georg Schornstein, Pfarrer von St. Anna, hat die Kundgebung organisiert und aus dem Pfarrgemeinderat, den Parteien und der Bürgerschaft breiteste Unterstützung erhalten.

«Wir waren entsetzt», sagt Schornstein, «und ich habe mich entschlossen, die Schmierereien nicht sofort zu vernichten. Sie sollen in den Köpfen bleiben. Wir wollen aber am Sonntag eindrucksvoll zeigen, dass für ausländerfeindliche Parolen und Rechtsradikalismus bei uns und in ganz Aachen kein Platz ist.» Man habe ein großes Banner mit der Aufschrift «Wir wehren uns» angefertigt und hoffe, dass durch die Mahnwache ein stilles, aber sehr deutliches Zeichen gesetzt werden könne.

«Wir wollen nämlich keine großen Reden halten», so Schornstein. Die Kirchengemeinde ruft daher die gesamte Bevölkerung auf, ein Zeichen des Widerstands gegen wieder aufkommende nationalsozialistische und menschenverachtende Gesinnung zu setzen und mitzuhelfen, dass solches und ähnliches Gedankengut im Keim erstickt wird.

Volle Unterstützung erhält Schornstein auch von Hans Müller, dem Vorsitzenden der Walheimer CDU: «Ich habe unsere Mitglieder, aber auch unsere Parteifreunde aus Oberforstbach und Kornelimünster informiert, damit sie kommen.» Auch Minister Armin Laschet sei benachrichtigt, ebenso Thomas Kufen, der Integrationsbeauftragte von Laschets Ministerium. «Wir müssen ein deutliches Zeichen gegen rechtsradikales Gedankengut setzen», sagt Müller.

Schornstein hat noch mehr getan: «Wir haben mit dem Büro des Oberbürgermeisters und mit den Aachener Parteien gesprochen. Es wäre schön, wenn möglichst viele Bürger und Prominente kämen und wir auf breitester Ebene Unterstützung erhielten.» Leider habe man in jüngster Zeit fast überall in Deutschland Besorgnis erregende Ausschreitungen Rechtsradikaler zur Kenntnis nehmen müssen. «Es wird jetzt ganz dringend Zeit, dass wir als Kirche und als Gesellschaft an die Ursachen rangehen und uns mit aller Macht wehren.»

08.09.07    Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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